weather-image
22°

»In einer kalten Winternacht« im Reiser-Gedenkjahr

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Die Hirtenkinder sind wie immer das Herzstück des Tobi Reiser Adventsingens. (Foto: Ensemble Tobi Reiser/Andreas Kolarik)

Heuer wäre der früh verstorbene Tobias Reiser, Sohn des legendären Volksmusikanten Tobi Reiser, 70 Jahre alt geworden. Ihm zu Ehren stellt das Ensemble Tobi Reiser das »Tobi Reiser Adventsingen« 2016 unter das Motto »In einer kalten Winternacht«, nach dem Titel eines bekannten Liedes von Tobias Reiser. Premiere ist am 2. Dezember. Heuer übernimmt erstmals Sepp Staber aus Riedering die Rolle des Erzählers.


Bis 11. Dezember gibt es dann noch zehn weitere Aufführungen in der Großen Aula der Universität und am Sonntag, 11. Dezember, um 11 Uhr ein etwas kürzeres Adventsingen für Kinder.

Anzeige

Als Tobi Reiser vor 70 Jahren, im Jahr der Geburt seines Sohnes, Freunde und bekannte zu einer besinnlichen vorweihnachtlichen Feierstunde einlud, ahnte noch niemand, dass sich dadurch Salzburg zum regelrechten »Adventsing-Land« entwickeln würde. Mit 25 Jahren übernahm Tobias Reiser 1974 das väterliche Erbe. Als er 1999 nur 53-jährig starb, hinterließ er ein Adventsingen neuen Stils. Aus schönen Liedern, Weisen und Texten wurde ein vorweihnachtliches Oratorium. Dem fühlen sich seine ehemaligen Freunde und Weggefährten verpflichtet. Sie veranstalten seit elf Jahren das »Tobi Reiser Adventsingen«. Künstlerischer Leiter ist der einstige Hirtenbub, Kontrabassist bei der Camerata Salzburg und Leiter des Ensembles Tobi Reiser, Josef Radauer.

Für Radauer ist die »kalte Winternacht« ein Symbol für die zunehmende Kälte und Gleichgültigkeit der Menschen untereinander. Im Zentrum des Spiels stehen auch heuer wieder die musikalisch bestens ausgebildeten Hirtenkinder und eine berührende, neu gestaltete Herbergssuche. Die unbekümmerten Fragen der Kinder führen immer tiefer in die biblische Geschichte. Menschlichkeit und Herzenswärme der Hirten vermögen der kalten Winternacht zu trotzen.

Immer auch Mitwirkende aus Bayern dabei

Seit Beginn des Adventsingens in Salzburg wirkten Bayern mit – bei Tobi und Tobias Reiser unter anderem die Riederinger Sänger, die Fischbachauer Sänger, Franz Hafner vom Berchtesgadener Bauerntheater als Vogelfänger – Heuer sind wie in den Vorjahren wieder die Walchschmied Sänger aus Unterwössen, die Tegernseer Bäuerin Walburg Roth als Wirtin sowie im Ensemble Tobi Reiser Mandi Hugel aus Holzkirchen (Gitarre) und Herbert Lagler aus Marktschellenberg (Zither) dabei.

Ein Kreis schließt sich auch mit einem neuen bayerischen Mitwirkenden: Sepp Staber, Huglbauer aus Riedering. Der 68-jährige Amateurtheatermann ist Sohn des gleichnamigen Sepp Staber, der mit den legendären Riederinger Sängern jahrzehntelang das Adventsingen mitgestaltet hat. Staber, »Riederinger Sänger« der Nachfolgegeneration, freut sich. Er sah mit zehn Jahren Ende der 50er Jahre erstmals in der Aula Reisers Adventsingen und wollte immer bei den Hirten mitspielen. Ihn faszinierte, wie »resch« die Hirtenkinder auftraten und wie sie daherredeten wie Erwachsene. »Aber wir haben kein Auto gehabt, ich hätte mit dem Zug zu den Proben fahren müssen. Rosenheim war schon am Rand der Welt damals.« Jetzt spielt er den Begleiter und Erzähler der Hirtenkinder.

Mit dem Theaterspielen begann er schon vor 30 Jahren beim Trachtenverein und war seit 1998 bei größeren Theaterprojekten von Elfriede Ringsgwandl in Riedering wie »Da Himmegugga« und »Der Zigeunerbauer« engagiert. Um 1993 gründete er mit seinen eigenen Buben die ringsum für Veranstaltungen sehr gefragten »Riederinger Hirtabuam«. Überregional bekannt wurden die Riederinger Kinder, als Christian Stückl sie ab 2002 zehn Jahre lang für seine Inszenierung des »Jedermann« am Domplatz zu den Salzburger Festspielen holte.

Maxi, einer der ersten Riederinger Hirten, sprach sogar erfolgreich mit dem Monolog des »Lippei« an der Otto-Falckenberg-Schule in München vor, wo er dann studierte. Inzwischen ist Maximilian Brückner ein vielfach preisgekrönter Schauspieler, war 2004 bis 2006 bei Stückls Jedermann der »Mammon« und erhielt viel Anerkennung als »Boandlkramer« am Münchner Volkstheater.

Weitere Mitwirkende sind der Salzburger Dreigesang, die Pongauer Bläser, die »Alpinia Tresterer« und ein bewährtes Team von Schauspielern und Gesangssolisten. Das Bühnenbild gestaltet Siegwulf Turek. Kartenbestellung ist möglich über »oeticket« (Raiffeisenkassen), Salzburgs Kartenbüros und die Internetseite www.tobi-reiser.at. Dort und unter Telefon 0043-664-1673973 gibt es auch nähere Infos zu Terminen, Inhalt und Akteuren. Veronika Mergenthal