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Immer auf der Suche nach einem besonderen Motiv

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Helga Haselbeck war heuer als Hobbyfotografin ganz besonders erfolgreich: In zwei deutschlandweiten Wettbewerben gewann sie jeweils den ersten Preis.
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Mit einem Foto, das einen Dachboden in einer ganz besonderen Stimmung zeigt, gewann Helga Haselbeck aus Traunstein die Bundesfotoschau in der Kategorie »freies Thema«.

Traunstein – Der Fotoapparat ist immer dabei, wenn Helga Haselbeck mit ihren Lieben einen Ausflug unternimmt. Sie steckt ihn in den Rucksack und begibt sich dann sehenden Auges in die Natur. Ist sie der Fotograf beziehungsweise die Fotografin, der in der Familie die Bilder macht und so für die bleibenden Erinnerungen sorgt? »Ja, schon«, sagt die 58-Jährige aus Traunstein, ohne aber ihre Künste in den Vordergrund zu stellen. Das Lob und die Wertschätzung erfährt sie von anderen: Helga Haselbeck ist eine Hobbyfotografin, die mit ihren Bildern in diesem Jahr sehr erfolgreich war und zwei Wettbewerbe in Deutschland gewann.


Die Bundesfotoschau wird jedes Jahr von einer anderen Stadt ausgerichtet. Heuer war Karlsruhe an der Reihe. Auch diesmal beteiligten sich wieder überaus viele Hobbyfotografen an dem Wettbewerb. Rund 430 Akteure aus dem gesamten Bundesgebiet schickten 2300 Fotos zu drei Themen. Schwarz-Weiß- und Farb-Abzüge gingen ebenso an die Juroren wie Dateien. In der einen Kategorie »freies Thema« war die Motivauswahl beliebig, eine andere hieß »Composing«, also »Komponieren«, was eine Aufforderung zur Bildbearbeitung bedeutete. Das dritte und letzte Thema, das ausgegeben worden war, lautete Eisenbahn.

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In einer Kategorie stand Helga Haselbeck am Ende ganz oben: Was die Bilder zum »freien Thema« betraf, so war ihr Beitrag der beste. Die Goldmedaille ging an die 58-Jährige. Ein Dachboden, den sie aufgenommen hatte, überzeugte die Jury.

Sie selbst findet, wie sie in diesem Zusammenhang erzählt, dass die Stimmung, die sie mit ihrem Schnappschuss eingefangen hat, »sehr depressiv« sei. Dort sei ein Fenster, da ein Stuhl zu sehen, eine Wäscheleine sei aufgehängt. Auf andere wirke das Foto, das sie auch schon in der Ausstellung Tod und Sterben in Traunstein gezeigt habe, ganz anders. Jedenfalls besitzt das Bild so eine Ausstrahlungskraft, dass Haselbeck eine Goldmedaille bekam.

Nicht nur bei der Bundesfotoschau 2020, auch beim Themenwettbewerb, den das Fachjournal »Die Sammellinse« in diesem Jahr veranstaltete, war die 58-Jährige erfolgreich. Auch in diesem Fall waren wieder drei Themen zu bearbeiten – und zwar erstens Metall, zweitens Nebel und Rauch sowie drittens Froschperspektive. In jeder Kategorie konnte man drei Dateien einreichen. Etwa 1000 Autoren schickten 3000 Fotos. Am besten waren, wie die Jury meinte, die Dateien, die von Helga Haselbeck aus Traunstein kamen. 215 Punkte sammelte sie für all ihre Werke, die sie eingeschickt hatte – und damit lag sie am Ende hauchdünn ganz vorne, gerade einmal zwei Punkte beziehungsweise drei Punkte hatte sie mehr auf dem Konto als der Zweit- und der Drittplatzierte.

Über beide Erfolge freut sich die 58-Jährige sehr – über den Gesamtsieg beim Themenwettbewerb der »Sammellinse« vielleicht noch ein bisschen mehr. Schließlich hat sie mit diesem Gesamtsieg etwas geschafft, was noch keinem Mitglied der BSW-Fotogruppe Traunstein vor ihr gelungen ist. Im ganzen Verein ist die Freude riesig, dass jemandem aus den eigenen Reihen dieses Kunststück gelungen ist.

Die heute 58-Jährige hat eine Ader für alles Künstlerische. »Schon in meiner Jugend habe ich gemalt«, erzählt Helga Haselbeck. Auch Fotos habe sie in dieser frühen Zeit geschossen – und zwar mit einer einfachen Pocketkamera, die dem künstlerischen Gestalten der Motive aber enge Grenzen setzte. 20 Jahre habe sie dann »nichts mehr gemacht«, der Mann, die Kinder, die Familie hätten in dieser Zeit Priorität besessen.

2011 folgte dann ein einschneidendes Erlebnis. Auf einer Reise habe sie, wie sie weiter erzählt, einen Fotografen kennengelernt, der einen sehr guten Apparat verwendet habe. Er habe ihr gezeigt, wie schön Fotos sein können. Geweckt war eine Leidenschaft, die die 58-Jährige nun nicht mehr verlässt.

2014 sei sie der BSW-Fotogruppe Traunstein beigetreten. Einen VHS-Kurs habe sie gemacht – und immer wieder habe sie Erfahrungen gesammelt, so die 58-Jährige. Den Fiat der Familie habe sie aus der Froschperspektive, also von unten, aufgenommen. Sie habe gemeint, dass er wie ein Sportwagen ausgeschaut habe – bis sie das Foto anderen gezeigt habe, die das Bild dann »zerrissen«. Heute würde ihr so etwas nicht mehr passieren.

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