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Hochtempo-Hip-Hop, Reggae, Ska und mehr

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Tobias »Touze« Klauser (links) und Sebastian »Beenz« Riepp sind die Frontmänner der »Mundwerk Crew«. (Foto: Ortner)

Bis zu den Open-Air-Festivals im Hochsommer war es ziemlich ruhig geworden um die »Mundwerk Crew«. Die heiße Endphase der Produktion für das neue Album »Komplementär« hatte begonnen. Dann folgten die Rückmeldung auf einigen ausgewählten Freiluftkonzerten während des Sommers und im Frühherbst einige Supportshows für »La Brass Banda«.


Das war quasi das Warm Up für die nun folgende eigene Clubtour. Das Konzert im Gasthaus Goberg in Anger ist zwar bereits das zweite der Tour, als Heimatkonzert mit Freunden, Familie, Kollegen und Fans aber der eigentliche Startschuss. Zunächst ist es im Saal noch relativ ruhig, doch bereits kurz nach Beginn der Show steht auf der Schiefertafel beim Eingang in schönster Schreibschrift zu lesen: »Ausverkauft«. Nichts geht mehr.

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Tobias »Touze« Klauser und Sebastian »Beenz« Riepp sind in Topform und freuen sich nicht nur auf die Konzertrundreise, sondern erst mal vor allem auf ihr Heimspiel. Gemeinsam mit Gerhard Vorauer in der Tastenburg, Thomas Straub (Trompete), Schlagwerker Lukas Handlbauer, Bassist Wolfgang Bleckenwegner, dem »jüngsten« Neuzugang Max »Mister Mephisto« Sauer an den Schallplattenspielerdrehern und einem jungen Tourgitarristen werden sie ein ziemlich lässiges Herbstnachtfeuerwerk abbrennen. Im Gegensatz zu den Songtexten findet die Zwischenkonversation in der Heimatsprache bairisch statt. Für den Hochtempo-Hip-Hop der Band macht sich zwar die Hochsprache besser, aber daheim versteht eh jeder beides.

Wie sich herausstellt, sind viele Besucher da, die noch nie ein Konzert der »Mundwerk Crew« besucht haben, doch die Neugier und Lust auf gute Musik hat sie hinauf auf den Angerer Dorfberg getrieben. Und auch sie sollten nicht enttäuscht werden und einen grandiosen Mitmachabend erleben. Mitsingen und -tanzen, Hände im Rhythmus schwingen, dessen lässiger Groove durch den ganzen Körper bis zum kleinen Zeh durchdringt und niemand stillstehen lässt. Lässiger Hip Hop, Reggae und Ska, Funk und eine Prise Indie-Pop, Jazz und Balkanbeats ergeben eine ultra-tanzbare Mischung für das bunt gemischte Publikum.

Dabei bricht der bayrisch-österreichische Achter ohne Steuermann immer wieder fröhlich die Songstrukturen auf und geht vergnügt in den Freestyle-Modus mit Sing-Alongs und Stand-Up-Texten, die immer auch das Publikum mit einbeziehen. Auch der Kulthit »Weiss-Blauer« darf natürlich ebenso wenig fehlen wie die Hip-Hop-Pop-Hymne »Für Euch«, eine Hommage an Freunde, Wegbegleiter und »Homies«. »Gelber Zettel« ist eine lustige Kampfansage gegen das Vergessen mittels Post-its. Aber nicht immer ist alles nur Gaudi und Party, die Texte erzählen, was »die Crew« auch sonst so bewegt.

In sozialkritischen Texten setzen sie sich mit Blasen und dubiosen Machenschaften in Wirtschaft und Politik auseinander, dem Klimawandel, Kriegen und dem Egoismus der Gesellschaft und appellieren zum Umdenken für Frieden und ein freies Leben. Als feierliche Spätmatinèe rundet die After-Show mit DJ DaMop, dem früheren MC-Turntable-Dompteur, den Abend ab. Maria Ortner