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FC Bischofswiesen unterliegt dem TSV Berchtesgaden mit 1:2 (1:0) – Platzherren am Riedherrn hatten gute erste Halbzeit

Im Lokalderby bleiben gute Chancen ungenutzt

Bischofswiesen – Das Lokalderby zwischen dem FC Bischofswiesen und dem TSV Berchtesgaden im Riedherrnstadion in Bischofswiesen stand unter einem besonderen Stern. Die Platzherren führten bereits nach wenigen Sekunden. Die Bischofswieser hatten anschließend auch weitere Möglichkeiten, das Ergebnis noch zu toppen. Doch trotz bester Chancen gelang dies nicht, und so drehte Berchtesgaden die Begegnung ab Mitte der zweiten Spielhälfte um. Das Spiel endete mit 1:2 für den TSV.

Mario Perez Lavado bei einem Schuss gegen den Felix Tschischke (l.) und Martin Strauch (M.. Diese hätten dagegen nichts mehr ausrichten können. (Foto: Waßmuth)

Berchtesgaden startete den ersten Angriff, der abgefangen wurde. Nach einem Foulspiel an Sebastian Vorberg, der viele Spielräume hatte, führte Konfusion im Berchtesgadener Abwehrzentrum zur Führung der Platzherren. Markus Huthöfer musste nach einer Minute Spielzeit nurmehr abstauben. Berchtesgaden zeigte sich nicht geschockt und ging sofort zum Gegenangriff über, bei dem Robert Reichlmeier mit einem Kopfball an FCB-Keeper Stefan Schnitzlbaumer scheiterte. So herrschte unter den gut 200 Zuschauern sofort eine tolle Stimmung, wenngleich die Berchtesgadener Fan-Kolonie noch recht ruhig war.

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Die Uhr des tadellosen Tachertinger Schiedsrichters Bernhard Grimminger zeigte die dritte Minute, als er eine Abseitsstellung sah und Christoph Gruber die gute Chance zum 2:0 nahm. Der Bischofswieser Trainer Christian Rechtenbach hatte von seinen Spielern bedingungslosen Einsatz gefordert, den das Team zumindest im ersten Durchgang auch zeigte. Dennoch fand der TSV Berchtesgaden allmählich zu einem geordneten Spielaufbau und kam nach zehn Minuten zu einer Chance, die Andreas Hochreiter gerade noch vereitelte. Die Berchtesgadener wollten in dieser Situation ein Foulspiel im Strafraum gesehen haben, doch Grimminger ließ das Spiel weiterlaufen. Überhaupt störte der Unparteiische den Spielfluss beider Teams nur, wenn es unbedingt sein musste.

Größte Chance nach 30 Minuten

Der stark spielende Bulgare Petkov kam nach 20 Minuten zu einer Möglichkeit, die Schnitzlbaumer klärte. Nach 20 Minuten stand den Gästen neuerlich das Glück zur Seite, als ein Kopfball von Huthöfer nach einem Lattenpendler hinter der Torlinie aufschlug, der Schiedsrichter dies aber nicht sehen konnte.

Nach einer halben Stunde kam Berchtesgaden zur bis dahin größten Chance. Die Bischofswieser Abwehr war unentschlossen, was Stefan Sontheimer zu einem idealen Zuspiel auf Matthias Althaus nützte, der jedoch frei zum Einschuss kläglich vergab. Das Spiel hatte sich längst zum Schlagabtausch mit offenen Visieren entwickelt. Die nächste Möglichkeit ergab sich wiederum für den FCB, doch Sebastian Koller fand im TSV-Torhüter Stefan Schach seinen Meister. Kurz vor der Halbzeitpause zog Mario Perez-Lavado einen wahren »Strahl« ab, doch Schnitzlbaumer lenkte das Kunstleder mit der Faust über den Querbalken.

Dann war wieder der FCB dran, doch Sebastian Koller, der viel rackerte, fehlte die letzte Entschlossenheit. Dann klärte Schach gegen Vorberg und auf der anderen Seite Schnitzlbaumer gegen Lavado.

Franz Koller, viele Jahre Mittelfeldmotor beim FC Bischofswiesen, prophezeite bereits zur Pause, dass Bischofswiesen verlieren würde, weil einfach zu viele Chancen vergeben wurden. Er sollte recht behalten.

Berchtesgaden im zweiten Durchgang druckvoller

Nach dem schmeichelhaften 0:1 zur Pause kam eine andere TSV-Mannschaft aufs Feld. Der eingewechselte Christian Winkler kam sogleich zu einer Riesenchance, als ihn Lavado kunstvoll frei gespielt hatte. Doch noch waren die Platzherren im Spiel. Nach einem Abspielfehler von Andreas Hartmann war Koller wohl zu überrascht und zielte überhastet weit neben das Tor. Koller erspielte sich auch die nächste Chance, als er die löchrige TSV-Abwehr schlecht aussehen ließ, aber über das Tor schoss.

Als Lavado nach einem Foulspiel an Christian Lindner den fälligen Elfmeter in der 63. Minute wie eine Rückgabe schoss, hatte Schnitzlbaumer im Tor kein Problem, den Ball im Nachfassen sicher zu halten. Doch jetzt hatte der Gast endgültig Blut geleckt und drehte die Begegnung binnen drei Minuten um. Zunächst zirkelte Hartmann einen Freistoß so ideal auf Winkler, dass dieser keine Mühe hatte, in der 70. Minute den Ausgleich zu erzielen. Die Bischofswieser gerieten in der Folge immer mehr unter Druck, der in der 73. Minute zum zweiten Mal entwich, als Lavado das 2:1 erzielte. Die Gastgeber bäumten sich zwar noch einmal auf, doch es reichte nicht mehr.

Der Bischofswieser Trainer machte seiner Mannschaft keine Vorwürfe, weil alle mit großem Einsatz gekämpft haben. »Aber wenn man seine Chancen nicht nützt, verliert man halt«, kommentierte Rechtenbach.

Sein Trainerpendant Richard Hartmann sprach von einer sehr schlechten ersten Halbzeit seiner Mannschaft: »Doch mein Team hat sich zurückgekämpft und doch noch, wenn auch etwas glücklich, gewonnen.«

Während der TSV Berchtesgaden durch den Sieg Anschluss ans obere Mittelfeld gewonnen hat, wird die Lage für den FC Bischofswiesen immer bedrohlicher.

FC Bischofswiesen: Schnitzlbaumer; Hochreiter, Jung, Tschischke, Seidinger, M. Koller, M. Strauch, Vorberg, Huthöfer, S. Koller, Gruber, Ottmann, Datz, Hirsch.

TSV Berchtesgaden: Schach; Gökbayrak, Brazina, Hoffmann, Petkov, Sontheimer, Lindner, Reichlmeier, Hartmann, Perez Lavado, Althaus, Botzenhard, Förg, Winkler. Christian Wechslinger