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Im Berg zurück ins Leben gefunden

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Mit der Therapie im Salzheilstollen Berchtesgaden gewann der einst schwer kranke Josef Huber (l.) seine Lebensqualität zurück. Zu seinem 200. Besuch unter Tage wurde der Bäckermeister vom Chiemsee vom Marketingleiter des Salzheilstollens, Jan von Werthern, geehrt. (Foto: Wechslinger)

Berchtesgaden – Wenn Josef Huber (77) aus Gstadt am Chiemsee vor gut vier Jahren nicht einen Fernsehbeitrag über den Heilstollen im Salzbergwerk Berchtesgaden gesehen hätte, wäre er wohl nicht mehr auf dieser Welt. So jedenfalls sieht es der rüstige Pensionär, der dieser Tage zum 200. Mal mit einem Untertage-Aufenthalt etwas für seine Gesundheit tat.


Der Bäckermeister vom Chiemsee stand 62 Jahre in der Backstube seines Betriebs, wo ihm Mehlstaub und Zucker im Laufe der Jahre immer mehr die Luft zum Atmen genommen hatten. Durch die Erkrankung der Atemwege verlor Josef Huber immer mehr an Lebensqualität, schon bei den geringsten Anstrengungen litt er an Atemnot. Kein Arzt konnte ihm helfen. Er müsse mit seiner chronischen Erkrankung leben, wurde ihm gesagt. Der heute 77-Jährige bekam Medikamente, die ihm nicht halfen.

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Dann entdeckte Huber den Berchtesgadener Salzheilstollen. Zehnmal pro Monat reist er seitdem vom Chiemsee an und begibt sich in die Stille des Heilstollens. Seine Ärzte konnten nicht glauben, dass Huber ohne Medikamente plötzlich beschwerdefrei war. »Es war, als hätte man einen Schalter umgelegt«, erinnert sich Huber an das erste Jahr im Heilstollen. Eine kleine Dose Druckgasinhalation trägt der Rentner dennoch immer bei sich: »Ich habe das Mittel aber noch nie genommen, es dient nur als letzte Sicherheit«, erklärt Huber.

Ein Grund für die Wohlfühl-Effekte in der Stollenluft mit einem höheren Ionisierungsgrad soll die strahlungsneutralisierende Wirkung des Salzes sein. Im Salzstollen herrscht nämlich nur eine Schwingung: die des Salzes. In Decken auf Liegen eingebettet, soll der gestresste Mensch bei leiser Musik auch Linderung bei psychosomatischen Beschwerden erfahren. Die Wirkung der Höhlentherapie sehen Experten auch in der reinen, schadstofffreien Luft, in der konstanten hohen Luftfeuchtigkeit und in der niedrigen Temperatur von zwölf Grad.

Josef Huber erzählt auch von einer Nasenoperation vor 40 Jahren: »Nichts ist damals besser geworden, aber seit ich im Heilstollen bin, kann ich frei durchatmen.« Der Bäckermeister vergleicht die Bedingungen unter Tage mit dem Meeresklima: »Vielen Menschen, die Probleme mit der Atmung haben, geht es bei einem Urlaub am Meer plötzlich viel besser. Und so ist es auch hier«. Schon nach kurzer Zeit unter Tage stelle sich eine tiefe Entspannung ein. Man entdecke auch eine völlig andere Selbstwahrnehmung, wenn man bereit sei, sie anzunehmen.

Am Montag wurde Josef Huber von Heilstollenbetreiber Jan von Werthern vom Salzheilstollen für seinen 200. Besuch geehrt und mit einem Geschenk bedacht. Christian Wechslinger

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