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»Ich bin zweiradfixiert«

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Zieht die Blicke auf sich: Chiara Aichele auf ihrer Honda 400. (Foto: privat)

Berchtesgaden – Aus feministischer Sicht ist der heute beginnende »Edelweiß Bergpreis« eine Katastrophe. Für Motorradliebhaber auch. Denn bei der ansonsten hochkarätigen, europaweit bekannten Oldtimer-Veranstaltung starten gerade mal neun Frauen. Dafür aber 190 Männer.


Außerdem sind unter den rund 200 Teilnehmer-Fahrzeugen nur etwa 15 Motorräder. Wie gut, dass es Chiara Aichele gibt. Denn die junge Stuttgarterin fällt in vielerlei Hinsicht aus dem Rahmen. Der »Berchtesgadener Anzeiger« hat mit der quirligen Schwäbin gesprochen.

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Grüß Gott, Frau Aichele.

Chiara Aichele (fröhlich): Hallöchen.

Sie sind die Tochter des Porsche-Gurus Tobias Aichele. Wie haben Sie ausgerechnet den Motorradsport für sich entdeckt?

Aichele: Mein Papa steht auch voll auf Motorräder. Seit drei Jahren nehme ich mit ihm an Rennen und Veranstaltungen teil. Ich habe Benzin im Blut. Papa sagt immer, ich bin der Sohn, den er nie hatte.

Mit welcher Maschine nehmen Sie am »Edelweiß Bergpreis« teil?

Aichele: Mit einer Honda 400 Four aus dem Jahr 1977. Sie leistet aus vier Zylindern und 400 Kubikzentimetern Hubraum 43 PS.

Wem gehört das Teil?

Aichele (überlegt): Also, eigentlich gehört sie meinem Papa. Aber ich fahre sie immer (lacht). Dann gehört sie irgendwie mir.

Was machen Sie so, wenn Sie gerade nicht auf dem Bike sitzen?

Aichele: Ich mache eine Ausbildung zur Mode-Designerin. Außerdem helfe ich meinem Vater, der als Berater in der Oldtimer-Szene arbeitet, bei seinen Social-Media-Auftritten. Und: Ich schraube gerne an Vespas herum.

Mögen Sie auch Autos oder nur Motorräder?

Aichele: Ach, Autos finde ich nicht so toll. Gerade, wenn man in einer Großstadt wohnt, kann man mit Autos nichts anfangen. Da fahre ich lieber zu Bike-Events. Ich gebe zu: Ich bin zweiradfixiert.

Haben Sie ein Team in Berchtesgaden dabei?

Aichele: Nein, das hat leider nicht geklappt. Mein Freund und ich sind alleine. Mist, wenn was kaputt geht, muss ich es selber reparieren (lacht).

Christian Fischer