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Im August beginnt die Pflanzzeit für Blumenzwiebeln

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Lavendel sollte zweimal im Jahr geschnitten werden. Jetzt, nach der Blüte, erfolgt in der Regel der zweite Schnitt.

Hitze in der ersten Monatshälfte und kühlere Nächte ab Mariä Himmelfahrt, so ist laut Kreisfachberater Markus Breier der typische August. Nachfolgend gibt er einige Tipps für die Gartenarbeit. Heute geht es um das Thema Blumen, Bäume und Sträucher. Breier ist bei Fragen rund um den Garten unter der Telefonnummer 0861/58-385 erreichbar.


Die ersten Sorten bei Phlox, Sonnenbraut und anderen Sommerstauden blühen ab. »Wer gleich die Blütenstände abschneidet, verhindert das Aussamen und regt zur Nachblüte an«, sagt Breier. »Bei den jetzt blühenden Sorten machen wir es in ein paar Wochen.«

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Um dichte, buschige und langlebige Lavendel zu erziehen, sollte Lavendel zweimal im Jahr geschnitten werden. »Nach dem Frühjahrsschnitt erfolgt jetzt nach der Blüte der zweite. Ruhig kräftig und tief, der jährliche Zuwachs sollte eher gering sein.« Wer die Blüten nutzen will, hat sie früher geschnitten. Neben dem klassischen Duftsackerl sind Lavendelblüten vielseitig verwendbar, zum Beispiel in Tee oder beim Backen.

Wer seine schönsten Geranien nicht im Kasten oder als große Pflanze überwintern kann, nimmt jetzt im August Stecklinge. »Sie haben bis zum Herbst schöne Wurzeln und kommen sicher über den Winter.« Dasselbe gilt für mehrjährige Ziersalbei-Sorten, Fuchsien, Hängenelken, Begonien, Süßkartoffeln und viele andere. Auch die wieder »modernen« Buntnesseln lassen sich jetzt vermehren – sie brauchen im Winter aber wie Süßkartoffeln und Begonien um die 15 Grad. Breiers Tipp: »Am besten in Vermehrungs-/Pikiererde stecken und anfangs für gespannte Luft durch eine passende Haube/Tüte oder Folie sorgen.« Ein erstes Entspitzen für buschigen Wuchs kann gleich nach dem Anwachsen erfolgen, dann im Winter und zeitigen Frühjahr den Vorgang wiederholen.

Sollen Balkonblumen und Einjährige weiter bis in den Herbst blühen, brauchen sie weiterhin einen guten Blühdünger. »Das gelingt flüssig am besten«, so der Kreisfachberater. Wer im Juli die Grunddüngung nachgelegt hat, braucht keinen Flüssigdünger. Auch die Stecklinge werden bis zur Wurzelbildung nicht gedüngt.

Hortensien brauchen einen sauren Boden

In voller Blüte sind jetzt viele Bauernhortensien. Das sind die »klassischen« Hortensien mit halbkugeligen Blüten, die es mittlerweile in vielen Farben gibt. Damit die blauen Hortensien wieder blau werden, brauchen sie einen sauren Boden. Auf Torf sollte hierbei verzichtet werden, um die Moore zu schützen. »Wir können stattdessen regelmäßig Kaffeesatz streuen. Als Dünger wirkt der Kaffeesatz nur bedingt. Er sorgt vielmehr indirekt durchs Ansäuern für eine gute Nährstoffverfügbarkeit, besonders von Eisen und verhindert so nebenbei Chlorose, also gelblich aufgehellte Blätter.«

Mit dem Rückschnitt nach der Hauptblüte haben wir die Rosen nochmals gedüngt für die Nachblüte bis in den Herbst hinein. »Ab Mitte August sollte nochmal gedüngt werden, dann aber Kalium.« Das sorgt für stabiles Gewebe und eine gute Frosthärte. Zu spät sollte es allerdings nicht gegeben werden, weil es über die Wurzeln noch aufgenommen werden muss.

Auch Kübelpflanzen werden ab Mitte August kali-betont gedüngt. So schließen sie die Triebe im Herbst gut ab und sind robuster in der Überwinterung. »Bei Schmucklilien sorgt Kali gemeinsam mit kalter Überwinterung für guten Blütenansatz.«

Im August beginnt auch die Pflanzzeit für Blumenzwiebeln. »Das Sortiment der herbstblühenden Krokusse, Herbstzeitlosen und winterharten Alpenveilchen ist jetzt am größten. »Bei den Alpenveilchen gibt es herbstblühende, die vor dem Laubaustrieb blühen, und frühjahrsblühende, die ebenfalls im Herbst das Laub treiben, aber erst im Feb­ruar/März ihre Blüten nachschieben. Letztere duften sogar. »Am besten gleich zu Beginn der Blumenzwiebelsaison nach diesen Besonderheiten Ausschau halten.«

Für die weiße, stark duftende Madonnenlilie ist der August die beste Zeit zur Pflanzung. Sie muss gleich im Herbst anwachsen und einen Blattschopf bilden, sonst wird es nichts. »Leider ist die wunderbare Lilie mittlerweile recht selten geworden, war früher aber fester Bestandteil in Bauern- und Klostergärten. Wenn die Madonnenlilie einmal Fuß gefasst hat, dann bleibt sie lange. Sie liebt nährstoffreiche Böden«, sagt Breier.

Etwas mehr Zeit lassen uns die Frühjahrsblüher wie Narzissen, Tulpen, Hyazinthen und Co. Sie können bis in den Oktober hinein gepflanzt werden, das Sortiment ist im September am größten.

Buchsbaumzünsler ist wieder aktiv

Für die Pflanztiefe gilt im Allgemeinen: Zweimal so viel Erde über der Zwiebel/Knolle, wie sie hoch ist. »Abweichungen sind auf den Infoschildern beim Kauf zu finden.« Madonnenlilien und Alpenveilchen sollte man laut Breier unbedingt flach pflanzen und nur fingerbreit überdecken.

Seit Anfang August und dann unregelmäßig bis in den Herbst ist der Buchsbaumzünsler wieder aktiv. »Wer noch Buchs hat und weiter haben möchte, sollte wachsam sein.« Viele Vögel haben laut Breier inzwischen angefangen, die Raupen zu suchen und zu fressen. »Leider noch nicht überall und in ausreichender Zahl.«

Jetzt noch Eibenhecken schneiden

Der ideale Schnittzeitpunkt für pflegeleichte Eibenhecken ist der August. Es reicht ein Schnitt pro Jahr. »Soll die Hecke extrem dicht werden, dann im Juli und September schneiden.« Werden Eiben von Beginn an konsequent erzogen, lassen sich sehr schmale Hecken ziehen. Mit Zwergformen gelingen niedrige Hecken oder lassen sich Kugeln und andere Formen gestalten. »Durch das ganzjährige Grün gibt sie Struktur und Farbe auch im Winter.« Eiben können viele hundert Jahre alt werden und wachsen ein- oder mehrstämmig auch als Strauch oder selten als mächtiger Baum. Sie ist – als einziger Nadelbaum – frei von Harz. Breier warnt: »Achtung, die Eibe ist stark giftig.« Es gibt männliche (stäuben den Pollen im Frühjahr) und weibliche Sorten (bilden die roten »Früchte«). Einzig ungiftig ist für uns die fleischige rote Samenschale. »Der Samen darin ist ebenfalls giftig.« Vögel lieben fruchtende Eiben und fressen die Früchte unbeschadet. jal