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Hotel Heidelberg

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Annette Kramer (Annette Frier, r) hat die Führung im "Hotel Heidelberg" von ihrer Mutter Hermine Kramer (Hannelore Hoger) übernommen. Foto: Frank Dicks Foto: dpa

Die ARD-Reihe «Hotel Heidelberg» erzählt von einer Hotelfamilie und ihren Problemen. Nun gibt es zwei weitere Folgen aus dem Südwesten.


Berlin (dpa) - Annette Kramer (Annette Frier) hat es fast geschafft: Sie kann das «Hotel Heidelberg» endlich als Chefin übernehmen, die sie im Grunde längst ist. Hat doch ihre Mutter Hermine (Hannelore Hoger) endlich beschlossen, die Hotelleitung abzugeben - und zum zweiten Mal geheiratet hat sie auch.

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Ausgerechnet jetzt kommt Annettes Ehemann Ingolf (Christoph Maria Herbst) mit einer wirklichen Überraschung: Er will ein Kind mit seiner Frau. Die hält wenig bis gar nichts von dieser Idee, zumal sie ja bereits Jeremy (David Norden) hat, ihren 19-jährigen Sohn aus erster Ehe.

«Hotel Heidelberg» thematisiert das Leben einer Hotelfamilie und ihre Probleme in einer Stadt, die als romantisch gilt: malerisch am Neckar gelegen, mit beachtlicher Schlossruine als Kulisse. Aus der gleichnamigen TV-Reihe sind nun zwei neue Folgen zu sehen. An diesem Freitag (2. März, 20.15 Uhr) läuft im Ersten Teil fünf mit dem Titel «Kinder Kinder!», eine Woche später (9. März, 20.15 Uhr) dann die sechste Folge mit dem Titel «... Vater sein dagegen sehr».

Das mit dem Nachwuchs bei Kramers klappt - und zwar schneller als gedacht. In Ingolfs Praxis sitzt plötzlich der 14-jährige schweigsame Ole (gut: Nico Ramon Kleemann), der bei einem Unfall seine Eltern verloren hat. Mit dem Segen des Jugendamts darf der Junge bei den Kramers im Hotel einziehen. Das macht auch Annettes ungeliebte Tante Ingrid (zickig: Kathrin Ackermann), und dann taucht noch Ingolfs frühere Freundin Tilda (verhuscht: Annika Kuhl) auf.

Natürlich werden alle Herausforderungen gemeistert. Die handelnden Figuren agieren recht altmodisch, das hat aber einen gewissen Charme. Die Dialoge sind pointiert, aus dem Leben gegriffen und teils auch witzig. Überhaupt sind die Filme (Regie: Edzard Onneken) überraschend modern erzählt. Während sich die erste von zwei Folgen um gesellschaftlich aktuelle Themen wie Beziehungsformen und Pflegekinder dreht, thematisiert der andere Teil den richtigen Umgang mit dem Jugendamt und die Probleme einer Patchwork-Familie. Dann kommt auch noch eine Clique aus fein angezogenen Herren als Gäste ins Hotel, die mit rechtsnationalen Parolen um sich werfen. Aber sowohl Hermine als auch Annette finden die passenden Widerworte.

Annette Frier (44, «Das Pubertier») spielt ihre Figur umtriebig und leicht chaotisch. Es sei eine harte Nuss, das Trio Mutter, Beruf und Beziehung zu meistern, zitiert die ARD die Schauspielerin. «Wenn ich volle Tage habe und Gefahr laufe, mir selber leid zu tun, stell' ich mir einfach vor, wie es denn wäre, keine Mutter, nicht berufstätig und ohne Mann zu sein.» Das setze alles wieder ins rechte Licht.

Im Film schafft sie natürlich alles, wenn auch mit gewissen Mühen. So manchem Zuschauer mag das alles zu betulich oder gemütlich dargeboten sein, aber für einen Film am Freitagabend im Ersten steckt allerhand Realismus in dieser Reihe. Die Schauspieler vermögen nahezu sämtlich zu überzeugen, und die hinreichend ins Bild gerückte Kulisse der wirklich schönen Stadt Heidelberg tut das Übrige.

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