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Hubschrauber-Bergung in letzter Minute

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Vorbereitungen für den Rettungstau-Einsatz, in dessen Rahmen ein 31-jähriger Salzburger aus den Südabstürzen des Untersbergs gerettet wurde. (Foto: BRK BGL)

Berchtesgaden – Der Ausflug hätte leicht tödlich enden können. Quasi in letzter Minute rettete die Bergwacht Marktschellenberg am Samstag mithilfe des Traunsteiner Rettungshubschraubers »Christoph 14« einen 31-jährigen Salzburger, der bei hochwinterlichen Bedingungen unweit des Mittagslochs in Absturzgelände gekommen war und – bereits stark unterkühlt – per Handy einen Notruf absetzte.


Auf welcher Route der Mann zuvor den Untersberg erstiegen hatte, konnte selbst die Bergwacht nicht herausfinden. Irgendwo unweit des Scheibenkasers will der Salzburger bereits am frühen Morgen auf den Berg geklettert sein. Das schaffte er zwar, doch hatte der Mann die winterlichen Bedingungen inklusive Lawinengefahr im hochalpinen Gelände stark unterschätzt. Weil der Abenteurer ständig bis zur Brust einsank und nur langsam vorwärts kam, wurde aus der geplanten Bergtour eine Art winterliche Expedition, bei der der Bergsteiger allmählich an seine körperlichen Grenzen gelangte.

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Irgendwie muss er es schließlich doch bis zum Stöhrhaus geschafft haben. Dann aber verzettelte sich der Abenteurer total, als er nicht etwa über den Stöhrweg, sondern irgendwo querfeldein auf der steilen Südseite des Berges den Abstieg antrat. Sein Ziel war es, querend wieder den Scheibenkaser und schließlich das Tal zu erreichen.

Irgendwann erkannte der Österreicher die Aussichtslosigkeit seiner Unternehmung und entschloss sich, per Handy einen Notruf abzusetzen. Zu diesem Zeitpunkt saß er auf einem kleinen Felsköpfl etwa zwischen Mittagsloch und der Seilbahnstation auf dem Untersberg. »Es handelt sich dort um gefährliches Absturzgelände«, so ein Bergwachtmann, der bei der Bergung dabei war.

Bis man den Mann dort ausfindig gemacht hatte, verging allerdings noch einige Zeit. Denn trotz ständiger Telefonverbindung mit der Suchmannschaft konnte er seinen Standort nicht genau angeben. Als man den Salzburger schließlich in seiner misslichen Lage entdeckt hatte, holte ihn die Bergwacht mithilfe des Rettungshubschraubers am Rettungstau aus dem Steilgelände. Dass der Mann bereits stark unterkühlt war, zeigte wenig später eine Körpertemperaturmessung, die nur 33 Grad ergab. Der Salzburger wurde daraufhin in die Kreisklinik Berchtesgaden eingewiesen. UK