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4:0 gegen Köln

Hoffenheimer bleiben auch im Verfolgerduell ungeschlagen

1899 Hoffenheim bleibt eines der großen Überraschungs-Teams der Bundesliga. Beim 4:0 gegen Kölner feiert Sandro Wagner seine Saisontreffer Nummer sechs und sieben.

1899 Hoffenheim - 1. FC Köln
Sandro Wagner traf doppelt beim Heimsieg seiner Hoffenheimer gegen den 1. FC Köln. Foto: Uwe Anspach Foto: dpa

Sinsheim (dpa) - 1899 Hoffenheim bleibt in der Fußball-Bundesliga ungeschlagen und spielt weiter munter in der Spitzengruppe mit. «Einfach nur weitermachen! Und heute freuen!», kommentierte Sportchef Alexander Rosen den 4:0 (2:0)-Erfolg der Kraichgauer im Verfolgerduell gegen den 1. FC Köln.

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Er meinte zum Höhenflug lächelnd: «Jetzt ist es schon eine 13-Tage-Fliege.» Die Kraichgauer landeten am 13. Spieltag den ersten Sieg gegen die Rheinländer seit November 2009 und verbesserten sich in der Tabelle auf Rang vier.

Sandro Wagner (8. und 67. Minute) gelangen vor 29 740 Zuschauern in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena seine Treffer Nummer sechs und sieben. Zudem durften sich Olympia-Teilnehmer Jeremy Toljan (39.) und der gebürtige Kölner Mark Uth (89.) als Torschützen feiern lassen.

Betont nüchtern bilanzierte Trainer Julian Nagelsmann den weiteren Erfolg: «Ich glaube, dass das Ergebnis zu hoch ausgefallen ist.» Der mit 29 Jahren jüngste Erstliga-Chefcoach freute sich aber sichtlich darüber, dass seine Mannschaft derzeit eine unbändige Gier an den Tag legt. So lobte er den Spielwitz und die Spielfreude seiner Profis. «Ich glaube aber, das unser Spiel auch einfach Freude macht.» Hoffenheim revanchierte sich auch für die einzige Pflichtspielniederlage in dieser Saison, das 1:2 in der zweiten Runde des DFB-Pokals in Köln.

Das Team von Chefcoach Peter Stöger zog diesmal den Kürzeren gegen eine TSG, die eiskalt ihre Chancen nutzte. «Schade für uns, das 4:0 ist ein wenig hoch», meinte auch Stöger. «Aber es ist kein Zufall, dass Hoffenheim so weit oben steht und noch ungeschlagen ist.»

Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Matthias Lehmann und Marco Höger kam bei den Kölnern Salih Özkan zu seinem Startelf-Debüt. Das 18 Jahre junge Eigengewächs hatte bisher nur fünf Kurzeinsätze und fügte sich nahtlos. Die Hoffenheimer konnten wieder auf den Abwehrchef und Ex-Kölner Kevin Vogts zurückgreifen, es fehlte aber Mittelfeld-Ass Kerem Demirbay.

Gegen die tiefstehenden Gäste tat sich die TSG zunächst schwer, kam aber dennoch zur schnellen Führung: Nach einem Eckball köpfte Abwehrspieler Benjamin Hübner an die Latte, Wagner reagierte am schnellsten und staubte zum 1:0 ab.

In der abwechslungsreichen Anfangsphase hätte Köln dann innerhalb einer Minute den Spielstand drehen können: Anthony Modeste und Marcel Risse kamen frei vor Torhüter Oliver Baumann zum Schuss, verfehlten aber das Torgehäuse. Dabei mussten die Kölner nach nur 24 Minuten bereits Risse, der sich eine Knieverletzung zuzog und zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht wurde, vom Feld nehmen und durch Marcel Hartel ersetzen. «Ich weiß noch nicht, was es ist, aber ich habe das Gefühl, dass es nicht so gut aussieht», sagte Stöger. 

Hartel rutschte wenige Minute später an einem Flankenball von Konstantin Rausch vorbei und hätte um ein Haar den Ausgleich erzielt. Erneut etwas überraschend fiel dann das 2:0, als Toljan nach einem Pass des starken Nadiem Amiri und einem Stellungsfehler von Frederik Sörensen FC-Schlussmann Thomas Kessler tunnelte.

Vor diesem Spieltag konnte der FC zusammen mit dem FC Bayern die stärkste Abwehr der Liga aufbieten, diesmal zeigte diese jedoch ungewohnte Risse. Und im Angriff war der Torjäger und frühere Hoffenheimer Modeste (zwölf Treffer) gut aufgehoben bei Vogt und Co.

Die Kölner kamen etwas stürmischer aus der Kabine. Die TSG wollte die Führung aber nicht nur verteidigen: Nagelsmann gab mit der Einwechslung von Mark Uth und Erstliga-Neuling Baris Atik nach einer Stunde ein offensives Signal. Uth schlug dann die Freistoß-Flanke, die Wagner zum 3:0 einköpfte. Damit entschieden die «Nagelsmänner» schon früh die Partie gegen hadernde Kölner, die auch noch das 0:4 gegen Uth hinnehmen mussten.