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In der Landschaft den Charakter der Region erkennen

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Ein Städtchen in den italienischen Marken – Hans Torwesten bei der Betrachtung eines in diesem Jahr entstandenen Ölbilds. (Foto: Graichen)

Unter dem Motto »Die Ferne so nah« zeigt der im nördlichen Chiemgau ansässige Maler Hans Torwesten im Ausstellungsraum im Haus des Gastes in Gstadt Ölbilder und Aquarelle, die den Betrachter mitnehmen auf eine intensive Reise durch Landschaften vom nahen Oberbayern bis zum fernen Indien.


Insbesondere die Schönheit der vielgestaltigen Gegend rund um den Chiemsee in all ihren Facetten möchte der Künstler ihm nahebringen und als reizvollen Gegenpol die einzigartige Atmosphäre des Mediterranen. Bilder von Fraueninsel und Kloster Seeon faszinieren mit ungewohnter Sichtweise und Herausarbeitung von Einzelheiten, die auch der einheimische Betrachter bisher so nicht wahrgenommen hat, Aquarelle aus den engen Gassen italienischer und kroatischer Städtchen rufen Erinnerungen an unbeschwerte Urlaubstage in lebensfroher Umgebung und südlicher Wärme herauf. Die Bilder Hans Torwestens holen die Weite der Landschaft heran und erfassen in Nahaufnahmen des Vordergrundes und in Straßenszenen das Charakteristische einer Gegend; Ferne und Nähe zusammen geben erst das ganze Bild. Öfter als bisher bei Torwesten gehören auch Personen dazu, die die landschaftliche Momentaufnahme beleben.

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Hans Torwesten begann seine künstlerische Laufbahn zu einer Zeit, als nur die abstrakte Malerei als professionell galt, mit filigranen Federzeichnungen und surrealen Aquarellen und Ölbildern – abstrahierende Werke, die sich aus dem Inneren des Künstlers heraus entfalteten. Seit den achtziger Jahren bestimmte mehr und mehr die Landschaft als Thema sein künstlerisches Schaffen. Eine Stärke der Landschaftsmalerei von Hans Torwesten liegt im Erfassen von Details. Deren exakte Ausarbeitung ist jedoch nicht Selbstzweck – in ihrer Summe geben die Einzelheiten atmosphärisch dicht jene Stimmungen wieder, die den Charakter der abgebildeten Gegend ausmachen.

Oft geht die Genauigkeit der zeichnerisch durchgearbeiteten Details im Vordergrund eine charakteristische Verbindung ein mit dem schwungvollen Pinselstrich und der dynamischen Komposition des eher angedeuteten Hintergrundes. Im subjektiven Blickwinkel und der Reduktion auf das Wesentliche, in der bewussten Farbgebung und dem durchkomponierten Bildaufbau werden die Grenzen zur abstrakten Malerei fließend. Ein Besuch der lohnenden Ausstellung im Haus des Gastes in Gstadt ist noch möglich bis zum Sonntag, 8. September, täglich von 11 bis 19 Uhr. Inge Graichen