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Hintergrund: Strikte Beschränkungen für Geldverkehr in Zypern

Nikosia (dpa) - Um Milliarden-Geldabflüsse und einen Zusammenbruch der Banken zu verhindern, hat Zypern den Kapital- und Geldverkehr für Anleger, Geschäftsleute und Sparer massiv eingeschränkt. Die Maßnahmen gelten zunächst für sieben Tage.

Ein Sprecher der Zentralbank sagte, dass sich die Anordnungen automatisch verlängern, solange sie nicht ausdrücklich zurückgenommen werden. Folgende Eckpunkte, die laut der EU-Kommission durch den EU-Vertrag gedeckt sind, gaben Zyperns Finanzministerium und Zentralbank bekannt.

- Pro Person und Bank dürfen Kontoinhaber maximal 300 Euro täglich abheben. Wer dieses Limit nicht ausschöpft, kann an den folgenden Tagen jeweils entsprechend mehr abheben.

- Einzahlungen per Scheck oder Wechsel auf Konten sind möglich, aber keine Abhebungen. Verboten ist, Schecks und Wechsel in Bargeld an den Banken vorbei zu tauschen oder wie Bargeld zur Zahlung zu nutzen.

- Die Zahlung von Löhnen und Gehältern über das Zahlungssystem der Banken wird wieder erlaubt.

- Überweisungen ins Ausland für geschäftliche Zwecke sind bis 5000 Euro pro Tag und Konto erlaubt. Beträge über 5000 Euro müssen von einer Kommission der Zentralbank genehmigt werden. Für Beträge über 200 000 Euro gelten noch schärfere Regeln. Konkret hängt eine Erlaubnis von der Liquiditätslage der jeweiligen Bank ab.

- Der Einsatz einer Kreditkarte im Ausland, die von zyprischen Banken ausgegeben wurde, ist auf 5000 Euro im Monat begrenzt. Höhere Beträge müssen von der Zentralbank genehmigt werden.

- Die vorzeitige Kündigung von Festgeldanlagen ist nicht erlaubt.

- Auf Anordnung der Zentralbank dürfen Festgeldanlagen nach Ablauf nur begrenzt abgehoben werden. Der Rest verbleibt für zunächst einen Monat zwangsweise auf dem Festgeldkonto.

- Zyprer sollen zudem pro Auslandsreise maximal 1000 Euro Bargeld pro Person mitnehmen dürfen. Das gilt auch für den Gegenwert in fremden Währungen.

- Parallel zu diesen Maßnahmen sollen dem Rettungspaket der Europartner zufolge Einlagen oberhalb der EU-weiten Sicherungsgrenze von 100 000 Euro an der Banken-Sanierung beteiligt werden. Das zweitgrößte Geldhaus, die Laiki-Bank, wird abgewickelt. Ein Teil ihres Geschäfts wird von der Bank of Cyprus übernommen. Zypern erhält im Gegenzug milliardenschwere Finanzhilfen seiner Europartner, die dem Staatshaushalt zugute kommen sollen.

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