Hofmeister will eine WM-Medaille und den Gesamtweltcup gewinnen

Bildtext einblenden
Erfolgreiche Snowboarderin und Polizeimeisterin: Ramona Hofmeister ist dankbar über ihre beiden Standbeine. Am Montag konzentriert sie sich aber wieder voll und ganz auf den Sport und will bei der WM in Rogla Medaillen abräumen. (Foto: Wukits) Foto: Ernst Wukits

Wenn am Montag im slowenischen Rogla die Snowboard-WM beginnt, dann führt der Weg zum Titel wohl nur über Ramona Hofmeister. Die 24-Jährige vom WSV Bischofswiesen ist die erfolgreichste Snowboarderin der Welt in den vergangenen zwei Jahren und damit auch das sportliche Aushängeschild im Bereich des Skiverbandes Chiemgau.


Vergangene Saison gewann sie klar den Gesamtweltcup und auch in diesem Winter führt sie wieder in der Gesamtwertung. Vorbereitet hat sich Hofmeister mit dem deutschen Team in der Nähe von Taisten in Südtirol. »Das Gefühl passt, alles ist gut und ich bin fit«, sagt sie kurz vor dem ersten Rennen in Rogla.

Anzeige

Den Hang in Slowenien mag sie, schließlich ist sie dort vor fünf Jahren Junioren-Weltmeisterin geworden und hat dort auch einen Weltcup gewonnen. »Da bin ich immer gut gefahren, aber eines ist klar, es gibt eine Menge Favoriten, die Konkurrenz schläft nicht.« Vor allem aus dem deutschen Lager kommen einige Rivalinnen – wie etwa Selina Jörg oder Cheyenne Loch. Zudem ist mit Boarderinnen aus Österreich und mit der erst 17-jährigen Russin Sofia Nadyrshina zu rechnen. Nicht vergessen darf man auch die Olympiasiegerin Ester Ledecka aus Tschechien. Sie gewann bei den Spielen 2018 Gold im alpinen Super-G und im Snowboard.

Neben einer WM-Medaille will Ramona Hofmeister aber auch ihren Titel im Gesamtweltcup verteidigen. »Das wäre ein Traum«, sagt sie und wohl ein perfekter Abschluss der Saison. Schließlich findet das Weltcupfinale am heimischen Götschen statt. »Die Krönung beim Heimspiel«, lautet ihr Wunsch. Im Verlauf der bisherigen Saison musste sich Hofmeister mit Rückenproblemen rumschlagen, im Oktober ist sie an Corona erkrankt. »Zum Glück war der Verlauf einigermaßen glimpflich und hat mich danach beim Sport auch nicht belastet.«

Beruflich ist Ramona Hofmeister bei der Landespolizei in Ainring stationiert. 2018 hat sie ihre Ausbildung beendet und ist Polizeimeisterin. »Da bin ich sehr froh darüber, dass ich dort sehr gut abgesichert bin«, erzählt sie dankbar. Zu ihrem Beruf gehört trotz Sport auch der regelmäßige aktive Polizeidienst so wie im vergangenen Sommer unter anderem bei der Dienststelle in Traunstein. »Da bin ich im Schichtdienst und in allen Bereichen unterwegs. Das ist eine sehr interessante Aufgabe.«

Bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang gewann sie die Bronzemedaille, ein Jahr später bei der WM in den USA ebenfalls Bronze. Seitdem hat sich ihr Bekanntheitsgrad enorm gesteigert und sie freut sich, wenn sie über ihre Erfolge angesprochen wird. »Es ist schön, wie viele mich unterstützen. Auch die Gemeinde Bischofswiesen steht hinter mir«, sagt Hofmeister.

Ein wenig im Hinterkopf hat sie auch schon die Olympischen Spiele in Peking im kommenden Jahr. Obwohl es in dieser Saison wegen Corona keinen vorolympischen Wettkampf in der chinesischen Hauptstadt geben wird, kennt sie die Strecke bereits. »Wir hatten dort schon einen Weltcup und ich habe mir damals alles angeschaut. Nur über die Spiele mache ich mir jetzt noch keine großen Gedanken. Immer einen Schritt nach dem anderen«, betont sie.

Erfreut ist sie auch über die Entwicklung bei ihrem Heimatverein WSV Bischofswiesen, was den Nachwuchs im Snowboard betrifft. Durch ihre Erfolge finden immer mehr ganz junge Sportler den Weg zum Verein. Da könnten nach diesem Winter möglicherweise noch weitere dazukommen – schließlich sammelt Ramona Hofmeister weiter fleißig immer neue Erfolge. – Der Zeitplan:

WM in Rogla: Montag, 14 Uhr: Parallel-Riesenslalom; Dienstag, 14.45 Uhr Parallel-Slalom. SHu

Einstellungen