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Indien: Tödlicher Nipah-Virus ausgebrochen - Midestens 10 Tote

Indien, Kozhikode: Rettungssanitäter in Schutzanzügen begraben ein Opfer, das aufgrund des Nipah-Virus verstarb. Beim Ausbruch des gefährlichen Nipah-Virus in Indien sind mehrere Menschen gestorben. Der Erreger kann bei Menschen Fieber, Atemwegserkrankungen und tödliche Hirnhautentzündungen verursachen. Es gibt weder eine Impfung noch eine wirkungsvolle Behandlung. Foto: K.Shijith/AP/dpa

Mindestens zwei Menschen sind in Indien an Infektionen mit dem Nipah-Virus gestorben. Vier weitere Todesfälle, bei denen der Verdacht herrscht, werden noch untersucht.


Beim Ausbruch des gefährlichen Nipah-Virus in Indien sind inzwischen mindestens zehn Menschen gestorben. Zwei weitere Erkrankte lägen auf der Intensivstation, sagte am Dienstag eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums des südindischen Bundesstaates Kerala auf Anfrage. Zudem wurden demnach sieben Patienten auf Isolierstationen behandelt.

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Knapp 100 Menschen galten als Verdachtsfälle und wurden zu Hause unter Quarantäne gestellt. Größtenteils handelte es sich um Menschen, die Kontakt mit den ersten Opfern hatten, bei denen das Virus nachgewiesen worden war: zwei Brüder aus einem Dorf im Bezirk Kozhikode und deren Tante. Der erste Todesfall war am Freitag, 18. Mai 2018 geschehen.

In einem Brunnen hinter dem Haus der Familie wurde ein toter Flughund gefunden. Flughunde sind nach Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die natürlichen Wirte des Nipah-Virus, an dem auch Tiere schwer erkranken können. Der Erreger kann bei Menschen Fieber, Atemwegserkrankungen und tödliche Hirnhautentzündungen verursachen. Es gibt weder eine Impfung noch eine wirkungsvolle Behandlung.

Die Sterblichkeitsrate bei bisherigen Ausbrüchen - alle in Südasien - lag laut WHO zwischen 9 und 100 Prozent. Das Nipah-Virus wurde erstmals im Jahr 1998 in Malaysia nachgewiesen. Es gehört nach Ansicht der WHO zu den Erregern, die am dringendsten erforscht werden müssen, weil sie die öffentliche Gesundheit gefährden. dpa