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Installation, Malerei, Skulptur, Fotografie – zeitgenössische Kunst

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Eine Figur aus der Installation »Ein Kind in Traunstein«. Die gleichnamige Ausstellung wird am Samstag um 11 Uhr in einer Matinee im Stadt- und Spielzeugmuseum am Traunsteiner Stadtplatz eröffnet.

Ein interessantes, abwechslungsreiches Programm, das an die moderne, zeitgenössische Kunst und ihre vielfältigen Fragestellungen heranführt, gibt es auch in diesem Jahr in der Städtischen Galerie Traunstein zu sehen, zum Teil auch im Kunstraum Klosterkirche oder anderen Ausstellungsräumen der Stadt.


Den Anfang macht die interaktive Ausstellung »Ein Kind in Traunstein« ab Samstag im Stadt- und Spielzeugmuseum Traunstein. Anknüpfend an die Oberbayerischen Kulturtage im letzten Jahr, als die Münchner Künstlerin Tatjana Utz am Bahnhof Metallfiguren mit gemalten Ganzkörperporträts aufstellte, werden nun die auf Hartschaumplatten gemalten Originale von Tatjana Utz im Museum gezeigt. Zur Einführung spricht Judith Bader, die Leiterin der Städtischen Galerie, am kommenden Samstag, 18. Januar, um 11 Uhr. Zur Matinee erscheint eine kleine Broschüre, die neben Bildmaterial auch die erzählten Erinnerungen enthält.

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»Drei junge bildhauerische Positionen« sind in der ARTS-Akzente-Ausstellung ab Freitag, 7. März, bis 6. April in der Städtischen Galerie und im Kunstraum Klosterkirche zu sehen. Elke Härtel, Korbinian Jaud (ARTS-Förderpreisträger 2007) und Alexi Tsioris, drei junge Bildhauer aus München, die bereits bedeutende Preise gewonnen haben, werden mit ihren Plastiken, Installationen und Raumkonstruktionen die zeitgenössische Bildhauerei präsentieren, wobei Abstraktion, Funktionalität und Dysfunktionalität und die Neucodierung von Körpern und Räu-men eine ebenso wichtige Rolle spielen werden wie Fragen nach der menschlichen Befindlichkeit und Wahrnehmung.

Bildobjekte und Zeichnungen sind ab Donnerstag, 15. Mai, bis 15. Juni in der Städtischen Galerie ausgestellt. Unter dem Titel »Aus Material und Zeit« stellt der Pforzheimer Künstler Stephan Wolter Zeichnungen und Tafelbilder aus, die an der Schnittstelle zwischen kühler Abstraktion und sinnlicher Oberflächenbehandlung angesiedelt sind. Seine Bildkompositionen, die in Serien gearbeitet sind, führen die unterschiedlichen Dimensionen von Fläche, Räumlichkeit und Linie, Kontrast und Harmonie, Form und Farbe variantenreich vor. Daneben sind einige wenige »Weiße Bilder« des in Seeon lebenden Malers Hermann Wagner ausgestellt, die auf der Grenze vom Sichtbaren zum Unsichtbaren schweben und die Farbe Weiß als Medium und Metapher gleichzeitig veranschaulichen.

Die »Chiemgauer Kulturtage 2014« finden zwischen 22. Mai und 1. Juni an verschiedenen Orten in Traunstein statt, so wieder in der Tiefgarage am Bahnhof, wo Kunsterzieher und Schüler an der künstlerischen Ausgestaltung der Tiefgarage und des Traunsteiner Bahnhofs zum Thema »Ankunft und Abfahrt« weiterarbeiten. Neben anderen Veranstaltungen wie geführten Rundgängen wird auch eine Podiumsdiskussion mit Mitgliedern des Kunstvereins Traunstein, Politikern und Kulturschaffenden der Region zum Thema »Ist das Kunst oder kann das weg?« stattfinden.

