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Hoagart in da »Großstadt Boazn«

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Das Trio der »Großstadt Boazn« harmoniert mit Instrumenten und Gesang. (Foto: Ortner)

Wer regelmäßig die »Wirtshausmusikanten beim Hirzinger« anschaut, kennt die »Großstadt Boazn« vielleicht schon. Wer nicht, kennt den Filser Berni vielleicht schon mit seiner Stamm-Combo, der Couplet AG und den Pürner Matthias mit seiner Indie-Pop-Band LischKapelle. Auch die angehende diplomierte Bariton-Saxofonistin Birgit Tomys dürfte der ein oder andere bereits in diversen Big Bands und Blaskapellen live erlebt haben.


Als »Großstadt Boazn« wirft das sympathische Trio diverse Erfahrungen und Ideen, großes Können und Fachwissen und die Leidenschaft und Liebe zur Volksmusik in die Waagschale und spielte in der Kulturfabrik NUTS klassisches Volksliedgut und eigene Kompositionen, bis die Sperrstunde nahte.

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Landler, Polka, Märsche und eine Fackeltanz-Mazurka standen auf dem Programm: Traditionelle Volksmusik wie das »Kloane Wasserl«, das der legendäre Häusler Hias bekannt gemacht hat und in dem Matthias Pürner mit seiner Ziach die Hauptrolle spielt. Auch »Vincent«, das Bariton-Saxofon von Birgit Tomys, bekommt in einem Stück Rebstöcke und guten Wein seine Heldenrolle. Der Filser Berni und seine Gitarre sind ein grandioses Paar und ergänzen sich prächtig mit den beiden Musikanten. Mal streichelt er sein Klampferl ganz zärtlich, dann wieder stellt er sie auf »Fünf nach Sieben« und zupft sie kräftig im Dreivierteltakt – und manchmal schrubbt er so stürmisch über die Saiten, als wenn es eine Stromgitarre wäre.

Neben zahlreichen Instrumentalstücken haben sie auch einige »Eigenkompositionen mit Text und Gesang« im Gepäck. Das Trio harmoniert auch im gemeinschaftlichen Gesang sehr gut. Die Liedtexte sind liebevoll zusammengestellt und zeugen wie die äußerst unterhaltsamen Zwischengeschichten und Erläuterungen von einer gehörigen Portion Humor und Lebensfreude, großem Verständnis untereinander und einer tiefen Freundschaft. Dazu kommt eine tiefe Zuneigung zu der Stadt, in der sie sich kennengelernt haben: München. Speziell dem Wirt des Bräustüberls im Hofbräuhaus, ihrer »Homebase«, haben die Boazler ein flottes Stückerl gewidmet, aber auch die 19er Tram, ein oft frequentiertes Boazler-Transportmittel, das quer durch München führt, wurde mit einem witzigen Text verewigt.

Als kleines Kontrastprogramm gab es Mitsing-Runden mit dem »Pina Colada-Song«, der eine Liebesgeschichte mit etwas unglücklichem Ausgang erzählt. Der Flitzer aus Danzers »Hawelka« hat es sich auch im NUTS bequem gemacht und Matthias Pürner verstand sich bei »Keine Sterne in Athen« vorzüglich auf die Imitation der berüchtigten stoischen Remmler-Ruhe. Die Hausbank vom Haglmo Sigi wurde in einem Boarischen verewigt, der Vladimir von Herrsching in einer Polka, und am Ende gab es gar noch ein »Griechisches Bier«. Der Sperrstunden-Jodler schickte die begeistert Beifall spendenden Besucher auf den Nachtheimweg. Maria Ortner