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Huntelaar lässt Oranje jubeln - Mexiko trauert nach Aus

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Matchwinner
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Klaas-Jan Huntelaar (l) dreht nach seinem Elfmetertor jubelnd ab, Dirk Kuijt versucht dem Matchwinner zu folgen. Foto: Georgi Licovski Foto: dpa
Geschlagen
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Mexikos Keeper Guillermo Ochoa war gegen Huntelaars Strafstoß machtlos. Foto: Vassil Donev Foto: dpa
Elfmeter
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Rafael Marquez (r) trifft Robben und der Elfmeterpfiff ertönt. Foto: Koen van Weel Foto: dpa
Ausgleich
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Wesley Sneijder (r) bejubelt seinen 1:1-Treffer in der Schlussphase. Foto: Georgi Licovski Foto: dpa
Emotionen
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Zurück im Spiel: Sneijder (l-r), Memphis Depay und Huntelaar lassen ihren Emotionen nach dem 1:1 freien lauf. Foto: Kamil Krzaczynski Foto: dpa
Führung
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Giovani Dos Santos hat Mexiko vorübergehend ins Glück geschossen. Foto: Sergey Dolzhenko Foto: dpa
Tor
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Dos Santos hat getroffen und Torwart Jaspar Cillessen muss den Ball aus dem Netz holen. Foto: Vassil Donev Foto: dpa
Kontrolle
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Mexikos Keeper Guillermo Ochoa behält im Strafraum die Oberhand. Foto: Vassil Donev Foto: dpa
Abkühlung
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Auch die Schiedsrichter kühlen sich in der Trinkpause ab. Foto: Vassil Donev Foto: dpa
Verletzt
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Der Mexikaner Hector Moreno wird kurz vor der Pause vom Platz getragen. Foto: Sergey Dolzhenko Foto: dpa
Gestürzt
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Arjen Robben findet sich am Boden wieder. Foto: Kamil Krzaczynski Foto: dpa

Fortaleza (dpa) - Von der Toilette zum Matchwinner beim Viertelfinal-Einzug: Drei Spiele lang wartete Klaas-Jan Huntelaar vergeblich auf einen WM-Einsatz in Brasilien, und dann musste er sich vor seiner Einwechslung erst noch schnell erleichtern.


«Wir sollten so viel trinken, und ich musste noch mal pinkeln», sagte der Siegtorschütze der Niederlande nach dem 2:1 (0:1)-Sieg gegen Mexiko. Nach einem Foul an Arjen Robben entschied der Strafstoß des Schalkers in der vierten Minute der Nachspielzeit das Hitzeduell vor 58 817 Zuschauern im Estadio Castelao von Fortaleza. Erst in der 88. Minute war Wesley Sneijder in seinem 15. Spiel bei einer Endrunde das 1:1 gelungen.

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«Die Spieler haben gezeigt, dass sie bis zum Schluss den Glauben hatten. Sonst schaffst Du das nicht», sagte Bondscoach Louis van Gaal, der beim Einwechseln wieder einmal eine glückliche Hand bewies. In Huntelaar brachte er im dritten Spiel nacheinander den entscheidenden Mann von der Bank. «Das ist es, worauf du wartest. Da träumst du von, wenn du so spät noch reinkommst. Dass es dann noch klappt, ist einfach fantastisch», sagte der Siegtorschütze, der Mexikos überragendem Keeper Guillermo Ochoa keine Chance ließ. «Arjen hatte den Ball erst und fragte, ob ich ihn schießen will. Und dann hatte ich ihn. Es war ein purer Adrenalinkick. Die beste Droge, die es gibt», gestand Huntelaar.

«Das ist wieder unglaublich. Das war aber verdammt schwer. Wir müssen nun weitermachen wie bisher. Wir sind gut, ich glaube an uns», sagte Robin van Persie mit Blick auf die Partie gegen Costa Rica. Der Torjäger hatte eine Viertelstunde vor Schluss für Huntelaar seinen Platz geräumt.

Derweil haderten die Mexikaner, die ihre erste Viertelfinal-Teilnahme seit 1986 dicht vor Augen hatten, mit ihrem Schicksal. «Das Ergebnis ist ungerecht. Bei einer WM läuft es immer gegen Mexiko», lamentierte Trainer Miguel Herrera. Giovani dos Santos (48.) schien der «Tri» mit seinem Treffer in der 48. Minute den Weg zum größten Erfolg seit 28 Jahren geebnet zu haben. Nach der Entscheidung sanken die Spieler tief enttäuscht und entkräftet zu Boden.

Aus der Heimat spendete sogar der Präsident Trost: Enrique Peña Nieto munterte das Team via Twitter auf. «Danke mexikanische Nationalelf für die Hingabe und für das unermüdliche Kämpfen. Danke Trainer Miguel Herrera. Euer Land wird nicht aufhören, an euch zu glauben», schrieb der Staatschef unmittelbar nach dem Spiel.

Bei Temperaturen weit jenseits der 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit waren vor allem die Niederlande lange Zeit darauf bedacht, kein zu hohes Tempo anzuschlagen. Doch der Rückstand brachte die bis dahin torhungrigste Mannschaft des Turniers mächtig auf Trab. Robben scheiterte in der 74. Minute am glänzend reagierenden Ochoa, der zuvor auch einen Schuss von Stefan de Vrij aus vier Metern Entfernung entschärft hatte (57.).

Die besser mit den klimatischen Bedingungen vertrauten Mexikaner gingen ein deutlich höheres Risiko und verbuchten auch die ersten Chancen des Spiels durch Hector Herrera (17.) und Carlos Salcido (24.). Beide Teams waren dankbar, als der portugiesische Schiedsrichter Pedro Proença nach gut einer halben Stunde Spielzeit zur offiziellen Trinkpause bat. Die kurze Unterbrechung änderte nichts am Verlauf der Partie, in der beide weiter darauf ausgerichtet waren, bloß keinen Fehler zu machen. Drei Minuten vor der Pause verpasste dos Santos aus spitzem Winkel die nächste Gelegenheit zur verdienten Führung für die «Tri».

Drei Minuten nach dem Seitenwechsel holte dos Santos das Versäumte nach. Der Olympiasieger schüttelte im Laufduell zwei Niederländer ab und zog aus 22 Metern ab - Jaspar Cillessen reagierte zu spät und bekam den tückischen Aufsetzer nicht mehr zu packen. Erst in Rückstand liegend gaben die Niederländer ihre vorsichtige Spielweise auf und erhöhten das Tempo. Während van Gaal weiter ruhig auf der Bank saß, tigerte Mexikos Coach Herrera angesichts des zunehmenden Drucks der Oranje-Elf nervös am Spielfeldrand auf und ab. Und in der Schlussphase schlugen die Niederländer tatsächlich noch zweimal zu.