weather-image
13°

Höhepunkte der Malerei rund um den Chiemsee

0.0
0.0
Bildtext einblenden
»Bauerngarten mit Kampenwand« von Greta Fischer ist eins der Bilder, die in der großen Ausstellung im Exter-Kunsthaus in Übersee zu sehen ist. (Foto: Giesen)

Die große Ausstellung »Kunst im Chiemgau – Malerei und Grafik von Balwé bis Wopfner« eröffnet die Ausstellungssaison im Exter-Kunsthaus in Übersee-Feldwies. Gezeigt werden bis zum 5. Juni über 90 Arbeiten von Malern aus dem 19., 20. und 21. Jahrhundert.


Überwiegend lebten die Künstler rund um den Chiemsee oder hielten sich zu Studienaufenthalten wochenlang hier auf. Denn schon vor 200 Jahren hat die Chiemseeregion Maler magisch angezogen und zu bezaubernden Bildern inspiriert. Die Präsentation ist in Zusammenarbeit mit der Galerie Wichmann aus Bernau und privaten Leihgebern entstanden.

Anzeige

Landschaftsbilder in starken Farben

Schon im Eingangsbereich des Exter-Kunsthauses empfangen den Besucher schöne kleine Bilder des Marquartsteiner Malers Georg Beyer und des Priener Künstlers Paul Paulus. Am Treppenaufgang sind die besonderen Landschaftsbilder in starken Farben des erst vor drei Jahren verstorbenen Malers Ernst Haas besonders beachtenswert.

In den einzelnen Räumen im ersten Stock sind beeindruckende Bilder von Arnold Balwé, Theodor von Hötzendorff, Werner von Houwald oder Greta Fischer zu sehen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Aktmalerei. Da gibt es die modernen Akte des 1946 geborenen Christian Peschke und im Gegensatz dazu romantische Halbakte von Mathias Paul Padua (1903-1981) wie den in rosarotes Licht getauchtes »Im Ankleidezimmer« oder daneben die hübschen Zeichnungen von Willibald Demmel (1914-1989).

Faszinierend sind die lebendig kolorierten Zeichnungen und Lithografien von Leo von Welden. Der Künstler, der als Vertreter des expressiven Realismus gilt, wurde 1899 in Paris geboren und starb 1967 in Bad Feilnbach.

Gezeigt werden Bilder in vielen Techniken, Öl, Aquarell, Tempera, Mischtechniken und Zeichnungen von berühmten Chiemseemalern und denen der Münchner Schule. Darunter sind so bekannte Namen wie Constantin Gerhardinger, Alfred Haushofer, Eugen Croissant, Albert Stagura, Otto Miller-Diflo oder Joseph Wopfner.

Kleine Kostbarkeiten sind auch in der Vitrine zu finden: eine bemalte Postkarte von Karl Raupp (1837-1918), zarte Landschaften vom Chiemsee von Rudolf Sieck, Heinrich Heidner und Hermann Le Suire oder Zeichnungen in Tusche oder Bleistift von Joseph Wopfner wie »Kranker Bub« oder Szenen in einem Wirtshaus als Entwurf zu einem Genrebild.

Besondere Atmosphäre im Großen Atelier

Die Besucher können natürlich auch wieder die besondere Atmosphäre des Großen Ateliers genießen, wo wie immer über 30 Werke von Julius Exter ausgestellt sind. Auch die in großer Zahl ausgelegten Gästebücher und die antiquarischen Bücher laden zum Schmökern ein. Im Kleinen Ateliergebäude findet während der Öffnungszeiten der Ausstellungen ein Antik- und Trödelmarkt mit Kunst und Krempel vieler Art statt, dessen Erlös dem Exter-Kunsthaus zugutekommt.

Die Ausstellung »Kunst im Chiemgau – Malerei und Grafik von Balwé bis Wopfner« ist bis Sonntag, 5. Juni, täglich – ausnahmsweise auch montags – von 17 bis 19 Uhr geöffnet. Für Gruppen sind nach telefonischer Anmeldung unter der Telefonnummer 08642/895083 auch andere Öffnungszeiten möglich. Christiane Giesen