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Im August ist »Beerenzeit«

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Chiemgau: Im August ist »Beerenzeit« – Welche Gartenarbeiten nun erledigt werden sollten
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Im August ist der ideale Zeitpunkt für die Brombeer-Ernte.

Landkreis Traunstein – Hitze in der ersten Monatshälfte und kühlere Nächte ab Mariä Himmelfahrt, so ist laut Kreisfachberater Markus Breier der typische August. Nachfolgend gibt er einige Tipps für die Gartenarbeit. Heute geht es um das Thema Obst und Wildobst. Breier ist bei Fragen ab dem 24. August unter Telefon 0861/58-385 wieder erreichbar.


Herbsthimbeeren haben jetzt bis in den September hinein ihren großen Auftritt. »Alle zwei bis drei Tage werden die reifen Früchte geerntet. Sie sind fast immer madenfrei«, so Breier. Empfehlenswerte Sorten findet man auf der Internetseite des Kreisverbands. »Bei Sommerhimbeeren werden die abgetragenen Ruten bodeneben weggeschnitten. Die Jungruten fürs kommende Jahr haben dann Platz.«

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Wenn sich bei Brombeeren der Fruchtansatz beim Pflücken rot färbt, sind sie reif. »Ist der Ansatz weiß, schmeckt die Beere noch säuerlich.« Breiers Tipp: Lieber einen Tag später ernten, dann sind Aroma und Süße stärker. Sie reifen nicht nach. »Für Marmelade werden alle zwei bis drei Tage die reifen Früchte abgesammelt und eingefroren. Ist eine ausreichende Menge beisammen, kann gekocht werden.«

Der August ist außerdem der ideale Monat, um neue Erdbeeren zu pflanzen. Um Krankheiten vorzubeugen, sollten mindestens drei Jahre lang keine Erdbeeren auf dem Beet gestanden haben. Zur Bodengesundung gegen Fadenwürmer helfen Tagetes als Vorkultur, die jetzt untergearbeitet werden. Ergänzt wird mit Kompost und der Boden gelockert. »Die Jungpflanzen am besten bis Monatsmitte setzen und nur so tief, dass das Herz der Pflanze über der Erdoberfläche bleibt. Gleich mit angetrocknetem Rasenschnitt oder Heu dünn mulchen, damit die Erde gegen Hitze geschützt ist.« Die Pflanzen bilden bis in den Herbst die Knospen fürs kommende Jahr. Je kräftiger sie werden, umso besser.

Kirschen, frühe Zwetschgen, Mirabellen, Pfirsiche und Aprikosen werden direkt nach der Blüte geschnitten. Das ist teils schon im Juli geschehen. »Jetzt im August folgt der Sommerschnitt bei Apfel und Birne.« Aber Achtung: Erst dann schneiden, wenn die Triebe nicht mehr wachsen, sondern die Endknospen dick ausgebildet sind. Entfernt werden alle für die Erziehung störenden Triebe, Wasserreiser und kranke Zweige. »Am besten an leicht bedeckten Tagen schneiden, sonst bekommen die plötzlich frei gestellten Früchte Sonnenbrand«, erklärt Breier. Auch Wandspaliere werden nochmals geschnitten, um überlange Triebe zu kürzen und die unterhalb gebildeten Knospen zu stärken.

Der klassische Monat für den Schnitt bei der Walnuss ist der August. Jetzt »blutet« der Baum nicht, im Gegenteil: Durch den Schnitt im Sommer ist die Wundheilung viel besser als im Winter. »Es gilt, möglichst keine Schnitte über zehn Zentimeter Durchmesser machen, sonst haben Pilze zu lange Zeit einzudringen und sorgen langfristig für Fäulnis-Probleme.« Und nicht vergessen: Ein Walnussbaum lässt sich auch durch regelmäßigen Schnitt nicht klein halten. Er passt deshalb nur in große Gärten.

Der richtige Erntezeitpunkt bei Äpfeln und Birnen ist dann, wenn die Grundfarbe von Grün in leichtes Gelbgrün umschlägt. Eine rote, rötliche oder orange Deckfarbe sagt nichts über den Reifezustand aus. Auch die Farbe der Kerne gilt nicht. »Frühsorten sind meist nicht lange lagerfähig, sondern müssen bald gegessen oder verarbeitet werden. Das ist nichts Schlechtes, denn die frühen Sorten schmecken wunderbar auf Kuchen, als Kompott und einfach so.« Die Ernte erfolgt laut Breier am besten am Morgen. Da sind die Früchte kühl von der Nacht und voll mit Wasser. Später nimmt der Wassergehalt ab und die Früchte schrumpeln rasch.

Unabhängig von der Reife sollten beschädigte, wurmige, verpilzte und kaputte Früchte beim Obst immer ausgepflückt und entfernt werden. »So verhindern wir die Ansteckung der anderen bzw. reduzieren den Befallsdruck durch Schädlinge.« Das gilt für Apfel und Birne genauso wie für Beerenobst.

»Nicht zu früh ernten sollten wir die Aronia, auch Apfelbeere genannt. Erst wenn das Fruchtfleisch durchgehend dunkel ist, haben sie ausreichend Zucker und Aroma gebildet.« Das kann trotz dunkler Außenschale ein paar Wochen dauern. Der Saft ist herb, lässt sich aber – ähnlich Holunder – vielfältig verwenden.

Allmählich färben und reifen die ersten Weintrauben. Doch so verlockend die Farbe auch ist, wenn sie süßlich schmecken, sollten sie noch mindestens 14 Tage hängen bleiben – »erst dann sind Aroma und Süße maximal ausgebildet«. Gegen Vögel reicht ein Netz vor den Reben. »Bitte dicht anbringen und regelmäßig kontrollieren, damit kein Vogel zu Schaden kommt.« Gegen Wespen hilft das Überziehen von Gaze/Organza-Taschen über die einzelnen Trauben – das ist mühsam, aber wirkungsvoll.

Bekommen Obstbäume, Beerensträucher oder Spaliere ab Monatsmitte noch Stickstoff-Dünger, wachsen sie lange in den Herbst hinein und schließen die Triebe nicht richtig ab. Die Folge: Frostprobleme. Deshalb auf stickstoffhaltige Dünger (auch Kompost, Mist etc.) verzichten. Gedüngt werden kann und soll ab Mitte August mit Kali-Dünger, zum Beispiel Patent-Kali. Kali sorgt für lagerfähige Früchte, guten Geschmack und gute Frosthärte beim Holz, so der Kreisfachberater.

Entgegen der »heimischen« Obstgehölze brauchen Zitronen, Orangen und Co. auch den August hindurch ausreichend Wasser und Dünger. »Zitrus sind richtige Fresser, vor allem bei Fruchtbehang«, sagt Breier. »Bitte extra Zitrus-Dünger nehmen, die wirken sauer und enthalten ausreichend Eisen.«

Auch die ersten Feigen reifen im August – egal ob im Kübel oder ausgepflanzt. Letzteres geht bei uns nur an einer Südhauswand oder einem warmen, geschützten Eck. »Gerade bei Feigen muss das Kleinklima optimal genutzt werden.« Die Pflanze muss im Winter mit Reisig vor strengen Frösten geschützt werden. »Aber nicht zu gut einpacken, sonst treiben sie im Frühjahr zu früh aus.« jal