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Grandiose Premiere des Theaterstücks »Gut gegen Nordwind« im Traunsteiner Studio 16

Im Wechselbad der Gefühle

Eine romantische Komödie mit Witz, Verstand und Spannung präsentierte das Traunsteiner Fabriktheater unter der Regie von Franz-Josef Fuchs mit seiner Aufführung des Theaterstücks »Gut gegen Nordwind« im gut besuchten Traunsteiner Studio 16.

Mit Gabi Trattler und Klaus Bierdimpfl ist das Theaterstück »Gut gegen Nordwind« im Traunsteiner Studio 16 bestens besetzt. (Foto: Heel)

Basierend auf dem gleichnamigen Erfolgsroman des österreichischen Autors Daniel Glattauer wird darin die Geschichte zweier Menschen erzählt, die versehentlich Bekanntschaft schließen und dann nicht mehr voneinander lassen können – allerdings nur per E-Mail bzw. auf sichere Distanz.

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Aber der Reihe nach: Eigentlich wollte Emmi Rothner (Gabi Trattler), von Beruf Web-Designerin, nur ihr Zeitschriften-Abonnement kündigen. Doch durch einen Tippfehler kommt ihre E-Mail nicht beim Verlag an, sondern bei Leo Leike (Klaus Bierdimpfl), einem Uni-Assistenten für Sprachpsychologie. Dieser antwortet ihr, um das Missverständnis aufzuklären. Daraus entwickelt sich ein intensiver E-Mail-Verkehr, der vor allem Leo nicht ungelegen kommt, da er gerade mit einer Untersuchung über E-Mails als Transportmittel von Emotionen beschäftigt ist.

Für Emmi hingegen wird der Kontakt zu Leo immer mehr zu einer Herzensangelegenheit. Sie ist zwar verheiratet und hat zwei Kinder, von ihrem Mann Bernhard netterweise in die Ehe mitgebracht, »um ihr das Kinderkriegen zu ersparen«, hätte aber gern eine Art »Familienauszeit«. Aber auch Leo, der noch immer unter der gescheiterten Beziehung zu seiner Ex-Freundin Marlene leidet, fängt langsam Feuer.

So scheint es bald nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann es zum ersten persönlichen Treffen kommt. Aber können die gesendeten, empfangenen und gespeicherten (Liebes)Gefühle einer Begegnung standhalten? Und was, wenn ja? Diese Frage wühlt beide so sehr auf, dass sie die Antwort lieber noch eine Weile hinauszögern und sich stattdessen weiter gegenseitig analysieren, sprachgewandt und einfühlsam.

Ob es letztendlich zu einem Treffen kommt und wie die Geschichte endet, soll an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden. Kein Geheimnis soll jedoch bleiben, dass Regisseur Franz-Josef Fuchs das Stück lebendig und temporeich in Szene gesetzt und mit Gabi Trattler und Klaus Bierdimpfl auch bestens besetzt hat. Die hatten nicht nur eine Unmenge an Text zu bewältigen, sondern waren auch hinsichtlich Mimik und Körpersprache stark gefordert, um dieses Wechselbad der Gefühle exakt auf den jeweiligen Punkt zu bringen. Aufgaben, die das spielfreudige Duo mit Bravour erledigte und so die Spannung, trotz der leichten Überlänge des Stücks, konstant hoch hielt.

Weitere Aufführungen im Studio 16 finden am morgigen Donnerstag, und am Freitag statt, sowie am 30. März und 1. April. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Eine fünfte Aufführung am 2. April beginnt bereits um 18 Uhr. Wolfgang Schweiger