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Im Untersteiner Weiherbach klappert es wie früher

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Wasserradl-Konstrukteure unter sich: Korbinian Meeß (l.) und Korbinian Leo präsentieren ihre aus Holz gebauten Werke. (Fotos: Berwanger)
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Über das neue Wasserrad in Unterstein freuten sich Bürger und Gemeinderat Martin Hofreiter, 2. Bürgermeister Richard Lenz und Initiator Christoph Karbacher (v.l.).
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Christoph Karbacher (l.) präsentierte am neuen Themenwanderweg zum Königsee die von ihm gestalteten Infotafeln.
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Stolze Preisträger (v.l.): Mathias Springl und seine Urenkelin Anna-Lena, Lukas Aschauer, Stefan Moderegger und sein Großvater Josef Votz.

Schönau am Königssee – »Das ist ein richtiges Gemeinschaftsprojekt, das den Zusammenhalt in der Gemeinde und auch zwischen den Generationen symbolisiert«, freute sich Initiator Christoph Karbacher am Samstag beim Wasserradfest am Untersteiner Weiherbach. Dort wurde ein funkelnagelneues Wasserrad eingeweiht. Im Bachverlauf durch den Hubertuspark drehten sich zudem rund 30 kleine Wasserradl, fantasievoll entworfen und gebaut von Kindern und Vätern oder Großvätern. Am Wasser entlang ging es auch am zweiten Teil des Tages: Entlang der Ache präsentierte Karbacher auf dem zweiten Teil des Königsseer Fußwegs die von ihm entworfenen Themenwanderweg-Tafeln.


So munter wie Bach und Ache strömten am Samstagvormittag auch kleine und große Wasserradlbauer in den Hubertuspark. Schon bald klapperten um die 30 von viel Fantasie und Einsatz zeugende kleine Kunstwerke im Weiherbach, bestaunt und bewundert von Bürgern und Urlaubern. So unermüdlich und fleißig wie sich die Wasserräder zur Freude ihrer Erbauer und der Festbesucher drehten, hatte Christoph Karbacher für seine Idee eines symbolischen Wasserrades in Unterstein geworben.

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Unermüdlicher Christoph Karbacher

»Ohne ihn hätten wir dieses Wasserrad nicht«, stellte 2. Bürgermeister Richard Lenz in seiner Festansprache zur feierlichen Einweihung des prächtigen Rades fest. »Er war mit seiner Idee im Gemeinderat, ist zäh geblieben und hat sich durchgesetzt, nun haben wir ein wunderschönes Wasserrad, das Alt und Jung erfreuen wird«, lobte Lenz den unermüdlichen Christoph Karbacher. Der wiederum zeigte sich begeistert darüber, dass alle miteinander an einem Strang gezogen hätten: die Bürger, die sich finanziell in einer Stiftung engagiert ebenso wie ortsansässige Handwerker, die das große Wasserrad gebaut hätten.

Christoph Karbachers große Freude galt an diesem Tag aber auch dem ebenfalls von ihm angeregten Wasserradbau-Generationenprojekt, bei dem ihm das Schülerforschungszentrum Berchtesgadener Land tatkräftig mit einem Kurs und eigenen Wasserrädern unterstützt hatte. »Mit unserer archimedischen Spirale, einem ganz alten Prinzip der Wasserförderung, wollten wir die Kinder ein wenig anregen«, so Christoph Schmidt, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Schülerforschungszentrums.

Das hatte prima funktioniert: Viele von Kindern und ihren Vätern oder Opas gebastelte kleine Wasserräder zierten an diesem Tag den Bach, ihre stolzen Erbauer mussten den staunenden Bewunderern so manche Frage beantworten. »Wir haben ganz schön lange herumgebastelt«, erzählte Lukas Aschauer. Der Siebenjährige hatte mit seinem Vater Sebastian am Computer den Entwurf für eine munter bimmelnde »Klingelglockenlösung« erarbeitet. Sie wurde mit dem Preis für die beste künstlerisch-kreative Umsetzung belohnt.

Stefan Moderegger und sein Großvater Josef Votz konnten sich über den Preis für die beste technische Umsetzung freuen und Mathias Springl wurde für das Radl prämiert, das er für seine Urenkelin Anna-Lena gebaut hatte. Auch wer an diesem Tag keinen Preis mitnehmen konnte, war ein Gewinner, denn die kleinen Bastler überzeugten mit ungewöhnlichen Lösungen und einem Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Korbinian Meeß hatte eine alte Kabelrolle für sein Wasserrad genutzt, Korbinian Leo alte Korkbodenplatten verbaut und Anton Schultz hatte mithilfe seines Opas Franz Wendl gar eine kleine Stromproduktion in Gang gebracht.

Wie in alten Zeiten

Damit setzten die Kinder spielerisch um, was in der Gemeinde einst Alltag war – und in Zeiten immer teureren Stroms wieder immer mehr an Bedeutung gewinnt: die Nutzung der Kraft von fließendem Wasser. Immerhin zwei Mühlen, eine Drechslerei und eine Schmiede wurden in früheren Zeiten betrieben.

Einen Eindruck darüber, welche Rolle das Wasser in der Schönau früher innehatte, aber auch, welche Schätze in Fauna und Flora, in Architektur und Geschichte es hier gab und gibt, können sich Touristen wie Bürger nun auch in Text und Bild am neuen Themenwanderweg zum Königsee machen.

Der frühere Kunstlehrer Christoph Karbacher hatte die Strecke vom Triftweg bis zum Königssee mit so liebevoll wie informativ gestalteten Tafeln bestückt. Auf Deutsch und Englisch lernt der Betrachter jedes Mal eine neue Facette der Gemeinde Schönau kennen. Und natürlich ist auch dieses Projekt für alle Generationen konzipiert: Auf jeder Infotafel gibt es ein Rätsel für die Kinder. Langeweile kommt so beim Familienwandern garantiert nicht auf – und etwas Neues lernen dabei Alt und Jung spielerisch und im Vorübergehen auch noch. Ina Berwanger

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