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Hit Mom - Mörderische Weihnachten

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Hit Mom - Mörderische Weihnachten
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Hanni (Anneke Kim Sarnau) kennt sich nicht nur mit Putzmitteln aus. Foto: HR Foto: dpa

Eher zufällig kommt Putzfrau Hanni einem Auftragskiller auf die Schliche - und soll nach einem Unfall dessen Job übernehmen. Sie hadert mit ihrem Gewissen, aber das Geld lockt. Und auf Hannis Weg bleiben zig Leichen zurück. Eine prominent besetzte Krimikomödie.


Frankfurt/Main (dpa) - »Gute Menschen kommen im Leben nicht immer weiter. Manchmal, da muss man auch ein bisschen böse sein.« Was klingt wie ein altväterlicher Rat, sind die Worte eines Mannes, der aus einer gutmütigen Putzfrau eine Auftragskillerin machen will.

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Hannis Arbeitszeiten bis tief in die Nacht und ihre Neugier haben sie in diese Bredouille gebracht. Ihr Gewissen sagt Nein zu dem unmoralischen Angebot. Doch das Geld ist verlockend. Es würde ihr den Rückkauf des Hauses ermöglichen, das sie nach der Firmenpleite ihres Mannes verlassen mussten und das nun zwangsversteigert werden soll.

So begibt sich die Mutter eines fernsehsüchtigen Jungen in eine bisher fremde Welt mit Darknet, Sexspielchen und jeder Menge Rachegelüsten. Innerhalb weniger Tage säumen zahlreiche Leichen Hannis Weg. Viele Menschen sterben eher durch Zufall. Für andere Verletzungen wie per Kettensäge abgetrennte Gliedmaßen oder komplett angekokelte Hunde kann sie nicht mal unmittelbar etwas. Das Erste zeigt »Hit Mom – Mörderische Weihnachten« an diesem Mittwoch (13. Dezember, 20.15 Uhr).

Zunächst kann Hanni einen Mord verhindern: Der Auftragsmörder aus ihrer Nachbarschaft verfolgt eine alte Dame, in einer Geschenkebox hat der vermeintliche Blumenkurier neben Rosen eine Axt. Die Putzfrau stört ihn bei der Tat, doch er kann sie überwältigen. Bei einem Handgemenge auf einem Dach rettet sie sich mit Hilfe ihrer Putzmittel. Doch sie hinterlässt dabei eine Spur, die den Ermittlern hilft, sie zu entlarven.

Der Spielfilm ist prominent besetzt, die Figuren zwar überspitzt, aber pointiert gestaltet: Jürgen Tarrach spielt einen zwielichtigen Polizisten, Claudia Michelsen mit zerzausten Haaren eine erfolglose Autorin, Wolfram Koch einen selbstverliebten Typen, der die Wohnung mit Darstellungen seiner Selbst ausstaffiert hat. In der Hauptrolle gibt Anneke Kim Sarnau die eigentlich friedliebende Familienmanagerin, deren arbeitsloser Mann es nun im Geschäft mit Kaffeemaschinen versuchen will.

Witzige Szenen gibt es mal recht offensichtlich, wenn etwa eine ganze Reihe von Mordversuchen scheitert: Das Opfer aus der Frankfurter Schickeria überlebt einen ins Badewasser fallenden Fernseher, erstickt im Schlaf Flammen eines Brandanschlags, verweigert unwissend einen vergifteten Drink und kommt nach kurzem Atemstillstand bei Würgespielen in Lack- und Leder-Montur wieder zu Bewusstsein.

Andersherum muss der Zuschauer auf Details achten, die die Kameras (Willy Dettmeyer, Regie: Sebastian Marka, Buch: Clemens Schönborn) einfangen: hier blutbefleckte Gartenzwerge, da der noch qualmende, rußschwarze Kadaver eines beim Pinkeln durch Starkstrom getöteten Hundes - das rechte Hinterbein noch wie beim Wasserlassen angehoben.

Natürlich fügt sich Hannis Schicksal in mehrfacher Hinsicht - nicht zuletzt dank ihrer Putztruppe aus einem großen Kaufhaus. Die dort glitzerende und funkelnde Weihnachtsdeko ist ein starker Kontrast zur mörderisch-düsteren Welt, in die der Film ansonsten spielt. Darüber hinaus ist der Weihnachtsbezug für die Handlung eher irrelevant, allenfalls ein guter Anlass für die Ausstrahlung dieser Tage. Beim Einspielen von »Jingle Bells« allerdings lohnt es sich sehr darauf zu achten, was oder wer da mit den ersten Takten wo baumelt.

Hit Mom – Mörderische Weihnachten