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»Ich war ein schwerer Fall« – Peter Ramsauer feiert 65. Geburtstag

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Peter Ramsauer wird am Sonntag (10. Februar 2019) 65 Jahre alt
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Der Traunwalchner Bundestagsabgeordnete Dr. Peter Ramsauer feiert am Sonntag seinen 65. Geburtstag. Seit fast 28 Jahren sitzt der CSU-Politiker im Bundestag. Um abzuschalten, greift er in letzter Zeit öfter in die Tasten des Konzertflügels in seinem Wohnzimmer. (Foto: Rasch)

Traunreut – An seine Geburt 1954 in der bayerischen Landeshauptstadt kann sich der Traunwalchner Bundestagsabgeordnete Dr. Peter Ramsauer natürlich nicht erinnern. Aus den Erzählungen seiner Eltern weiß er aber: »Ich war ein schwerer Fall und bin aus rein medizintechnischen Gründen in München geboren.« Aufgewachsen ist der Sohn von Maria und Benjamin Ramsauer in Traunwalchen, wo er auch heute noch mit seiner Familie wohnt. Diesen Sonntag wird er 65 Jahre alt.


Die Freude im Dorf war damals groß, als der acht Pfund schwere Bub am 10. Februar endlich da war. »Mein Vater hat das ganze Wirtshaus freigehalten«, erzählt der CSU-Politiker im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Der kleine Peter entwickelte sich prächtig: »Ich war als Kind ziemlich mollig.« Seine Kindheit verbrachte er mit seiner jüngeren Schwester Anneliese in der Talmühle, die sich seit 475 Jahren im Familienbesitz befindet. 1966 ereilte die Familie ein schwerer Schicksalsschlag. Der Vater starb mit nur 54 Jahren. Seine Mutter Maria, die 2011 mit 90 Jahren verstorben ist, führte die Talmühle weiter, die später in den »Gewerbepark Talmühle« umgewandelt wurde.

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Die ersten Jahre seiner Schulzeit verbrachte Peter Ramsauer an der Volksschule Traunwalchen (heute Carl-Orff-Grundschule) ehe er 1964 an das Gymnasium in Marquartstein wechselte und dort 1973 Abitur machte. Er studierte an der Ludwig-Maximilian-Universität München Betriebswirtschaftslehre und promovierte 1985 zum Doktor der Staatswissenschaften. Als Sohn einer Müllerfamilie erlernte er nebenbei auch das Müllerhandwerk und legte darin 1980 die Meisterprüfung ab. Ramsauer ist mit seiner Frau Susanne verheiratet und hat vier erwachsene Töchter.

Ramsauers Weg in die Politik

Die Politik war schon in jungen Jahren ein Steckenpferd von Peter Ramsauer. Er war Mitbegründer der Schülerunion Bayern und trat 1973 in die CSU ein. Die Worte seiner Mutter, als er Mitte der 1970er Jahre den JU-Verband gründete (»Um Gottes Willen Peter, du wirst doch kein Politiker werden«) werde er nie vergessen, sagt Ramsauer. Ab diesem Zeitpunkt ging seine politische Karriere stetig nach oben: Er war Vorsitzender des JU-Kreisverbands Traunstein und stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Union Bayern. Von 1985 bis 1991 führte er den CSU-Ortsverband Traunreut, war Mitglied im Kreistag Traunstein.

1990 wurde er als Direktkandidat seines Wahlkreises in den Bundestag gewählt. Vom Parlamentarischen Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag über den Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe und stellvertretenden CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden schaffte er es bis zum Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung im Jahr 2009. Nach vier Jahren verlor er sein Ministeramt an seinen Parteifreund Alexander Dobrindt.

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Vier Jahre war er Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung: Unser Bild zeigt Peter Ramsauer bei seiner Vereidigung im Oktober 2009 durch Bundestagspräsident Norbert Lammert.

Als jetzt wieder »normaler« Abgeordneter und unter anderem Vorsitzender des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ist es für Peter Ramsauer in Berlin etwas ruhiger geworden. »Du musst nicht mehr über jedes Stöckchen springen, das dir hingehalten wird.«

Eigentlich hätte er jetzt das Rentenalter erreicht, doch davon will Ramsauer nichts wissen. Mit Nachdruck, betont er, nach wie vor beharrlich seinem Wahlkreis Traunstein/Berchtesgadener Land, dem »schönsten Wahlkreis Deutschlands«, zu dienen. »Das werde ich mit ganzer Kraft und Freude tun, solange das Echo so positiv ist.« Die Veranstaltungen in seinem Wahlkreis empfinde er weniger als Druck, sondern vielmehr als Erholung. An den Wochenenden im Bierzelt freue er sich über das erste und dritte Hendl, was sich offensichtlich nicht auf seine Figur auswirkt. Er ist nach wie vor schlank und zeigt sich in bester körperlicher Verfassung. »Ich bin tiptop beieinander«, bestätigt er. Wichtig sei es, dauernd geistig und körperlich in Bewegung zu sein.

Wohltuend auf seinen Geist und seine Seele wirkt sich auch das Klavier spielen aus, das er bereits als Kind gelernt hat. »Ich spiele jetzt wieder mehr.« Gesagt getan, greift er in die Tasten seines Konzertflügels in seinem Wohnzimmer und beweist, dass er es noch kann.

Auf die Frage, wie zufrieden er mit der aktuellen Landespolitik ist, äußerte er sich klar und deutlich: »Ich bin absolut zufrieden. Die Ära Seehofer war vorbei. Mit Markus Söder konnte die bestmöglichste Lösung unter den gegebenen Umständen erreicht und damit Ruhe und klare Verhältnisse in der CSU und Staatsregierung geschaffen werden.«

Viel Zeit, um ausgelassen zu feiern, bleibt Peter Ramsauer an seinem 65. Geburtstag nicht. »Am Montag heißt es um 4.30 Uhr aufstehen, um den Flieger um 7.45 Uhr nach Berlin zu kriegen. Eine kleine Feier wird es aber trotzdem geben.« Er werde im kleinen Kreis bei einem schönen Abendessen feiern, verriet er. ga