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»I draam a bisserl vor mi hi …«

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Hermann Huber (von links, Harmonika), Zoltan Laluska (Geige), Eva Fenninger (Harfe) und Ingo Nagel (Kontrabass) boten ein Konzert der Extraklasse. (Foto: Heel)

Einen spannenden Mix aus traditioneller und moderner, schwungvoller und feinfühliger (Volks)Musik präsentierten »Die Salonboarischen« bei ihrem Auftritt in der fast ausverkauften Traunsteiner Kulturfabrik NUTS, wo sie mit »Ois Chicago« ihr zweites Album vorstellten. Musik, bei der vom Landler bis zum Tango, vom Musettewalzer bis zum New Orleans Jazz, von Filmmelodien bis zum Czardas, alles drin war, was sich ein Publikum nur wünschen kann, stilsicher arrangiert und virtuos gespielt.


Angeführt wurde das Quartett von Hermann Huber (steirische Harmonika, Klarinette), geboren 1961 in Ainring, der bereits mit drei Jahren seinen ersten Musikunterricht auf der Ziehharmonika seines Vaters erhielt. Inzwischen ist er seit gut 30 Jahren als Ziehharmonikaspieler und Klarinettist im bayerisch-österreichischen Alpenraum unterwegs und wurde zwei Mal Weltmeister auf der steirischen Harmonika. Aktuell arbeitet er als Musiklehrer an der Musikschule Inzell, auf seine Initiative hin entstand das Quartett »fesch&resch«, die Vorgänger der »Salonboarischen«.

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Kongenial begleitet wurde Hermann Huber dabei von drei Spitzenmusikern mit recht unterschiedlichem Werdegang. So erhielt Eva Fenninger (Harfe, Gesang), die aus Kirchstein kommt, ihren ersten Musikunterricht mit 5 Jahren auf der Blockflöte. Dann folgten Hackbrett und Harfe. Nach einer Ausbildung zur Krankenschwester machte sie ihr Hobby zum Beruf und absolvierte die Berufsfachschule für Musik in Altötting mit dem Hauptfach Harfe. Zurzeit studiert sie am Mozarteum in Salzburg IGP Hackbrett.

Zoltan Laluska (Geige, Gesang) wurde in Ungarn geboren. Im Alter von acht Jahren begann er mit dem Geigenspiel, ab 1994 studierte er an der Béla Bartók Spezial Mittelschule für Musik in Budapest. Als junger Solist trat er in Ungarn, Holland, Spanien sowie später in Jordanien und in Österreich auf. Er war Mitglied des Mozart Quartett Salzburg und spielte regelmäßig mit dem European Union Chamber Orchestra sowie mit den Salzburg Chamber Solists. Derzeit ist er Konzertmeister des Johann Strauß Orchesters Salzburg und spielt bei vielen Konzertveranstaltungen in ganz Europa.

Ingo Nagel (Kontrabass, Geräusche) startete seine musikalische Karriere als Heavy Metal Bassist in München. Nach dem Studium der Musikwissenschaften in München kam er zum Kontrabassstudium nach Salzburg, im Anschluss an das Konzertdiplom spielte er bei der Bad Reichenhaller Philharmonie und ist nun als freischaffender Musiker bei den »Salonboarischen« dabei. Daneben komponiert er Theatermusik und Opern und beschäftigt sich darüber hinaus mit Musikethnologie.

Bestens aufeinander eingespielt und sich trotz aller Konzentration sympathisch locker gebend, »ois Chicago« eben, legten sie mit der zünftigen »Ganghofer-Polka« los, einer Komposition von Johann Wittig aus Leutasch/Tirol. Gefolgt von einem schwungvollen Musettewalzer und dem jazzigen »Manhattan Rag«, eigentlich eine Komposition für Klarinetten von Heinz Both, die entsprechend umgearbeitet wurde. Ebenso munter und spielfreudig ging es weiter, etwa mit dem Stück »Almsommer«, ihrer überaus trefflichen Musik zu einem Imagefilm der Berchtesgadener Tourismus Gesellschaft. Oder mit einem flotten Potpourri ungarischer Tanzweisen, von Zoltan Laluskas furiosem Geigenspiel angefeuert.

Eine echte Entdeckung (und für mich der Höhepunkt des Abends) war schließlich »Walking In The Air«, das perfekt ausgeformte, verträumt-romantische Musikthema aus dem britischen Animationsfilm »Der Schneemann«. Und verträumt gab sich auch Eva Fenninger, die als Sängerin mit »I draam a bisserl vor mi hi« eine beeindruckende, selbst getextete Version von »Dream A Litte Dream Of Me« präsentierte.

Zum Abschluss ihres Auftritts boten die »Salonboarischen« mit »Massl g’habt/Masel tov« dann noch eines der ersten Stücke, die sie für sich gefunden und ausgearbeitet haben. Kurzum: Ein absolut großartiges Konzert, das mit stürmischem Beifall belohnt wurde. Wolfgang Schweiger

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