Fotografien und Offene Jahresausstellung

Mit der Fotoausstellung »Dem Abend angesagt« setzt die Städtische Galerie ihre Reihe mit herausragenden Beispielen zeitgenössischer Fotografie fort. Die beiden Künstlerinnen, Yukara Shimizu, 1964 in Tokio geboren, und Angela Fechter, Jahrgang 1967 arbeiten bei der Fotografie im Grenzbereich von Fiktion und Dokumentation und richten ihr Interesse darauf, die Vorstellung des Betrachters von Wirklichkeit vielschichtiger erlebbar zu machen, indem zwischen Inszenierung und Authentizität nicht mehr unterschieden wird.

Yukara Shimizu zeigt menschenleere Landschaften oder verlassene Wohnviertel, die alle in der Dämmerung oder nachts aufgenommen wurden. Die Eiseskälte lässt sich nicht nur auf frostige Motive zurückführen. Der Eindruck, dass die Fotografien aus einem fortlaufenden Film mit nachvollziehbarer Handlung stammen könnten, überwiegt bei den Fotografien von Angela Fechter, die die meisten ihrer Bilder in ein trübes Licht taucht. Die weibliche Identität zwischen Anpassung und Widerstand und das Probieren verschiedener weiblicher Rollenklischees sind ihre zentralen Themen. Die Ausstellung wird am Freitag, 27. Juni, um 19 Uhr eröffnet und läuft bis 27. Juli.

Die alljährliche, offene, jurierte Jahresausstellung des Kunstvereins Traunstein, an der wie immer auch Nichtmitglieder die Chance haben, ihre Werke zu zeigen, findet heuer von Donnerstag, 16. Oktober (Vernissage), bis 2. November im Kunstraum Klosterkirche und der Städtischen Galerie statt. Die verschiedensten Gattungen der Bildenden Kunst werden exemplarisch für die Kunst der Gegenwart vertreten sein. Dazu rundet die Parallelausstellung »Im Dialog« in der Alten Wache das Angebot ab: geführte Ausstellungsrundgänge, Künstlergespräche und Schulführungen sollen mit Hilfe von Suchspielen und Quizfragen auch für Kinder und Jugendliche einen spielerischen Zugang zur Kunst ermöglichen. Außerdem werden wieder die Tage des offenen Ateliers in Stadt und Landkreis organisiert, an dem auch Nicht-Mitglieder teilnehmen können.

Das letzte Ausstellungsprojekt dieses Jahres sind bis ins nächste Jahr hinein »Traunsteiner Künstlerwerkstätten im Barock« von Donnerstag, 13. November (Vernissage), bis zum 11. Januar 2015. Die Ausstellung, auch im Kunstraum Klosterkirche, konzentriert sich auf sakrale Kunstwerke, die als kostbare Leihgaben aus Kirchen und Pfarrämtern stammen und die beeindruckende Beispiele handwerklich fundierter und von Religiosität durchdrungener Kreativität sind. Albert Rosenegger, Traunsteiner Heimatforscher, Max-Fürst-Preisträger und Kreisarchivpfleger, hat über dieses Kapitel lokaler Kunstgeschichte grundlegend recherchiert, Materialien zusammengetragen und in vielen Kirchen nach Altargemälden und Heiligenskulpturen aus Traunsteiner Künstlerwerkstätten gesucht.

Im Mittelpunkt steht die Zeit des Barock – ausgehend von Italien – die im katholischen Bayern des 17. und 18. Jahrhunderts begeistert aufgenommen wurde. Die Ausstellung bündelt die Ergebnisse der Forschungen von Albert Rosenegger und macht das Charakteristische der einzelnen Werkstätten deutlich. Vermittelt werden so kunstgeschichtliche Hintergründe und Stilmerkmale ebenso wie ein Zugang zur Entschlüsselung christlicher Ikonografie in barocken Kunstwerken ermöglicht wird. Zu allen Ausstellungen werden qualifizierte Ausstellungsrundgänge angeboten, die aus der Tagespresse zu entnehmen sind. gi