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Immer größer wird langsam zu groß

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Bundestag
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Derzeit haben 709 Politikerinnen und Politiker einen Sitz im Bundestag. Foto: Ralf Hirschberger/dpa Foto: dpa

20 Tafeln Schokolade sollen gerecht verteilt werden. Bei zehn Kindern bekommt also jeder zwei Tafeln. Die Aufgabe wird schwieriger, wenn zum Beispiel drei Tafeln für Kinder sind, die eine 1 in Deutsch haben. Damit die anderen aber nicht weniger bekommen, müssen die Eltern Tafeln dazu kaufen. Dann bekommen sogar alle mehr als die zwei vom Anfang!


Die Expertin Sophie Schönberger benutzt dieses Beispiel, um zu erklären, warum zuletzt immer mehr Politikerinnen und Politiker in den Bundestag in der Hauptstadt Berlin gewählt wurden. Im Bundestag werden wichtige Entscheidungen etwa über neue Gesetze getroffen. Statt früher knapp 600 Mitglieder hat er inzwischen mehr als 700. Und bei der nächsten Wahl könnten es noch viel mehr werden.

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Das ist passiert, weil man Stimmen bei den Wahlen gerecht verteilen wollte - ähnlich wie die Schokolade. Dahinter steckt also eigentlich ein guter Gedanke. Doch so ein großer Bundestag hat einige Nachteile, erklärt der Experte Thomas Gschwend: »Es wird immer voller. Es gibt keinen Platz mehr für Büros. Die Politiker müssen dann vielleicht im Container arbeiten.« Hinzu komme, dass es schwieriger wird, miteinander zu reden und etwa Lösungen für Probleme zu finden, ergänzt Sophie Schönberger.

Deshalb meinen im Bundestag auch alle: So soll es nicht weitergehen. Trotzdem konnten sich die Politiker bisher nicht auf neue Regeln einigen. Das hat vor allem mit der Partei CSU aus dem Bundesland Bayern zu tun.

Die Partei ist sozusagen die mit der 1 in Deutsch. Sie hat dafür gesorgt, dass es immer mehr Schokolade gibt. Also, dass immer mehr Politiker und Politikerinnen im Bundestag sitzen. Bei der neuen Regel müssten alle Parteien Plätze abgeben, meinen Experten. Die CSU ist aber gegen einen bestimmten Vorschlag, weil sie Nachteile befürchtet. Damit bis zur Wahl trotzdem eine Lösung gefunden wird, müssen sich die Parteien jetzt sehr beeilen.