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IKEK-Flächenmanager kümmert sich um Einzelhandel

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Die Bilder der Baustelle am Schwimmbad zeigen einen Blick auf die Umbauarbeiten im Siegsdorfer Freibad. (Foto: Krammer)

Siegsdorf – Der von den Gemeinden Inzell, Ruhpolding und Siegsdorf im Rahmen der Interkommunalen Zusammenarbeit (IKEK) für zwei Jahre eingestellte Flächenmanager Sven Kriesche stellte sich und seine Arbeit dem Gemeinderat Siegsdorf vor.


In seiner Präsentation betonte er, Ziel sei es gewesen, als erstes mit »vielen Leuten« zu reden und die Hauptursache für seine Verpflichtung, den »Leerstand im Einzelhandel«, zu erfassen und zu ergründen. Corona habe dies jedoch verhindert und so setzte Kriesche zuerst mit dem »Digitalen Einkaufsdorf« ein weiteres geplantes Projekt als Schwerpunkt auf seine Agenda. Damit sollen alle Gewerbetreibenden eines Ortes zusammengefasst und als »Ganzes« präsentiert werden, um über eine »digitale Einkaufsmeile« alle Dienstleistungen und Produkte sowie ihre Standorte zu bündeln und zu präsentieren.

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Eine solche Nutzung wäre bisher einmalig in Bayern und man hätte mit einem funktionierenden Portal ein Alleinstellungsmerkmal im digitalen Netz des Chiemgaus. Zudem könnte das gemeinsame Auftreten die Aufmerksamkeit der potenziellen Kunden erhöhen. Trotz vieler Telefonate und Schreiben gab es auf die Einrichtung anfangs aber nur schleppende Resonanz, und auch seine Angebote auf Unterstützung bei der Gestaltung des Angebots fanden nur wenig Rückmeldung. Hervorzuheben sei aber das positive Feedback der Vermieter, betonte Kriesche, und berichtete von seiner Arbeit, die ihn nach dem Corona-Lockdown auch mit Außendienstgängen, Vorstellungen bei Gemeinderäten und Vermietern sowie der Entwicklung des »Ruhpoldinger Sesshaft-Bankerls« beschäftigte.

Speziell in Siegsdorf sei er bereits mehrmals in die Arbeit des Gewerbeverbunds und die Entwicklung der »Neuen Mitte« eingebunden worden. Hier seien bereits über 50 Partner integriert, freute sich Kriesche, betonte aber: »Das Tempo muss bei der Gestaltung der Inhalte erhöht werden, nur kreative und schnelle Weiterarbeit sichern uns die Aufmerksamkeit der Kunden.« Als nächsten Schritt möchte er die Kommunikation mit den Gemeinden verstärken und an der Einbindung des Tourismus' arbeiten.

Viele Fragen zum Thema kamen aus dem Gremium, nur die wenigsten Ratsmitglieder hatten bisher Kontakte mit dem »Digitalen Einkaufsdorf« gehabt. »Seit wann gibt es das Angebot? Was hat der Kunde davon? Wie steht es generell um den Einzelhandel und die Leerstände?«, lauteten einige Fragen. In den sechs Wochen seit Beginn des Auftritts wurden bereits wichtige Zwischenschritte getätigt, entscheidend sei ein qualitativ hochwertiges, auf Bio ausgerichtetes Angebot des Einzelhandels, betonte er und verwies auf ein bereits von der Gemeinde in Auftrag gegebenes »Einzelhandels-Konzept«.

Dr. Jürgen Leikert (CSU) lobte Kriesche für seine Arbeit, hob die effektive Unterstützung heraus und regte an, den Flächenmanager bei Bedarf auch in den Ortsentwicklungsausschuss einzubinden. Klaus Gimpl (CSU) schloss sich dem Lob an und forderte Kriesche auf, den Tourismus noch besser zu integrieren. Nach seiner Meinung kann das System aber nur sinnvoll sein, wenn die Nutzer ihre Angebote auch aktuell halten und pflegen.

Sepp Bauer (CSU) hoffte auf eine Verbesserung und Erweiterung auch für den »Online-Einkauf« und Ludwig Geisreiter (UW) fragte, ob auch das Thema »Job und Ausbildung« eingebunden werden könnte. Kriesche meinte dazu, das System hätte Dutzende Möglichkeiten der Nutzung und ging abschließend auf seine weiteren Aufgaben etwa mit dem schnellen Füllen der »Digitalen Einkaufsdörfer«, der Begleitung einer Vermarktungsidee in Ruhpolding, der Unterstützung bei der Ansiedlung von Drogeriemärkten in Siegsdorf und Ruhpolding oder einer besseren Außendarstellung der drei Orte ein.

Mit der Zusage einer weiterhin bestmöglichen Unterstützung dankte Bürgermeister Thomas Kamm dem Referenten und informierte dann über die Besucherzahlen und die umfangreichen Corona-Maßnahmen beim Betrieb des Schwimmbads, in dem Anfang September bereits mit der Sanierung begonnen wurde.

Eine »sehr reduzierte Nutzungszeit« vom 8. Juni bis zum 30. August wurde von knapp 14 000 Besuchern in Anspruch genommen, informierte er und lobte das »robuste Team«, das unter den erschwerten Bedingungen an den 79 Tagen hervorragend mit der Situation und auch mancher Kritik umgegangen sei.

Auf die Frage von Andreas Scheck (UW) zum Verhältnis von Einnahmen und Ausgaben gegenüber den Vorjahren verwies Kamm auf die noch nicht abgeschlossenen Verbrauchsdaten.

»Trotz der kurzen Öffnungsdauer müssen wir durch die erschwerten Bedingungen zur Besucherlenkung und Hygiene mit den vollen Personalkosten rechnen«, befürchtete Kamm und verwies auch auf die Mitarbeit des Personals bei den Abbruch- und Umbauarbeiten während der nächsten Monate. FK