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Biathletin Sophia Schneider. (Foto: DSV)

In »Rekordzeit« in den Weltcup

Das gibt es selten: Innerhalb von nur zwei Wochen hat es Biathletin Sophia Schneider vom SV Oberteisendorf vom Deutschlandpokal über den IBU-Cup nun in den Weltcup geschafft. Die 24-Jährige wurde nach guten Leistungen in der »Zweiten Liga« des Biathlons in Osrblie (Slowakei) für einen Einsatz auf höchster Wettkampfebene in Antholz (Italien) nominiert.


»Damit habe ich nicht gerechnet«, gibt sie zu, nachdem der Saisonstart für sie schwierig gewesen war. Bei den Qualifikationsrennen der deutschen Mannschaft in Obertilliach »ging es gar nicht gut.« Schon da hatte die junge Sportlerin muskuläre Rückenprobleme im unteren Bereich. »Da kann ich mich dann schlechter aufrichten und mit dem Oberkörper nicht so kraftvoll arbeiten«, erklärt Schneider.

Da es im Dezember keine Deutschlandpokal-Rennen gab, »hatte ich erst einmal gar keine Wettkämpfe.« Und als sie kurz vor Weihachten – wiederum in Obertilliach – im IBU-Cup im Sprint antreten durfte, lief es dort auch nicht nach Wunsch. Der Rücken zwickte, und auch beim Schießen (drei Fehler bei zehn Schuss) passte es nicht.

»Anschließend haben wir mit meinem Heimtrainer Tobi Reiter sehr gut trainiert.« Als dann am Notschrei (Schwarzwald) der Deutschlandpokal ausgetragen wurde, »ging es auch vom Rücken her gut.« Neben der besseren Voraussetzung für das Langlaufen »kann man sich auch besser konzentrieren.«

Mit Erfolg: Im verkürzten Einzellauf (20 Schuss/nur 45 Sekunden Zeitaufschlag pro Schießfehler) wurde sie nach einem Fehlschuss mit nur 6,0 Sekunden Rückstand hinter ihrer fehlerfrei schießenden Stützpunkt-Kollegin Karolin Horchler (WSV Clausthal-Zellerfeld) Zweite. Schneider hatte vor Horchler die beste reine Laufzeit. Im Sprint gewann die Sportlerin des SVO (21:51,5/1) sogar.

Das brachte der 24-Jährigen einen Startplatz in der zweiten IBU-Cup-Woche in Osrblie. Dort wurde sie Achte des verkürzten Einzellaufs und jeweils Zwölfte in Sprint und Verfolgung. »Da ging es richtig gut, auch vom Schießen her«, freut sich die Angehörige des Zoll-Skiteams darüber, dass es auch mit ihrer Treffsicherheit gut passt.

Vom Rücken her ging es ihr in der Slowakei ebenfalls gut. Weil es aber drei Wettkämpfe innerhalb weniger Tage waren, »habe ich das im letzten Rennen wieder leicht gespürt.« Sie sieht darin aber kein Problem für den kommenden Weltcup: »Mit ein bisschen Ruhe geht das schon wieder, zudem war ich ja nochmal bei meinem Osteopathen Andi Fischer«, zeigt sie sich zuversichtlich.

Schneider freut sich riesig auf ihren Einsatz – auch wegen des Veranstaltungsorts: »Das ist ein toller Weltcup-Ort. Außerdem habe ich dort noch nie einen richtigen Wettkampf bestritten.« Zu Gast in Südtirol war sie aber schon einmal: »Das war mit 16 oder 17 Jahren. Da waren wir zu einem Trainingslager dort und haben im Funktionsgebäude mit Matratzen und Isomatten übernachtet.«

Das Quartier dürfte diesmal bequemer sein, »und ich möchte dort abrufen, was ich in den vergangenen Wochen geschafft habe. Wenn ich beim Einzellauf am Freitag (14.15 Uhr, d. Red.) wieder eine Schießleistung von 95 Prozent schaffe, dann kann ich auch im Weltcup ordentlich abschneiden«, hofft sie. »Läuferisch ist bei mir auch noch Luft nach oben, aber es ist schon ganz ordentlich«, freut sich die 24-Jährige. Auch die Höhe von Antholz (ca. 1600 m) bereitet ihr wenig Sorge: »Ich habe zwar in diesem Winter relativ wenig in der Höhe trainiert, aber Obertilliach liegt zum Beispiel auch auf gut 1300 Metern, damit hatte ich auch kein Problem.«

In der folgenden Woche geht es für Schneider dann zur Europameisterschaft an den Arber. »Das war auf jeden Fall ein Saisonziel« erklärt sie. Zudem müsse aber »in meinem Alter allmählich der Weltcup das Ziel sein. Da möchte man hin und sich irgendwann auch mal da festsetzen. Dazu muss man versuchen, über die Rennen konstanter zu werden und sich über den IBU-Cup Schritt für Schritt zu empfehlen.«

Empfehlen möchte sie sich aber nun auch beim Weltcup selbst für weitere Einsätze. Im Einzellauf darf sie auf jeden Fall starten. Ob sie tags darauf in der Staffel ran darf, entscheidet wohl auch das Ergebnis des 15-km-Wettbewerbs.

Dass Schneider in diesem sogar mit ihrer Vereinskollegin Marion Wiesensarter antreten darf, »ist voll cool. Die Marion (27 Jahre, d. Red.) ist eine richtig gute Freundin von mir. Ich hoffe darauf, dass wir künftig öfter gemeinsam im Weltcup antreten können. Überhaupt haben wir ein sehr junges Team«, blickt Schneider voller Vorfreude voraus. Sollte das SVO-Duo gemeinsam im Einzellauf überzeugen, könnte es sogar sein, dass es schon in Antholz in der Staffel einen weiteren gemeinsamen Auftritt gibt ...

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