Hitzige Stimmung bei AfD-Kundgebung

Hitzige Stimmung bei AfD-Kundgebung
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Hauptrednerin der AfD-Kundgebung war Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch (Mitte). (Fotos: Wannisch)
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Martina Wenta von der AfD-Antifaschistische Dirndl bei der Gegendemonstration.

Traunstein – Sie schenkten sich nichts: Auf der einen Seite brüllten die Gegendemonstranten »Nazis raus«, auf der anderen Seite versuchten die Redner der Alternative für Deutschland (AfD) ihre Opponenten niederzuschreien. Die Wahlkampfveranstaltung der AfD auf dem Traunsteiner Stadtplatz wurde ein Gefecht um die Lautstärke, um Inhalte ging es mit der Zeit nur noch wenig – auf beiden Seiten.


Bereits am späten Nachmittag hatten sich rund 100 Demonstranten unter der Führung der AfD-Antifaschistischen Dirndl zwischen Maibaum und Brunnen versammelt, um ihre Meinung kundzutun. Unterstützt wurden sie musikalisch von Christine Rotacker, Michy Raufer und Sina. »Wir haben einen Bildungsauftrag, denn schließlich können laut AfD die Kinder zu wenig deutsche Gedichte«, sagte Organisatorin Martina Wenta an die Demonstranten gerichtet und rezitierte ein selbstverfasstes Gedicht mit dem Titel »Der Storch«. Auf der Rednerliste standen auch SPD-Kreisvorsitzender Seppi Parzinger, Grünen-Bundestagskandidat Wolfgang Ehrenlechner sowie Manuela Pertl (Initiative für Flüchtlingsrechte) und Renate Schunck (Friedensinitiative). Begleitet von Pfiffen und schrillen Tönen der Trillerpfeifen begann gegen 17 Uhr die Wahlkampfveranstaltung der AfD. Neben dem AfD-Direktkandidaten des heimischen Wahlkreises, Joachim Bernshausen, hatte sich der Kreisverband prominente Unterstützung geholt wie Petr Bystron und Beatrix von Storch. Bernshausen versuchte, gegen die zunehmend aufgeheizte Stimmung für die Positionen der AfD zu werben. So sprach er die starke Verschuldung der Bundesrepublik, die hohen Mieten und den großen Nachholbedarf bei der Bildungspolitik an.

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Währenddessen wurde auf der Gegendemonstration lautstark kundgetan, dass man der AfD nicht die Straße überlassen wolle, und genoss sichtlich das Rednergefecht auf dem Stadtplatz. Seitens der Flüchtlingsinitiativen wurde gefordert, dass »Deutschland offen werden muss«. Doch immer mehr Gegendemonstranten zog es auf den Stadtplatz zum Lindlbrunnen, um dort weiter gegen die AfD zu protestieren.

AfD-Politiker Petr Bystron sprach zum Thema Außenpolitik und warnte, dass die aktuelle Situation in Afghanistan zeitnah ein innenpolitisches Thema werde, da eine zweite Flüchtlingswelle komme. Er ging ebenso auf die Widersacher der AfD ein wie Hauptrednerin Beatrix von Storch. Sie warf den jungen Menschen, die inzwischen die Mehrheit der Gegendemonstranten bildeten, vor, sie seien das beste Beispiel, dass ein Bildungsnotstand herrsche: »Die Bildungspolitik ist offensichtlich voll im Eimer.« Zudem kritisierte sie die »Nazi«-Rufe der Gegendemonstranten und unterstellte diesen, sie wüssten gar nicht, was Nazis seien.

Schließlich versuchte von Storch, in der aufgeheizten Stimmung wieder zur Sachpolitik und den AfD-Positionen zurückzukehren und sprach sich für ein traditionelles Familienbild und die Abkehr von der EU aus.

vew