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HSV will mit Aktien und Beiersdorfer zurück zum Erfolg

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«Nur der HSV»
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Für den Hamburger SV ist eine neue Ära angebrochen. Foto: Marcus Brandt Foto: dpa

Hamburg (dpa) - Vorschusslorbeeren gab es reichlich, jetzt muss die neue Aktiengesellschaft des Hamburger SV Resultate liefern.


Seit Montag um 16.02 Uhr steht die AG des Fußball-Bundesligisten im Handelsregister der Hansestadt und ist damit offiziell aus dem Universalsportverein HSV mit seinen 33 Sparten ausgegliedert worden. Seitdem führt Ex-Manager Dietmar Beiersdorfer die Fußball-Profi-Abteilung des 127 Jahre alten Clubs.

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Mit Beiersdorfer und den HSV-Aktien soll der Europapokalsieger von 1983 in die vornehmen Regionen der deutsche Eliteliga zurückkehren. Ursprünglich wollte die AG acht Tage früher mit der Arbeit beginnen. Ein inzwischen abgewiesener Befangenheitsantrag gegen einen Richter, der die AG ins Register eintragen sollte, verzögerte jedoch den Start.

Dass mit einer Aktiengesellschaft nicht automatisch Tischlein-deck-dich-Zeiten anbrechen, hat der Beinahe-Absteiger der vergangenen Saison bereits erfahren. Als der milliardenschwere HSV-Liebhaber und Investor Klaus-Michael Kühne um eine Beteiligung an der 8,5 Millionen Euro teuren Verpflichtung von Stürmer Pierre-Michel Lasogga gebeten wurde, wollte der sich eine solche Gabe als Vorauszahlung auf den angekündigten Kauf von Vereinsanteilen anrechnen lassen. Das aber wollte der HSV nicht. Also stemmte er den Deal selbst - mit dem Geld aus dem 14-Millionen-Euro-Transfer von Hakan Calhanoglu nach Leverkusen.

Beiersdorfer, der in den vergangenen Wochen öffentliche Stellungnahmen vermied, will am Mittwoch Klartext reden. Bleibt Sportchef Oliver Kreuzer im Amt oder wird ihn Ex-St.-Pauli-Spieler Peter Knäbel ersetzen? Sieht er in Trainer Mirko Slomka den richtigen Coach für eine neue Ära? Wer soll die Mannschaft auf welchen Positionen verstärken? Was hält er von Kühne, welche Finanzspritze gewährt der Logistik-Unternehmer? Wer soll strategischer Partner werden? «Erste Aufgabe ist: kurzfristig die Mannschaft zu verstärken und die neuen Strukturen zu leben», sagte der Ex-Vorsitzende Carl Jarchow.

Im neuen Vorstand stützt sich Beiersdorfer zunächst auf Marketingchef Joachim Hilke und muss auch mit Jarchow zusammen arbeiten. Der bisherige Vorsitzende rückt bis zum Ablauf seines Vertrages im Sommer 2015 in den AG-Vorstand. Daneben besteht das Übergangspräsidium des eingetragenen Vereins mit seinen zahlreichen Sportarten aus dem alten HSV-Vorstand: Jarchow, Hilke, Kreuzer und Oliver Scheel. Ein neues Präsidium für den Restclub wird bei der Mitgliederversammlung im Januar 2015 gewählt. «Dass die bisherige Phase jetzt passé ist, wird einem gar nicht so recht bewusst. Es kam doch schneller als erwartet. In den bisherigen Entscheidungen war Dietmar Beiersdorfer immer einbezogen, der Übergang ist fließend», sagte Jarchow.

Der alte Aufsichtsrat mit Hafenverwaltungschef Jens Meier und den früheren HSV-Präsidenten Ronny Wulff und Jürgen Hunke hat sich aufgelöst. Ab sofort ist das neue sechsköpfige Gremium mit dem Kühne-Adjutanten Karl Gernandt als Vorsitzenden sowie den ehemaligen Profis Thomas von Heesen und Peter Nogly zuständig. Jarchow, wie zunächst angedeutet, wird diesem Gremium nicht angehören. «Das geht doch gar nicht. In kann in der Funktion als Vorstandsmitglied der AG nicht gleichzeitig im Aufsichtsrat sitzen, der den Vorstand kontrolliert», entgegnete der FDP-Politiker. Später, wenn der ordnungsgemäße Präsident des Restvereins gewählt ist, soll dieser in das Kontrollgremium rücken.