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Hofbräuhaus will Hotel Sailer-Keller erweitern – Club Kafka soll geschlossen werden

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Den Sailer-Keller erweitern will das Hofbräuhaus. Die Stadt hält das Projekt für genehmigungsfähig. (Foto: Pültz)

Traunstein – Das Hofbräuhaus Traunstein plant, den Sailer-Keller zu erweitern. Das Unternehmen will die Zahl der Zimmer im Hotel von bisher neun auf 56 erhöhen und statt bislang 18 Betten dann 115 Übernachtungsmöglichkeiten anbieten. Dem teilweisen Neubau würde auch der Club Kafka weichen.


Erst in Umrissen beginnt sich das Bauvorhaben der Brauerei abzuzeichnen. Den östlichen Teil des Gebäudes an der Herzog-Wilhelm-Straße will sie mit einem zweiten Obergeschoß versehen, den mittleren um zwei Stockwerke erhöhen. Den westlichen Trakt, der den Club Kafka enthält, möchte das Hofbräuhaus abreißen und an dieser Stelle samt Umgriff dann einen dreigeschoßigen Neubau errichten. Während der Club Kafka schließt, bleibt die Diskothek Underground offen.

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Bräu Maximilian Sailer rechnet – nach erteilter Baugenehmigung – mit einer Bauzeit von etwa einem Jahr. Bis es losgeht, bleibe der Club Kafka im vorderen Bereich des Gebäudekomplexes bestehen und werde dann samt Inventar ins Underground umziehen.

Angaben über die Investitionen machte das Hofbräuhaus auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts nicht. Konkrete Zahlen würden erst »nach der finalen Planung« vorliegen.

Um auszuloten, ob das Projekt genehmigungsfähig ist, hatte das Hofbräuhaus im Rathaus einen sogenannten Antrag auf Vorbescheid eingereicht. Zur Vorlage kam er nun im Planungsausschuss des Stadtrats. Das Gremium war angetan von den Plänen und stellte eine Genehmigung durch die Stadt in Aussicht.

Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) sprach von einem »großen, prominenten Bauvorhaben«. Der Sailer-Keller werde als Hotel »deutlich ausgebaut«, so der Rathauschef. Hümmer bewertet das Projekt, das zu dringend benötigten, zusätzlichen Betten für Übernachtungen in Traunstein führt, als »sehr positiv«. Neben diesem lachenden Auge besitzt der Oberbürgermeister, wie er sagte, aber auch ein weinendes, wenn er auf die Schließung des Clubs Kafka blickt. Diese Angelegenheit sei aber eine »unternehmerische Entscheidung«, die die Stadt nicht zu bewerten habe.

Helga Mandl (Bündnis 90/Die Grünen) zeigte sich »total begeistert« von den Plänen für die Erweiterung des Hotelbetriebs. Sie meinte jedoch, dass sich möglicherweise Probleme im Rahmen der Darstellung der Parkplätze ergeben könnten, die künftig erforderlich sind. Hümmer hielt diese Sorge für unbegründet und verwies darauf, dass das Hofbräuhaus Eigentümer der angrenzenden Straße sei, die von der Herzog-Wilhelm- in die Theresienstraße führt. Die Brauerei könne die nötige Zahl der Stellplätze nachweisen, betonte der Oberbürgermeister.

Auch dritter Bürgermeister Sepp Kaiser (UW) begrüßte das Bauvorhaben. Schließlich verfüge die Stadt Traunstein über ein Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten, das nicht ausreichend sei. Die geringfügige Überschreitung der Abstandsflächen, die mit dem Projekt einhergeht, sei zu vernachlässigen.

Konrad Baur (CSU) sprach von einer »runden Geschichte«. Und weiter: »Darauf haben wir in Traunstein lange gewartet.« Die Schließung des Clubs Kafka sei allerdings ein »schmerzlicher Verlust«.

Laut Robert Sattler (SPD/Die Linke) sind die Pläne für die Erweiterung des Sailer-Kellers eine »Super-Idee« des Hofbräuhauses – umso mehr, als dass man nicht wisse, was andernorts in die Wege geleitet werden muss. »Das Parkhotel ist schon ein Traum – aber ein alter Traum.«