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IG Metall will mehr Geld und «mehr Zeit» für Beschäftigte

München (dpa/lby) - Bayerns IG Metall bringt sich für die bevorstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie in Position. Am Donnerstag beriet die Tarifkommission der Gewerkschaft über ihre Forderungen, die neben einer Entgelterhöhung auch die Möglichkeit enthalten soll, die Arbeitszeit vorübergehend zu reduzieren. Wer das tut, um Kinder zu erziehen und Angehörige zu pflegen, solle einen Entgeltzuschuss als finanziellen Ausgleich erhalten, erklärte Bayerns IG-Metall-Bezirkschef Jürgen Wechsler. Die wirtschaftliche Lage sei besser als im Vorjahr. Das müsse sich auch im Geldbeutel der Beschäftigten bemerkbar machen. «Und die Beschäftigten wünschen sich, über ihre Arbeitszeiten selbst mehr mitzubestimmen.»

IG Metall
Eine Fahne der IG Metall weht. Foto: Bernd Wüstneck/Archiv Foto: dpanitf3

Kritik an den Äußerungen kam von den Arbeitgebern. Die 35-Stunden-Woche solle Anker für die Beschäftigten der Branche bleiben, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberbandes vbm, Bertram Brossardt. «Daneben gibt es bereits eine Vielzahl gesetzlicher und betrieblicher Regelungen für eine Absenkung der Arbeitszeit, um die individuellen Bedürfnisse der Beschäftigten abzubilden.» Den von der Gewerkschaft geforderten Entgeltzuschuss lehne man strikt ab. «Eine kollektive Umverteilung, etwa durch Entgeltausgleich, ist nicht leistungsgerecht und bedeutet, dass alle Beschäftigten die Freizeitwünsche einzelner mitbezahlen.»

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Die Gewerkschaft will jetzt in den Betrieben und regionalen Gremien die Themen Entgelt und Arbeitszeit diskutieren und Forderungsvorschläge sammeln. Am 24. Oktober will die Tarifkommission die bayerische Forderung für die Tarifrunde beschließen. Mitte November steht dann die erste Verhandlungsrunde an.