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HSV-Investor Kühne dreht Geldhahn zu

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Klaus-Michael Kühne
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Unternehmer Klaus-Michael Kühne will den HSV finanziell nicht mehr unterstützen. Foto: Axel Heimken Foto: dpa

Investor Kühne ist vom HSV enttäuscht. Mehr Geld will er nicht geben. Vorerst zieht er sich zurück. Der Milliardär beklagt «eine traurige, trostlose Entwicklung» rund um den Volkspark.


Hamburg (dpa) - HSV-Investor Klaus-Michael Kühne dreht den Geldhahn zu. Weil der Hamburger SV dessen Anteile an der Fußball-AG des Vereins nicht aufstocken will, zieht sich Kühne zurück.

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«Ich werde den Verein nicht weiter fördern, weil mein Wunsch, meine Anteile langfristig aufstocken zu können, nicht respektiert wird», zürnt der Logistik-Unternehmer in der «Sport Bild». Für den Zweitligisten hat das zunächst keine schwerwiegenden Folgen. Denn seine Anteile am Verein behält Kühne; künftige Investitionen bleiben aber aus.

Zankapfel ist die Sperrklausel von 24,9 Prozent in der Vereinssatzung des HSV. Eine Satzungsänderung lehnt der Verein ab. Kühne besitzt 20,57 Prozent und ist größter Einzelaktionär. Der HSV e.V. hält 76,19 Prozent und gibt in der AG den Ton an. Derzeit stehen noch 1,09 Prozent der Anteile zum Verkauf. Das reicht Kühne aber nicht. Er möchte «acht bis zehn, je nach Bedarf», sagt er.

Wer aber mehr als 25 Prozent besitzt, hält eine Sperrminorität in der AG, kann sein Veto einlegen und Entscheidungen blockieren. Er sei aber bereit, sich «zu verpflichten, eine etwaige Sperrminorität nicht dazu zu nutzen, um gegen den Verein zu stimmen», behauptet Kühne und beteuert, es gehe ihm ausschließlich «um die Förderung des Profifußballs». Gleichzeitig verrät er aber: «Ich kann nicht immer nur Geld geben, ohne dass es eine Gegenleistung dafür gibt.»

Der HSV kann zwar grundsätzlich Kühnes Geld gebrauchen, nicht aber dessen Querschüsse und Forderungen. «Ich gebe zu: Ich halte mit meiner Meinung in allen Lebenslagen nicht zurück», gesteht der 81-Jährige. Schon deshalb hatte der Verein vor Monaten bekannt, nicht mehr am Tropf Kühnes hängen zu wollen. «Wir müssen uns von Herrn Kühne im Kopf unabhängig machen», sagt Vorstandsvorsitzender Bernd Hoffmann. Dabei betont er aber stets, dass der Investor ein wichtiger Partner bleibe.

Kühne hat geschätzte 100 Millionen Euro in den Verein gepumpt, die - was Neuverpflichtungen betrifft - größtenteils verbrannt wurden. Dass er für seine Gaben endlich Erfolge sehen will, kann man verstehen. Der am Zürichsee lebende Fußball-Fan sieht den HSV trotz Umbruchs in der Führung kritisch. «Es gibt in jeder Branche Erfolgstypen. Beim HSV hat man diese in all den Jahren aber leider nicht gefunden», urteilt Kühne. Er bescheinigt dem HSV «eine traurige, trostlose Entwicklung - auch bei den Trainern». Der amtierende Coach Christian Titz indes erntet Lob. «Eine gute Wahl, die ich bejahe», sagt Kühne.

Die im nächsten Jahr auslaufenden Namensrechte am Volksparkstadion will er aus heutiger Sicht nicht erneut kaufen. Zunächst wartet er ab, was «Machtmensch Hoffmann» auf die Beine stellt. «Manchmal ist er mir zu machtbewusst, ein Alleinunterhalter», sagt Kühne. Dennoch versichert er: «Die Sympathie und Liebe gehört immer dem HSV.»

Kühne in "Sport Bild"