weather-image
20°

Hortensienwollschildlaus treibt ihr Unwesen

5.0
5.0
Hortensienwollschildlaus treibt ihr Unwesen
Bildtext einblenden
Die Unterseite zweier Hortensienblätter mit der Wollschildlaus. (Foto: Landratsamt Traunstein) Foto: Landratsamt Traunstein

Traunstein – Kreisfachberater Markus Breier erhält derzeit viele Anrufe zu weißen Flecken an Hortensien. »Das ist die Hortensienwollschildlaus, aber so schlimm war es noch nie«, so der Fachmann.


Eingeschleppt wurde diese Schildlaus bereits in den 1960er-Jahren nach Deutschland. In jüngster Vergangenheit breitet sie sich deutlich stärker aus. Was jetzt auf den Blattunterseiten und an den Stängeln zu sehen ist, sind die rund ein Zentimeter langen, weißen, watte-artigen Eigelege aus denen in den nächsten Wochen jeweils bis zu 1000 junge Läuse schlüpfen. Die jungen Läuse sind nur einen Millimeter groß, damit kaum sichtbar und im Vergleich zu den älteren Läusen sehr beweglich. Sie saugen sich unerkannt an neuen Blättern und Trieben fest, wachsen auf drei bis vier Millimeter Größe heran und überwintern dort.

Anzeige

Die Absonderung von Honigtau (zuckerhaltiger Pflanzensaft) führt zu klebrigen Blättern und lässt schwärzliche Rußtaupilze wachsen. »Nur bei starkem Befall lässt die Hortensie viele Blätter fallen und wird geschwächt.« Die Hortensienwollschildlaus findet sich entgegen ihres Namens nicht nur auf Hortensien, sondern auch auf Hartriegel, Ahorn, Weißdorn, Linden und anderen Laub- und Ziergehölze in der Umgebung.

Bei sehr starkem Befall empfiehlt Breier eine Behandlung mit handelsüblichen Pflanzenschutzmitteln auf Paraffin- oder Rapsöl-Basis. Diese sollten in den nächsten Wochen eingesetzt und die Pflanzen besonders von unten tropfnass besprüht werden. Meist muss zwei- bis dreimal behandelt werden, um alle Läuse zu erfassen. Gelegentlich fressen auch die Larven von Marienkäfern und Florfliegen die Eigelege, deshalb sollte man die Pflanzen zuerst auf diese Nützlinge kontrollieren.

Sinnvoll ist im kommenden Frühjahr direkt vor dem Austrieb ein Spritzen mit den ölhaltigen Mitteln, um die überwinterten Läuse an der nächsten Vermehrung zu hindern. Breiers Tipp: »Jetzt schon in den Kalender schreiben.« Wer seine Hortensien zudem mit organischem Dünger und Wasser versorgt, stärkt und kräftigt sie schon jetzt für eine reiche Blüte im kommenden Jahr.

Für weitere Fragen rund um das Thema Garten steht ihre Fachberatung im zuständigen Landratsamt jederzeit zur Verfügung. fb