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»Im Bäckerhandwerk wird Zusammenhalt gepflegt«

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Staatsministerin Michaela Kaniber (l.) gratulierte zum 100-jährigen Bestehen der BÄKO Bad Reichenhall und zollte der Geschäftsführerin Irmengard Rossingoll hohen Respekt für ihre Arbeit. (Fotos: Horn)
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Bäcker Franz Neumeier aus Bischofswiesen griff zum Saxophon und unterhielt die Festgäste gemeinsam mit Peter Botzleiner-Reber

Bad Reichenhall – Die »BÄKO Bad Reichenhall« besteht seit 100 Jahren – dieses stolze Jubiläum wurde im Rahmen einer großen Festveranstaltung im Reichenhaller »Luisenbad« gefeiert. 100 Bäcker aus den Landreisen Berchtesgadener Land und Traunstein sind in der Genossenschaft organisiert. Der Stellenwert des Handwerks, die Wertschätzung regionaler Produkte und der Erfolg von genossenschaftlichem Denken wurden in den Grußworten der Ehrengäste herausgestellt.


Staatsministerin und Stimmkreisabgeordnete Michaela Kaniber, Landrat Georg Grabner sowie Wolfdietrich von Trotha vom Bayerischen Genossenschaftsverband und der Vorstand der BÄKO Zentrale, Holger Knieling brachten der BÄKO Bad Reichenhall gegenüber große Wertschätzung zum Ausdruck. Michaela Kaniber fasste zusammen: »Eine solche Kooperation zwischen konkurrierenden Unternehmen – und auch das sind die Genossen der BÄKO – ist weder alltäglich noch üblich. Sie zeigt aber den Zusammenhalt, der im Bäckerhandwerk gepflegt wird.«

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BÄKO Geschäftsführerin Irmengard Rossingoll richtete sich an die Mitglieder und sagte: »Ihr seid die Wichtigsten, denn durch eure Treue und den Zusammenhalt funktioniert die Genossenschaft.« Die Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Michaela Kaniber gratulierte im Namen der bayerischen Staatsregierung zum Jubiläum und bezeichnete das Brot als das wichtigste Grundnahrungsmittel. In Bayern werden mehr als 600 Brotsorten von den handwerklichen Bäckereien hergestellt. Zum BÄKO-Team sagte Kaniber: »Sie leisten einen wichtigen Beitrag durch Rohstoffbeschaffung und Rezepturen.« Durch Fachberatung und Marketing, Hygiene- und Energiekonzepte für die Bäcker und Konditoren sei die BÄKO stets am Ball.

Besonderen Dank richtete die Ministerin an BÄKO Geschäftsführerin Irmengard Rossingoll für ihre erfolgreiche Arbeit in der Leitung der Genossenschaft. Kaniber ging auf den Zusammenhalt in der BÄKO ein: »Diesen Zusammenhalt brauchen wir heute dringender denn je. Landwirte, Müller, Bäcker – alle sitzen in einem Boot. Und wenn wir in der Region diesen Gedanken leben, dann sind wir immer stärker als die anderen«, motivierte sie die Zuhörer.

Die Ministerin griff zudem das Thema der fehlenden Attraktivität der Ausbildung in Handwerksberufen auf und richtete den Blick in Richtung Zukunft: »Es geht darum, die Jugend wieder für das Handwerk zu begeistern.« Deshalb sollen mit dem Projekt »Ernährungshandwerk erleben – Lebensmittel begreifen« Schüler für heimische Spezialitäten begeistert und ihnen die Wertschätzung für die Ausbildung im Handwerk vermittelt werden. Landrat Georg Grabner unterstrich in seinem Grußwort die Leistung der BÄKO Bad Reichenhall im Sinne einer Selbsthilfeorganisation und sagte: »Die Handwerksbetriebe sind das Rückgrat im Landkreis.« Die BÄKO sei ein kompetenter Partner, der helfe, wettbewerbsfähig zu sein. »Frische, Vielfalt, handwerklich gefertigt, das ist nicht selbstverständlich«, sagte Grabner und gratulierte zum 100-jährigen Bestehen der Genossenschaft. Grabner rückte aber auch den ehrenamtlichen Aspekt in den Mittelpunkt und nannte dazu Tätigkeiten im Aufsichtsrat oder als Obermeister als Beispiele. Einen Dank richtete er in diesem Zusammenhang an Ehrenobermeister Willi Oswald.

Der Vertreter des Bayerischen Genossenschaftsverbandes, Wolfdieter von Trotha zeigte den Beitrag der Genossenschaften zur weltwirtschaftlichen Entwicklung auf. In Deutschland gibt es 8 000 Genossenschaften mit 23 Millionen Mitgliedern, in Bayern 1 300 mit 2,7 Millionen Mitgliedern. Davon drei BÄKO Genossenschaften mit 1 800 Mitgliedern. Von Trotha stellte Vorteile und Nutzen einer Mitgliedschaft heraus und lobte das ehrenamtliche Engagement.

Der Vorstand der BÄKO Zentrale Holger Knieling übermittelte die Grüße des Gesamtvorstandes und betonte: »Im System der Genossenschaft wird Gemeinsamkeit generiert wie in keiner anderen Betriebsform.« Feierlaune herrschte nach den Grußworten. Nicht zuletzt durch die pfiffig-schwungvolle musikalische Umrahmung von Bäcker Franz Neumeier aus Bischofswiesen am Saxophon mit Peter Botzleiner-Reber am Piano. Maria Horn