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Hoffenheim siegt mit 2:1 gegen desolaten «Club»

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1899 Hoffenheim - 1. FC Nürnberg
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Die Hoffenheimer Tobias Weis (l-r), Stefan Thesker und Sejad Salihovic feiern den Führungstreffer. Foto: Uwe Anspach Foto: dpa

Sinsheim (dpa) - Die TSG 1899 Hoffenheim gibt den Kampf gegen den Abstieg in der Fußball-Bundesliga noch lange nicht verloren - kommt aber dem Relegationsplatz einfach nicht näher. Der Tabellenvorletzte besiegte den 1. FC Nürnberg hoch verdient mit 2:1 (2:0).


Drei Spieltage vor Saisonende liegen die Kraichgauer weiter drei Punkte hinter dem ebenfalls siegreichen FC Augsburg. «Die Spielweise meiner Mannschaft war heute wirklich klasse. Dafür kriegt sie auch ein großes Lob», meinte Trainer Markus Gisdol.

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Über die prekäre Situation und das bevorstehende brisante Spiel in Bremen wollte der neue Chefcoach nicht reden und blieb damit seiner Linie treu. «Ich mach' mir keine Gedanken über irgendwelche Szenarien, ich mache mir Gedanken, wie wir nächste Woche trainieren.» Tobias Weis (11. Minute) und Sejad Salihovic (19.) hatten vor 28 675 Zuschauern in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena die Tore gegen einen zeitweise desolaten «Club» erzielt. Timmy Simons traf per Foulelfmeter (58.) für die Gäste.

Auf den Rängen ließen die 1899-Fans zum Anpfiff Hunderte weiße und blaue Luftballons platzen - eine Aktion mit Symbolwert: Die Heimelf platzte eine Woche nach dem 0:5 in Leverkusen schier vor Spielfreude. Nach 33 Sekunden kam US-Nationalspieler Fabian Johnson aus neun Metern völlig frei zum Schuss, traf aber genau Torwart Raphael Schäfer. Nach einer herrlichen Kombination passte Johnson auf Weis - und der 27-Jährige schob zu seinem ersten Bundesliga-Tor vor heimischer Kulisse ein. Da hatte sich die Variante von Gisdol, Außenverteidiger Johnson in der Offensive aufzubieten, bereits ausgezahlt.

Wie entfesselt traten die Kraichgauer auf, und nach 19 Minuten feierten die Anhänger ihre Mannschaft bereits mit «Super Hoffe!»-Gesängen. Als Kevin Volland von rechts flankte, köpfte Salihovic im Tiefflug zum 2:0 ein. Angriff auf Angriff rollte auf die Nürnberger zu, die nach dem 0:1 im Derby gegen Fürth noch im Schockzustand schienen und sich kaum zu wehren wussten gegen den Dauerdruck der TSG.

«Ich glaube, dass die Derby-Niederlage mentale Spuren hinterlassen hat», räumte Schäfer später im «Sky»-Interview ein. Dem Schlussmann war nicht entgangen, dass einige Fans aus Protest gegen den zuletzt gebotenen Auftritt «geschwiegen haben». Mit einem Sieg hätten die Nürnberger den Klassenverbleib endgültig klar gemacht. So aber haderte Trainer Michael Wiesinger damit, dass die Hoffenheimer «viel dynamischer, effizienter, effektiver und zielstrebiger waren».
Die Nürnberger kamen mit dem Pressing und der Kombinationssicherheit des Gegners überhaupt nicht zurecht.

Gisdols Maxime, endlich wieder richtigen Fußball zu bieten und nicht immer auf die Tabelle zu schauen, hatten seine Profis beherzigt. Nach der besten Halbzeit in dieser so verkorksten Saison gaben die Hoffenheimer weiter Gas: Bei einem Freistoß von Salihovic landete der Ball im Netz, Schiedsrichter Markus Schmidt gab den Treffer wegen eines Foulspiels aber nicht. Volland köpfte wenige Momente später freistehend am Nürnberger Pfosten vorbei - und Schäfer rettete gerade noch gegen Weis.

Das ungestüme Vorgehen von 1899-Keeper Koen Casteels gegen den eingewechselten Niklas Stark brachte die Nürnberger unerwartet wieder ins Spiel: Simons verwandelte den fälligen Strafstoß zum 1:2. Da hätte es längst 4:0 oder 5:0 stehen müssen für die Hausherren, die den Vorsprung jedoch sicher über die Zeit brachten.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 56,6 - 43,4

Torschüsse: 23 - 8

gew. Zweikämpfe in %: 53,8 - 46,2

Fouls: 13 - 21

Ecken: 4 - 3

Quelle: optasports.com