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Imposante Jubiläumsmatinée

Mit einer imposanten Jubiläumsmatinée zum 25-jährigen Bestehen der Musiklehrervereinigung MLV begeisterten rund fünfzig Musiklehrer und Schüler das Publikum des voll besetzten Festsaales Schloss Stein. Hochmotiviert stellten die Musiker an einer Vielzahl von Instrumenten ihr Können unter Beweis.

Mit einer grandiosen Matinée feierte die Musiklehrervereinigung ihr 25-jähriges Bestehen.

Unter der Leitung von Gerhard Altmann eröffnete das Blechbläserensemble mit dem »Festlichen Ruf« von Händel. Erster Vorstand Heinz Lichtmannegger betonte anschließend, dass man heuer, trotz so mancher Stolpersteine, ein Vierteljahrhundert bestehe, sei gleichzeitig Erfolgsgeschichte des Unterrichtsmodells als auch die Erfolgsgeschichte der Musik.

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Nachdem sich Heinz Lichtmannegger bei all denen, die die Musiklehrervereinigung auf ihrem Weg begleitet und sowohl finanziell als auch tatkräftig unterstützt haben bedankt hatte, leitete er über zu Johann Schmidbauers »Song for a Puppet Parade«, welcher temperamentvoll vom Blechbläserensemble vorgetragen wurde.

Dass man nicht unbedingt groß sein muss, um große Töne zu produzieren, zeigte sich beim Allegretto Vivace von Sheila M. Nelson, sehr harmonisch dargeboten von Violinetta. Das unter der Leitung von Margarethe Hlawa-Grundner stehende Violinenensemble besteht aus Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen acht und fünfzehn Jahren – nicht nur fürs Gehör ein Hochgenuss.

Bevor das Klarinettenorchester unter der Leitung von Tamas Puskas die Zuhörer mit Auszügen aus Werken von Georges Bizet und Johannes Brahms verwöhnte, gab es eine kurze musikalische Unterbrechung, in der sich Bürgermeister Josef Wimmer aus Surberg für die hervorragende Zusammenarbeit mit der Musiklehrervereinigung bedankte – auch im Namen aller anderer Bürgermeister, die mit der Musiklehrervereinigung kooperieren.

Beim Festvortrag von Cornelia Linnhoff, Leiterin der Walter-Mohr-Realschule Traunreut und Musiklehrerin, war die Bedeutung der Musikerziehung für die Persönlichkeitsentwicklung zentrales Thema. So erfuhr das aufmerksame und interessierte Publikum beispielsweise, dass es bei Kindern durch regelmäßiges Musizieren und Üben zu einer messbar gesteigerten Hirnaktivität kommt. Die Verbesserung von optischer Wahrnehmung, Tastsinn sowie der räumlichen Wahrnehmung wirke sich sehr positiv auf Wort- und Sprachgefühl, Satzbau und mathematisches Denken aus. Zudem fördere regelmäßiges Musizieren die Kreativität, steigere die Intelligenz, verhelfe den Kindern zu einer höheren Belastbarkeit und einer besseren Sozialkompetenz.

»The Pink Panther« von Henry Mancini, wieder ganz leidenschaftlich von Puskas' Klarinettenorchester vorgetragen, bot dem Zuhörer die Gelegenheit, das Gesagte sacken zu lassen und sich bei der Beobachtung der Musizierenden selbst von dessen Richtigkeit zu überzeugen.

Höhepunkt der sehr kurzweiligen und abwechslungsreichen Jubiläumsmatinée war aber Maurice Ravels Bolero. Das Jubiläumsorchester der Musiklehrervereinigung fuhr zur Höchstleistung auf, und ehe man sich versah, fand man sich förmlich hypnotisiert von den Klängen aus Ravels Klassiker wieder.

Bis hin zu den hintersten Stehplätzen drang der Rhythmus und machte alle im Festsaal Anwesenden zu Mitspielern. Schade, dass nicht noch ein paar freie Instrumente rumstanden, denn in diesen musikalischen Rausch hätte sicherlich so mancher gerne eingestimmt. Allein schon die Tamas Puscas eigene Art zu dirigieren, ästhetisch, elegant, tänzerisch und voller Hingabe, wie er damit sein Orchester infiziert und das Publikum fesselt, machte diese Jubiläumsmatinée hochattraktiv und exklusiv. Ein elfjähriges Mädchen brachte die Sache sehr treffend auf den Punkt: » Der Dirigent tanzt seine Musik.«.

Mit stehenden Ovationen belohnte das Publikum die Musiker und es erstaunte nicht, dass bei der abschließenden Dixie- Combo, die als eine Art Nachhall gedacht war, niemand so recht den schönen Festsaal verlassen wollte. Eine sehr gelungene Matinee, zu der wohl aus unterschiedlichsten Gründen der Ausruf »an die Musik« passt – ob nun als » Zuhörender« oder » Musizierender« .