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»Ich denke, sie ist sehr motiviert«

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Skeleton-Bundestrainer Jens Müller setzt vor allem auf Anja Huber, die heute am Königssee an den Start gehen wird. Foto: BSD

Schönau am Königssee - Die deutschen Skeletonsportler starten heute Freitag und morgen Samstag beim Weltcup am Königssee mit großen Hoffnungen. Für die Damen um Lokalmatadorin Anja Huber geht es heute ab 17.15 Uhr um Weltcuppunkte. Die Männer starten dann morgen Samstag ab 10.00 Uhr zu ihren Weltcup-Läufen. Jens Müller, selbst 1988 im kanadischen Calgary Olympiasieger im Rennrodeln, ist der Cheftrainer der deutschen Skeletonis. Der »Anzeiger« hat ihn gefragt, welche Chancen er seinen Fahrern drei Wochen vor den Weltmeisterschaften in St. Moritz einräumt und was er am Königssee erwartet.


Herr Müller, was sind denn so die Besonderheiten hier am Königssee?

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Jens Müller: Ich komme immer gerne ins Berchtesgadener Land und hoffe, dass uns wieder viele Zuschauer anfeuern werden und eine gute Stimmung herrscht zu den Weltcup-Läufen am Freitag und Samstag. Am Freitag, wenn Lokalmatadorin Anja Huber startet, ist ja sogar der Eintritt an die Rennstrecke kostenlos. Da hoffe ich, dass viele Fans und Zuschauer kommen. Zu den Besonderheiten der Bahn am Königssee gehört die lange Gerade. Man muss hier sehr genau die Ausfahrt aus dem S 4 treffen, das ist nicht leicht und sehr entscheidend über die Geschwindigkeit, die man mitnimmt in den Kreisel und weiter. Als weitere Schlüsselstellen sind die Ausfahrt Kreisel und das Labyrinth zu sehen. Hier wird oftmals über Sieg und Niederlage entschieden.

Sind Sie nach den Trainingsfahrten bisher zufrieden mit den gezeigten Leistungen?

Müller: Als Trainer ist man natürlich nie zufrieden. Die Bahn steht nach dem Rennrodel-Weltcup bisher noch sehr rund, man könnte fast sagen einfach. Das wird sich vermutlich durch die vielen Bob-Abfahrten noch etwas ändern. Doch für uns wird es in erster Linie darauf ankommen, dass wir am Start gut dabei sind.

Was ist mit Anja Huber? Sie ist bisher noch nicht so stark gefahren wie gewohnt. Was können wir auf der Hausbahn von ihr erwarten?

Müller: Mit Anjas Leistungen bin ich sehr zufrieden. Ich denke, sie ist für Königssee sehr motiviert und hat eine gute Form und im Training bereits sehr schnelle Läufe gezeigt. Da können wir uns sicher auf ein spannendes Weltcuprennen freuen, in dem Anja ein gehöriges Wörtchen mitreden kann.«

Was erwarten Sie sonst so von Ihrem Team?

Müller: Ich bin auf mein Team insgesamt sehr stolz. Wir sind eine sehr gemischte Gruppe aus sehr jungen und bereits erfahrenen Sportlern und Sportlerinnen und bereichern uns gegenseitig. Es macht Spaß, mit diesem Team zu arbeiten.

Frank Rommel war der Einzige, der in der vergangenen Saison Weltmeister und Gesamtweltcupsieger Martins Dukurs schlagen konnte - und das ausgerechnet am Königssee. Ist das wieder drin?

Müller: Martins Dukurs ist der konstanteste und kompakteste Fahrer. Er wurde 2011 Weltmeister am Königssee. Letztes Jahr hat nicht Frank Rommel den Martins Dukurs bezwungen, sondern die Königsseer Bahn hat Dukurs bezwungen. Da muss man schon ehrlich bleiben. Nur wenn es unseren Männern gelingt, am Start auf ein Zehntel an Dukurs heranzukommen und konstant zu fahren, dann sind wir in der Lage, Martins auch zu schlagen. Hier muss man schon ganz realistisch bleiben.