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»In unserer Heimat lebt man sehr sicher«

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Berchtesgaden – Im Jahr 2015 ist die Gesamtzahl der Straftaten im südlichen Landkreis erstmals unter 700 gesunken. Zudem verzeichnete die Polizei Berchtesgaden 957 Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz. Diebstähle sind um neun Prozent zurückgegangen, die Straßenkriminalität sogar um 17 Prozent. Das schreibt der Berchtesgadener Polizeichef Günther Adolph in seinem Sicherheitsbericht 2015.


Die Polizeiinspektion Berchtesgaden ist für den Markt Berchtesgaden, Marktschellenberg und die Gemeinden Schönau am Königssee, Bischofswiesen und Ramsau mit insgesamt 24 000 Einwohnern zuständig. Im vergangenen Jahr haben die Beamten hier 694 Straftaten bearbeitet, 2014 waren es noch 758. Die Aufklärungsquote bei den bekannt gewordenen Straftaten betrug knapp 60 Prozent. 2014 waren es 64,2 Prozent.

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Der Bereich »Körperverletzungsdelikte« hat maßgeblichen Einfluss auf das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung, weshalb die Aufklärung der Taten und die Ermittlung der Täter immens wichtig sind. Die Körperverletzungsdelikte gingen von 110 Fällen im Jahr 2013 auf 85 im Jahr 2014 zurück und stiegen im vergangenen Jahr auf 99 Delikte. In 93 Prozent der Fälle konnte die Tat aufgeklärt werden.

Insgesamt wurden 236 Diebstähle bearbeitet, 22 weniger als noch im Vorjahr. Ladendiebstähle wurden in 33 Fällen erfasst, 2014 waren es 48. Die bayernweit positive statistische Entwicklung in der gesamten Diebstahlskriminalität wird leider im Bereich der Wohnungseinbrüche getrübt. Hier ist auch bei uns ein negativer Trend festzustellen. Es wurden neun Wohnungseinbruchsdiebstähle oder versuchte Einbrüche aufgenommen, vier mehr als noch 2014.

Die Anzahl der Fahrraddiebstähle sank von 30 auf 19 Fälle. Die Straftaten im Bereich der Betrugsdelikte stiegen von 74 auf 80.

Weiterhin verzeichnet die Polizei im Bereich der Sachbeschädigungen einen positiven Trend. Die erfassten Fälle sanken von 95 auf 83. Im Jahr 2013 waren es noch 140 Taten. In 33 Fällen wurden Kraftfahrzeuge beschädigt. Das sind fünf Autos weniger als im Vorjahr.

Die meist unbekannten Rowdys ließen ihre Zerstörungswut vor allem an Straßenlaternen, Parkbänken, Hauswänden und geparkten Autos aus. Wegen oft fehlender Ermittlungsansätze oder konkreten Zeugenaussagen liegt die Aufklärungsquote hier lediglich bei 32,5 Prozent.

21 Rauschgiftdelikte gab es 2015, und somit zwei mehr als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote liegt in diesem Bereich bei über 90 Prozent.

Die Polizei Berchtesgaden ermittelte in 15 Fällen wegen Sexualdelikten. 2014 waren es fünf weniger. Das Deliktsfeld geht von exhibitionistischen Handlungen und sexueller Nötigung bis hin zum sexuellen Missbrauch von Kindern.

Bergunfälle gehören nicht zur Kriminalstatistik. Dennoch seien sie im Sicherheitsbericht erwähnt, weil die Bergführer und Alpinbeamten, neben den Kameraden der Bergwachten, bei Vermisstensuchen im Gebirge und der Bearbeitung von oft tödlichen Alpin- und Freizeitunfällen immer stark gefordert sind. Im vergangenen Jahr mussten die Polizeibergführer fünf tödliche Unfälle im Alpinbereich bearbeiten, 2014 starben vier.

Insgesamt wurden 609 Verkehrsunfälle aufgenommen. 2014 waren es 42 Unfälle mehr. Ein Mensch verlor dabei sein Leben, im Vorjahr waren es drei. Bei 101 Unfällen wurden 41 schwer und 79 Menschen leicht verletzt. Bei neun Alkoholunfällen wurden drei Personen verletzt.

Bei 137 Unfällen mit Unfallflucht konnten die Flüchtigen nur in 49 Fällen ermittelt werden. Auch 2014 waren es 49. Bei der Aufklärung ist die Polizei auf die Aufmerksamkeit von Zeugen angewiesen. »Scheuen Sie sich nicht, bei verdächtigen Wahrnehmungen die Notrufnummer 110 zu wählen. Sie helfen dabei mit, dass der Geschädigte nicht auf seinem Schaden sitzen bleibt«, bittet der Berchtesgadener Polizeichef die Bevölkerung.

56 Mal wurden Wildunfälle bearbeitet. Für eine sichere Heimat ist nicht zuletzt die Gesellschaft insgesamt in der Pflicht. »Umsichtige und couragierte Bürger sind unsere wichtigsten Partner«, betont Günther Adolph abschließend. fb