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Pidinger Schleierfahnder mit Kontrollen am Walserberg erfolgreich

In vier Stunden zehn Straftaten aufgedeckt

Bad Reichenhall – Eine groß angelegte Kontrolle führten die Traunsteiner Fahnder in der Nacht von Freitag auf Samstag auf der A8 in Richtung Salzburg am Grenzübergang Walserberg durch.

Foto: Bundespolizei

Gemeinsam mit Einsatzkräften der bayerischen Bereitschaftspolizei, der Verkehrspolizei Traunstein und einem Diensthundeführer waren rund 70 Mann an der Kontrollstelle im Einsatz. Die Bilanz der nächtlichen Kontrollaktion fiel äußerst positiv aus. In den vier Stunden konnten insgesamt zehn Straftaten und vier Fahndungsnotierungen aufgedeckt werden. Zudem wurde in fünf Fällen die Weiterfahrt unterbunden.

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Gegen 22 Uhr kontrollierten die Beamten einen 28-jährigen serbischen Staatsbürger, der mit seinem Pkw auf der Rückfahrt von einem Besuch in Baden-Württemberg nach Serbien war. Beim Abgleich seiner Personalien spuckte der Fahndungscomputer einen Suchvermerk nach ihm aus. Die Staatsanwaltschaft Heilbronn interessierte sich für den Aufenthaltsort des Serben, da er in einem dortigen Betrugsverfahren »untergetaucht« war. Die Schleierfahnder stellten seinen ständigen Aufenthalts- sowie Wohnort fest und unterrichteten die Staatsanwaltschaft Heilbronn. Von dort aus kann nun das Verfahren wegen Betrugs weitergeführt werden.

Viel zu schnell unterwegs – Führerschein für zwei Monate weg

Um 22.30 Uhr wurde die Kontrollstelle einem 37-jährigen Geschäftsmann aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zum Verhängnis. Er hatte im Jahr 2015 eine derart hohe Geschwindigkeitsüberschreitung begangen, dass die Bußgeldstelle gegen ihn ein Fahrverbot in Höhe von zwei Monaten verhängt hatte. Hierzu hätte er seinen Führerschein bei einer bayerischen Polizeidienststelle abgeben müssen. Da er dies nicht tat, kamen ihm die Polizeibeamten mittels einer entsprechenden Fahndungsnotierung auf die Schliche. Der Geschäftsmann wurde wegen Fahrens trotz Fahrverbot bei der Staatsanwaltschaft angezeigt und sein Führerschein für die nächsten zwei Monate einbehalten.

In einem internationalen Fernreisebus konnte ein 51-jähriger Serbe verhaftet werden, nach dem die Staatsanwaltschaft Ingolstadt wegen Diebstahls zur Verbüßung einer fünfmonatigen Haftstrafe gefahndet hatte. Er wurde nach der Sachbearbeitung in eine nahe gelegene Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Bei der Kontrolle eines Peugeot aus Großbritannien entging den Fahnderaugen nicht, dass die vorgezeigte grüne Karte der Kfz-Haftpflichtversicherung eine Totalfälschung darstellte. Diese hatte sich der Fahrer, ein 24-jähriger Bulgare, offensichtlich selbst gedruckt; die Fahnder konnten bei ihm weitere entsprechende Formularbögen auffinden.

Gras im Auto

Auch für zwei Männer aus Wien endete die Fahrt in die österreichische Bundeshauptstadt vorübergehend am Walserberg. Der Geruch von Marihuana in ihrem angehaltenen Auto führte die Polizisten auf die richtige Fährte. Beim 23-jährigen Beifahrer wurde eine kleine Menge »Gras« aufgefunden, weshalb er wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz angezeigt wurde. Sein Begleiter, der 26-jährige Fahrer des Wagens, erweckte den Eindruck, unter dem Einfluss von Drogen zu sein. Ein Vortest an der Kontrollstelle bestätigte den Verdacht. Er musste somit zur Blutentnahme in das Krankenhaus.

Bereits um Mitternacht gelang den Polizeibeamten ein weiterer Fahndungstreffer: Beim Abgleich der Kennzeichen eines kontrollierten BMW mit dem Polizeicomputer kam ein Fahndungsersuchen der Kfz-Zulassungsstelle Ansbach zum Vorschein. Der in Franken wohnhafte 29-jährige Kroate hatte die Kfz-Haftpflichtversicherung nicht mehr bezahlt, woraufhin die Versicherung den Vertrag kündigte und die Zulassungsstelle darüber in Kenntnis setzte. Bisher konnte die Polizei dem BMW für die nötige Zwangsentstempelung der Kennzeichen nicht habhaft werden. An der Kontrollstelle war die geplante Fahrt in die kroatische Heimat jedoch zu Ende. Der 29-Jährige wurde wegen Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz angezeigt. Erst nach Abschluss eines neuen Versicherungsvertrages bekam er seine Fahrzeugschlüssel wieder ausgehändigt.

Um kurz vor 1 Uhr morgens hatte dann der Polizeidiensthund Simba sein Erfolgserlebnis: Bei einer 30-jährigen Bulgarin entstand der Verdacht einer Drogenabhängigkeit, woraufhin ihr gesamtes Gepäck durchsucht wurde. Dabei war der Diensthund Simba von großer Hilfe. Obwohl mehrfach verpackt in ihrer Wäsche, zeigte Simba das richtige Näschen und deutete den Kontrollbeamten den Weg zu der von der Bulgarin mitgeführten Kleinmenge Marihuana. Auch sie kam um eine Anzeige wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und um die Sicherstellung der Drogen nicht herum. Gegen eine Sicherheitsleistung im dreistelligen Bereich wurde sie nach der Sachbearbeitung wieder auf freien Fuß gesetzt.

Schließlich blieb noch ein 24-jähriger Türke aus Oberösterreich im »Fahndungsnetz« der Schleierfahnder hängen. Den ausgehändigten bulgarischen Führerschein erkannten die routinierten Augen der Fahnder als Totalfälschung. Der Mann wurde wegen Urkundenfälschung und Fahren ohne Fahrerlaubnis bei der Staatsanwaltschaft Traunstein angezeigt.