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Humoristische Lesung mit Lachgarantie

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Für lustige Stimmung sorgten Robert Gapp (links) aus Bergen und Siegi Götze aus Marquartstein in der Grassauer Bücherei. Auch ohne Maskerade wurde hier herzlich gelacht. (Foto: T. Eder)

Im Fasching darf gelacht werden. Doch muss dies nicht unbedingt auf einem Faschingsball geschehen, wie in der Grassauer Bücherei eindrucksvoll bewiesen wurde. Siegi Götze und Robert Gapp aus Bergen amüsierten bei einer humoristischen Lesung mit lustigen Geschichten.


Der kleine Büchereisaal war bis zum letzten Platz gefüllt. Mit dem Angebot, statt Faschingsgaudi eine humoristische Lesung anzubieten, hat das Büchereiteam voll ins Schwarze getroffen. Mit großer Begeisterung wurde den Geschichten von Robert Gapp gelauscht. Der pensionierte Lehrer erzählte aus seiner Kindheit als Wirtssohn und berichtete von vielen Lausbubengeschichten. Er erinnerte sich an die Zeit, als ihn die Stammtischbrüder zum Kramer um ein Päckchen »Ibidumm« schickten und letztlich die raffinierten Burschen profitierten.

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Wie früher in Bergen ein Zahnarztbesuch vonstatten ging, beschrieb er ebenfalls. Während der Patient nur sehr ungern zum »Fotzenspangler« ging und dort auf die narkotisierende Wirkung der Spitze wartete, ließ sich der Dentist ein paar Bierchen im Wirtsgarten schmecken. Dass die Behandlung anschließend nicht schmerzfrei blieb, war abzusehen.

Herzlich lachen mussten die Zuhörer, als Gapp von einer besonderen Leichenprozession berichtete. Da hatte einer der Wirtshausbrüder ordentlich über den Durst getrunken. Seine Kameraden schließlich wollten den fast Bewusstlosen nach Hause bringen. Sie legten ihn auf den Tisch und in einer lauten Prozession wurde der Betrunkene nach Hause geleitet. Bei der Beschreibung der Prozession bogen sich die Zuhörer vor Lachen und konnten sich diese komische Situation lebhaft vorstellen. Schließlich bot Gapp noch eine Fortsetzung des »Münchner im Himmel« und zeigte auf, was passieren muss, damit sich der Briefzusteller im Himmel auch wohlfühlt.

Natürlich hatte auch Siegi Götze wieder einige lustige Geschichten im Gepäck. Unter der Rubrik »Sie und Er« nahm er das Zwischenmenschliche gehörig aufs Korn. Doch mit der Geschichte »Willkommen im Spiegelsaal« von Toni Lauerer strapazierte er die Lachmuskeln bis zum Äußersten. Ohne es vorab zu wissen, macht Frau für den Mann einen Termin zur Darmspiegelung. Mit viel Humor wird dann beschrieben, wie sich Mann auf diese Untersuchung vorbereitet und welche Ausflüchte er sucht, sich dieser zu widersetzen.

Doch wenn Frau darauf besteht, hat Mann keine Chance und so findet sich der Mann, der zunächst das Hemd mit dem Schlitz an der falschen Front trägt, im Spiegelsaal zur Darmspiegelung wieder. Fast möchte man schon Mitleid mit dem armen Mann haben. Doch letztlich wartet er immer noch auf die Darmspiegelung, obwohl schon alles vorbei ist und er von der eigentlichen Untersuchung gar nichts mitbekommen hat. Die Zeit davor wurde in feinstem, facettenreichen Bairisch beschrieben und Götze gelang es auch, das Publikum in Bann zuziehen. Mit einer kleinen bayrischen Brotzeit klang der lustige Abend schließlich aus. Tamara Eder