HSV-Dementi: Müssen keine Stars verkaufen

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Clubchef Carl Edgar Jarchow (r) und Sportdirektor Oliver Kreuzer beim HSV-Training. Foto: Axel Heimken Foto: dpa

Hamburg (dpa) - Clubchef Carl Edgar Jarchow ist in die Offensive gegangen und will von Nottransfers und einem Einkaufsstopp beim finanziell angeschlagenen Hamburger SV nichts wissen.


»Wir müssen definitiv keinen Leistungsträger verkaufen«, sagte der Vorstandschef des klammen Fußball-Bundesligisten dem »kicker« im Bemühen um mehr Ruhe in und um den Verein. Jarchow trat damit Spekulationen entgegen, der HSV müsse nach Torjäger Heung-Min Son (7,5 Millionen Euro Erlös/nach Leverkusen) auch Stars wie Spielmacher Rafael van der Vaart oder Nationaltorwart René Adler veräußern. »Das ist totaler Quatsch und absolut ausgeschlossen.«

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Auch von einem kolportierten Transfer-Stopp könne keine Rede sein. »Wir haben uns Budgetziele gesetzt, die wir erreichen wollen - den Kader verkleinern, aber eben auch punktuell verstärken«, sagte er der »Hamburger Morgenpost«.

Daher muss der klamme Liga-Dino, der in drei Jahren zuletzt ein 20-Millionen-Defizit eingefahren haben soll, bis zum Ende der Transferfrist (31. August) zuerst Kader und Kosten stark reduzieren. Zum Verkauf stehen die zu teuren Edelreservisten Robert Tesche, Gojko Kacar, Marcus Berg, Michael Mancienne, Paul Scharner und Slobodan Rajkovic. Mindestens zehn Millionen Euro sollen über Ablösen und Gehaltseinsparungen eingenommen werden. Dann könnten noch Lasse Sobiech (Borussia Dortmund) und ein weiterer Stürmer kommen.

Um den Wechselwillen zu beschleunigen, haben Coach Thorsten Fink und der neue Sportchef Oliver Kreuzer drei seit Januar vergeblich auf dem Markt angebotene Profis zur U23 abkommandiert. Alle drei sind verstimmt, zwei suchen nach neuen Arbeitgebern: Stürmer Berg verhandelt mit Panathinaikos Athen, Mittelfeldmann Tesche kehrte gerade von der Jobsuche aus Spanien zurück. Was aus Kacar wird, ist offen, genau wie beim Innenverteidiger-Trio Scharner, Mancienne und Rajkovic, das weiter mit den Profis trainieren darf.

Kacar wird als Paradebeispiel angeführt, wieso der HSV finanziell in Schwierigkeiten steckt: Denn der noch mit Ex-Clubchef Bernd Hoffmann ausgehandelte Vertrag des lange verletzten Serben (drei Saisoneinsätze 2012/13) sah in diesem Sommer eine Erhöhung des Jahressalärs von 1,5 auf 1,8 Millionen Euro vor.

Über die im Raum stehenden Zahlen kann Manfred Kaltz nur den Kopf schütteln: »Es ist schon seit Jahren so, dass der Verein Schulden hat und die Spieler überbezahlt sind. Da muss man das Rad wieder zurückdrehen. Sonst wird der HSV die nächsten Jahre Probleme haben«, meinte die HSV-Legende in einem Interview bei Sport1. Und ergänzte: »Es wurden Spieler geholt und übermäßig bezahlt und dann bleibt man auf den Spielern sitzen oder man verkauft sie für kleines Geld.«

Interview Sport1