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Polizei-Fortbildungsinstitut feiert 40-jähriges Bestehen – Vorführungen begeistern rund 10 000 Zuschauer

»Im Zentrum unseres Handelns steht der Mensch«

Ainring – Blaulicht, Einsatzzentrale, Hubschraubersimulator, Kriminallabor – beim Tag der offenen Tür zum 40-jährigen Bestehen des Fortbildungsinstituts der Bayerischen Polizei (BPFI) gab es alle Facetten der Polizeiarbeit zu sehen. Rund 10 000 Besucher informierten sich in den Lehrsälen, bewunderten die Vorführungen der Motorradstaffel, des Unterstützungskommandos (USK) und der Zentralen Diensthundeschule (ZDHS) aus Herzogau. Dazu spielte die eigens gegründete BPFI-Band unter den Kastanien im Biergarten.

Für ihre artistischen Einlagen erhielten die Beamten der Motorradstaffel ebenso wie die anderen Einheiten der Polizei an diesem Tag großen Applaus von den vielen Zuschauern. (Fotos: privat)
Selbst die kleinsten Gäste durften an diesem Tag einmal in eine Polizeiuniform schlüpfen.

Zum Auftakt feierten Monsignore Andreas Simbeck, Landespolizeidekan, und Kirchenrat Matthias Herling, Landeskirchlicher Beauftragter, einen ökumenischen Festgottesdienst in der evangelischen Auferstehungskirche Mitterfelden.

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Die Liste der Gäste bei der anschließenden weltlichen Feier war lang. »30 Minuten bräuchte ich, wenn ich jeden Ehrengast in 15 Sekunden namentlich begrüßen würde, so Leitender Polizeidirektor Johann Peter Holzner. »Das Trainingslager der Bayerischen Polizei feiert 40. Geburtstag. Es macht mich und meine Mitarbeiter stolz, einen Beitrag zum Erfolg der Bayerischen Polizei leisten zu können.«

In den vorherigen Tagen hatten in der Sporthalle ein Benefizkonzert mit dem Polizeiorchester Bayern zugunsten der Tafel Freilassing und im Haus der Kultur eine international besetzte Polizei-Fachtagung mit Gästen aus 18 Ländern und von vier Kontinenten stattgefunden – zum Beispiel aus Thailand, Indonesien, von den Philippinen, aus Venezuela, Tansania und Tunesien. Sie tauschten sich laut Wolfgang Sommer, Präsident der Bayerischen Bereitschaftspolizei, dem das BPFI zugeordnet ist, über Notwendigkeit und Inhalte polizeilicher Fortbildung in demokratisch legitimierten Gesellschaften aus.

Weiter führte Sommer aus: »Wie könnten wir unser Jubiläum aber besser feiern, als sich ihnen ganz im Sinne einer bürgernahen und bürgerfreundlichen Polizei offen zu präsentieren und ihnen die vielfältigen Fortbildungsaktivitäten der Bayerischen Polizei live und hautnah zu zeigen?« Das BPFI leiste seit nunmehr 40 Jahren exzellente Arbeit auf den Gebieten der Weiterbildung und Spezialisierung der gesamten Bayerischen Polizei. Jährlich kommen knapp 12 000 Seminarteilnehmer zu den mehr als 850 Fortbildungsveranstaltungen des BPFI. »Die Kooperation mit weit über 100 Sicherheitsorganisationen zeigt die breite Verankerung des Instituts in der Sicherheitslandschaft Bayerns.«

Die stetige Veränderung der Gesellschaft und die zunehmende Komplexität der Aufgaben führen laut Sommer dazu, dass die Anforderungen an die Polizeibeamten immer mehr zunehmen. »Rechtliche Entwicklungen, neue Kriminalitätsphänomene, technische Neuerungen, weltpolitische Ereignisse und der generelle Wandel gesellschaftlicher Werte und Normen fordern eine kontinuierliche Anpassung unserer Organisation und Fortbildung unserer Beschäftigten.«

Die Kenntnis der aktuellen Rechtslage und der gerichtlichen Rechtsprechung seien Grundlage für rechtsstaatlich legitimiertes Handeln. »Wir wollen aber nicht nur die richtigen Dinge tun – wir legen Wert darauf, die Dinge richtig zu tun«, so Sommer weiter und sprach die sozialen Kompetenzen an, die im Polizeiberuf großes Gewicht haben. »Psychologische, soziologische und ethische Maßstäbe schlagen sich nieder in Verhaltenstrainings für Führungskräfte aller Ebenen und Funktionen. Denn im Zentrum unseres Handelns und unserer Fortbildung steht der Mensch.«

Sommer appellierte an die Besucher, sich vom umfangreichen Programm des Tags der offenen Tür begeistern zu lassen und sich auf »persönliche Polizei-Fortbildung« zu begeben. fb