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Immer schneller, immer länger, immer besser

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Am 22. Februar feierte Simon Kurz aus der Oberau beim Jennerstier mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft in der Juniorenklasse seinen bis dato größten Erfolg. Foto: privat

Berchtesgaden/Au – Seit 2008 schnallt sich der 19 Jahre alte Simon Kurz aus Oberau die in der Skitourenszene »Zaunlatten« genannten Rennski unter die Füße. »Aus Spaß habe ich damals am Saghäusl-Andreas-Gedächtnislauf auf meinem Hausberg, dem Roßfeld, teilgenommen. Seitdem nehme ich bei allen heimischen Rennen teil und die Ergebnisse wurden immer besser«, sagt der gelernte Zimmerer. Den großen Durchbruch schaffte Simon dieses Jahr beim Jennerstier. »Ich war sehr gut drauf und konnte im Rennen alles abrufen. Ich habe mich richtig gefreut über den Titel ›Deutscher Juniorenmeister‹«, beschreibt er die Gefühle nach der deutschen Meisterschaft.


Internationale Rennatmosphäre schnupperte Simon unter anderem beim Sella-Ronda-Skimarathon in den Südtiroler Dolomiten am 14. März. »Ich bin kurzfristig für einen Freund eingesprungen, kannte meinen Teampartner nicht und wusste eigentlich gar nicht, was da auf mich zukommt. So ein langes Rennen bin ich auch noch nicht gelaufen«, erinnert er sich an das lange Rennen rund um den Sellastock. Das selbstgesteckte Ziel einer Zeit von unter vier Stunden unterbot er zusammen mit seinem Partner Marcel Voithofer mit einer Zeit von drei Stunden und 40 Minuten deutlich und landete damit auf dem 27. Platz.

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Seine hervorragende Verfassung stellte er nur eine Woche später, am 22. März, bei der Hohe-Tauern-Trophy unter Beweis. Mit einer Zeit von 54 Minuten und 56 Sekunden kam er drei Minuten vor dem Zweitplatzierten ins Ziel und wurde Sieger der Juniorenklasse.

Berufung in die Nationalmannschaft

Den Höhepunkt der Saison stellte für ihn die Berufung in die Nationalmannschaft dar. »Ich durfte zum Weltcup nach Les Diablerets in die Schweiz mitfahren. Leider habe ich beim Sprint eingefädelt und bin schwer gestürzt. Dafür lief es beim Individual-Rennen sehr gut für mich. Über den achten Platz bei den Junioren habe ich mich richtig gefreut«, denkt er zurück an die ersten Erfahrungen auf internationalem Parkett. »Beim Weltcup habe ich aber auch gesehen, dass ich meine Technik noch deutlich verbessern muss. Und im Sommer muss ich mit gezieltem Krafttraining meine Muskulatur noch ein wenig aufbauen«, hält er selbstkritisch fest.

Mit Blick auf die kommende Saison möchte er durch gute Ergebnisse am Anfang des Winters auf sich aufmerksam machen. »Wenn es so läuft wie diesen Winter, dann hoffe ich auf ein paar Einsätze im Weltcup. Ich konzentriere mich aber weiterhin auf die heimischen Rennen«, blickt Simon in die Zukunft.

Im Sommer Bergläufe und Motocross-Rennen

In den Sommermonaten wird bei Simon keine Langeweile aufkommen. Mit Bergläufen, Mountainbikefahren und der Teilnahme an Motocross-Rennen überbrückt er die Zeit, bis er im Berchtesgadener Land wieder Schnee unter den Skiern hat. Zusammen mit einigen Freunden, darunter die erfolgreichen Skibergsteiger der Region, Seppi Huber, Markus Hölzl und Lukas Graßl, bildet er das DAV-Skitourenteam Berchtesgaden. »Wir sind eine lustige Truppe und unternehmen sehr viel zusammen. Mit Freunden macht das Training einfach viel mehr Spaß. Die DAV-Sektion Berchtesgaden und Martin Dufter von Riap Sport in Bad Reichenhall unterstützen uns mit einem Bus. Den können wir für Trainingsfahrten und Wettkämpfe nutzen. Das hilft uns sehr«, beschreibt Simon die Unterstützung.

»Konsequent und regelmäßig trainieren, aber nie den Spaß auf Skiern in den Bergen verlieren«, ist Simons Tipp für alle jungen Skibergsteiger, um besser zu werden. Es ist davon auszugehen, dass auch kommende Wintersaison national und international von Simon Kurz aus Oberau zu hören sein wird. Johannes Schmid