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HSV im Umbau - Slomka und Kreuzer suchen neue Spieler

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Pressekonferenz
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HSV-Trainer Mirko Slomka und Sportdirektor Oliver Kreuzer (l) wollen dem HSV ein neues Gesicht verleihen. Foto: Christian Charisius Foto: dpa

Hamburg (dpa) - Nach der Katastrophen-Saison mit dem Beinahe-Abstieg plant der Hamburger SV ein neues Team mit anderem Gesicht.


»Jetzt liegt es an mir und Oliver, eine neue Mannschaft aufzubauen«, sagte Trainer Mirko Slomka am Tag nach dem erlösenden 1:1 im Relegationsrückspiel gegen Greuther Fürth. Sportchef Oliver Kreuzer betonte: »Wir brauchen Kapital, sonst kann ich die Wünsche des Trainers nicht erfüllen.«

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Einige Profis sollen verkauft werden, auf keinen Fall aber Hakan Calhanoglu und Torhüter René Adler, wie Kreuzer klarstellte: »Hakan bleibt definitiv.« Der Angesprochene zeigte sich erstaunt: »Aha, wenn er das gesagt hat. Ich hoffe, dass der HSV meine Wünsche erfüllt.« Konkretes wollte der türkische Nationalspieler, der beim HSV einen Vertrag bis 2018 besitzt und an dem Bayer Leverkusen Interesse hat, nicht sagen. Gering ist die Hoffnung auf einen Verbleib der HSV-Lebensversicherung Pierre-Michel Lasogga. Der Leihprofi von Hertha BSC kündigte an, dass nächste Woche eine Entscheidung fallen werde.

Zur Mittagszeit trafen sich die Spieler zum Frühstück im Stadion, dann ging es ab in den Urlaub. Am Abend zuvor war die Party beim Heimflug nach Hamburg sittsam ausgefallen. Die Scham über das eigene Unvermögen im gesamten Saisonverlauf zügelte die Feierstimmung bei den Profis. »Am Ende müssen wir einfach nur dankbar sein, dass wir mit zwei blauen Augen aus der Saison gekommen sind«, gestand Marcell Jansen.

Ihre schlechteste Serie in 51 Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit hätten die Hamburger beinahe mit dem ersten Abstieg der Vereinsgeschichte bezahlt. Lediglich 27 Pünktchen aus 34 Spielen, die löchrigste Defensive im gesamten deutschen Profi-Fußball mit 75 Gegentoren, eine erschütternde Auswärtsmisere und zwei Relegationsspiele ohne Sieg gegen einen zumindest gleichwertigen Rivalen haben die Defizite des einstigen Europacup-Siegers schonungslos aufgezeigt.

»Das war eine harte, beschissene Saison«, gestand Verteidiger Dennis Diekmeier. Trainer Mirko Slomka, der stets auch im schlimmsten Debakel noch das Positive suchte, gab nach der Rettung zu: »Ich würde fast sagen, dass war meine härteste Zeit als Bundesliga-Trainer.« Sprach's und ließ am Abend trotz Erkältung »einige Bierchen und einen Rotwein durch seine gerötete Kehle« fließen.

Jetzt soll der Verein umgekrempelt werden. »Da gibt es ganz, ganz, ganz viel zu tun. Aber richtig viel«, bekannte Jansen und appellierte damit an die Clubführung, endlich auszukehren, die Strukturen zu ändern und neues Personal zu installieren. »Noch so eine Saison ertrage ich nicht, sonst bin ich selbstmordgefährdet«, bekannte der entkräftete Abwehrspieler Heiko Westermann und gab damit Aufschluss über den gewaltigen Druck, der auf den Profis in den jüngsten Wochen lastete.

Slomka plant die nächste Saison ohne Kompromisse: »Wir brauchen eine ganz robuste Mannschaft. Das bedeutet, Spieler zu holen, die den Willen haben, topvorbereitet in die Saison zu gehen.« Dem Trainer waren die Schwachstellen seiner Profis nicht entgangen. »Wir hatten ein paar Spieler auf dem Platz, die in den letzten 20 Minuten nichts mehr im Tank hatten«, räumte er ein. Für die konditionellen Grundlagen waren seine Vorgänger Thorsten Fink und Bert van Marwijk verantwortlich. Aber auch Slomka konnte nicht glänzen: In 15 Saisonspielen gelangen ihm ganze drei Siege. Damit ihm Ähnliches nicht erneut widerfährt, forderte er: »Wir müssen in vielen Bereichen etwas verändern. Wir brauchen neue Gesichter für unseren Club.«

Den ausgeliehenen Torjäger Lasogga würde er gern behalten. »Ich und der Verein würden alles dafür tun, dass er hierbleibt. Aber die Chance ist relativ gering«, betonte Slomka. Kreuzer meinte dagegen geheimnisvoll: »Wir haben gute Möglichkeiten.« Lasoggas Heimatclub Hertha BSC will den Stürmer zurück und wahrscheinlich teuer transferieren.

Radikale Änderungen stehen an: Auf der Mitgliederversammlung am kommenden Sonntag wird über die Umbildung der Profi-Abteilung in eine Aktiengesellschaft abgestimmt. Rund 100 Millionen Euro Verbindlichkeiten drücken den HSV, seit drei Jahren schreibt der Verein Defizite. Gehaltsstruktur und Leistung der Profis driften immer weiter auseinander. Mit neuer Struktur könnten Investoren ins Boot geholt werden. Ob dann Sportchef Kreuzer und Vorstandsboss Carl Jarchow noch im Amt sind, ist fraglich. Doch es herrscht Uneinigkeit bei den Ausgliederungsplänen. So hat sich Ex-Präsident Jürgen Hunke gegen einen Verkauf von Anteilen ausgesprochen. Zoff kündigt sich an - das Markenzeichen des HSV in den vergangenen Jahren.