weather-image
11°

»Im Kreuz ist Heil!«

0.0
0.0

Das Orgelstück »Dominica in Palmis« des 1991 verstorbenen Orgelkomponisten Jean Langlais läutete die Fortsetzung der Veranstaltungsreihe »Raum & Klang – Eine musikalische Entdeckungsreise« ein. Wie immer bot die Ruhpoldinger Pfarrkirche St. Georg dafür einen sakralen Festsaal von hohem künstlerischem Wert.


Der Klang der Orgel erweckte diesen Raum zum Leben. Dafür verantwortlich zeichnete wieder einmal Kirchenmusiker Richard Krekel, der sein außergewöhnliches Talent auf den 28 klingenden Registern »seiner Orgel« unter Beweis stellte. Das Kirchenschiff bot ein außergewöhnliches Ambiente für die Kombination aus Texten von Pastoralreferent Georg Gruber und den jeweils dazu passenden Orgelstücken. Die Veranstaltung stand unter dem Leitwort »Im Kreuz ist Heil!«.

Anzeige

Im Zentrum der Betrachtungen stand zunächst die »auffälligste und drastischste Passionsdarstellung« mit dem überlebensgroßen, barocken Kruzifix an der rechten Langhauswand. Gruber: »Dieser scheint den Gläubigen zu sagen: Alles, was an menschlichem Leid und menschlicher Grausamkeit denkbar ist, habe ich selbst erlebt und durchgestanden.« Nach dem intonierten Orgelwerk »Le Banquet céleste« von Olivier Messiaen ging die musikalische Entdeckungsreise weiter zu den beiden Assistenzfiguren des heiligen Petrus und Maria Magdalena links und rechts der Kreuzigungsgruppe, dem sich ein Werk des westfälischen Komponisten Joseph Ahrens anschloss.

Mit der Betrachtung des goldenen Tabernakels am Hochaltar setzte der Pastoralreferent die Reise fort. Den Ausführungen schloss sich eine Choralbearbeitung von »Christe, du Lamm Gottes« des 1933 verstorbenen deutschen Orgelkomponisten Sigfrid Karg-Elert an. Die musikalische Reise führte als Nächstes zu den »Arma Christi«, also den »Waffen Christi«, die von Engeln gehalten werden. »Es sind die Waffen Christi gegen Tod und Sünde. Anders werden sie auch als Majestäts- und Hoheitszeichen gedeutet«, erklärte der Pastoralreferent. Dazu spielte Krekel die kleine Partita »Es sangen drei Engel«.

Zum Schluss wurde das Altarbild des linken Seitenaltares, der auch Kreuzigungsaltar genannt wird, in Augenschein genommen. »Das Bild will zeigen, dass das Leiden Jesu kein sinnloses Leiden war, es ist für uns geschehen«, so Gruber. Damit schließe sich der Kreis, denn: »Im Kreuz ist Heil!«.

Max Reger hat in seinem Orgelwerk »Passion« Motive aus dem bekannten Passionslied »Herzliebster Jesu« verarbeitet. Am Ende erklang noch einmal sanft und ruhig die Choralmelodie. Nach der Litanei vom Leiden Jesu war letztlich noch der Orgelhymnus »O Haupt voll Blut und Wunden« von Josef Gabriel Rheinberger zu hören. Hannes Burghartswieser