Impfung mit Astrazeneca wird fortgesetzt

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Auch in den beiden Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land wird die Impfung mit dem Impfstoff von Astrazeneca kommende Woche fortgesetzt. Der Impfstoff wurde nach erneuter Prüfung von der EMA als »sicher und wirksam« eingestuft. Foto: dpa

Der Impfstoff von Astrazeneca wurde von der EMA (Europäische Arzneimittel-Agentur) am Donnerstagabend als zuverlässig eingestuft und in deren Folge auch vom Bundesgesundheitsministerium wieder zugelassen. Somit können die Impfungen mit dem Vakzin auch in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land wieder aufgenommen werden. Nächste Woche Montag bzw. Dienstag wird das der Fall sein, wie die beiden Landratsämter mitteilten.


Angepasst werden muss jedoch der Beipackzettel. Die EMA hält den Impfstoff weiterhin für »sicher und wirksam«, wie EMA-Chefin Emer Cooke sagte; die Vorteile einer Impfung mit Astrazeneca seien weit größer als die Nachteile und es seien keine Hinweise auf eine Häufung von Thrombosen nach Impfung mit dem Astrazeneca-Vakzin gefunden worden. Allerdings sei nicht auszuschließen, dass es einen Zusammenhang der Impfung mit den auch in Deutschland in sehr seltenen Fällen beobachteten Hirnvenenthrombosen und einem seltsamen Abfall von Blutplättchen gibt. Dies werde weiter untersucht. Deshalb soll ab sofort eine Warnung auf dem Beipackzettel stehen. Bis dies umgesetzt ist, können Ärzte die Aufklärungsbögen auch handschriftlich anpassen.

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In Traunstein sind aktuell 1800 Astrazeneca-Impfdosen (gleichbedeutend mit der Zahl der Impfungen) vorrätig, informierte Pressesprecher Michael Reithmeier. Ab Dienstag werde mit den Impfungen fortgefahren. Bis dahin seien alle Impftermine vergeben mit den anderen Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna. 3300 Impfdosen hat der Landkreis Traunstein in dieser Woche erhalten.

Im Landkreis Berchtesgadener Land sind 710 Impfstoffdosen des Vakzins von Astrazeneca eingelagert. Das Impfzentrum plant aktuell, die Impfungen damit am Montag wieder aufzunehmen. Nächste Woche stehen dem Landkreis also nach aktuellem Stand 2480 Impfdosen zur Verfügung: 1470 Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer, 300 von Moderna und die 710 eingelagerten Dosen des Vakzins von Astrazeneca. Zwischen vergangenem Mittwoch und kommenden Dienstag (Planungswoche des Impfzentrums) würden 1176 Dosen im Impfzentrum in Ainring verimpft, 460 Dosen in der Außenstelle in Berchtesgaden und 684 Dosen durch mobile Teams und Hausärzte, so die Pressestelle des Landratsamts Berchtesgadener Land.

Landrat Bernhard Kern freut sich über die Zulassung des Impfstoffs: »Ausreichende Mengen an Impfstoff sind der entscheidende Schlüssel für die Bekämpfung der Pandemie. Ich bin froh, dass die EMA schnell Klarheit über die Zuverlässigkeit des Impfstoffs geschaffen hat. Ich bin von dem Impfstoff überzeugt und würde mich jederzeit mit dem Vakzin von Astrazeneca impfen lassen. Jetzt hoffen wir darauf, dass ab April tatsächlich mehr Impfstoff zur Verfügung steht und auch die Grenzlandkreise mit Sonderzuweisungen unterstützt werden.«

Darüber hinaus hat das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege mitgeteilt, dass die zeitlichen Abstände zwischen der Erst- und Zweitimpfung bei den Vakzinen von Biontech/Pfizer und Moderna nun mit sechs Wochen Abstand durchgeführt werden sollen. Beim Impfstoff von Astrazeneca liegt zwischen Erst- und Zweitimpfung jetzt ein Abstand von zwölf Wochen. Bereits vereinbarte Zweittermine seien von dieser Umstellung nicht betroffen. Hier bleibt es bei dem ursprünglichen Abstand von drei (Biontech/Pfizer), vier (Moderna) und neun Wochen (Astrazeneca). Mit dieser Umstellung sollen zunächst mehr Menschen eine Erstimpfung erhalten.

Von den 177 324 Einwohnern des Landkreises Traunstein (Stand 30. Juni 2020) sind bisher 14 661 einmal geimpft. Das sind etwa 8,3 Prozent der Bevölkerung. 7047 Personen haben die zweite Impfung erhalten (rund 4 Prozent der Bevölkerung des Landkreises). Bayernweit haben mit Stand vom Freitag 9,14 Prozent der Menschen eine erste Impfdosis erhalten. Deutschlandweit liegt der Impffortschritt bei 8,52 Prozent.

Im Landkreis Berchtesgadener Land wurden gut 14 Prozent der Bevölkerung einmal geimpft, nämlich 15274. Der Landkreis hat 106 159 Einwohner (Stand 30. Juni 2020). 3835 Personen wurden bereits ein zweites Mal geimpft (3,6 Prozent).

ka

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