weather-image
29°

Interesse an der Klassik auch bei jungen Leuten

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Deborah Linhoff (Hackbrett) im Zusammenspiel mit einem Gitarrenquartett. (Foto: Eder)

Es gehört längst zur Tradition der Musiklehrervereinigung (MLV): das Klassikkonzert im Festsaal der Schule Schloss Stein. Das Besondere am diesjährigen Konzert war, dass es den Beginn des 25. Jubiläumsjahrs der Musiklehrervereinigung markiert, wie Heinz Lichtmannegger, Vorsitzender des Vereins, bei seinen einleitenden Worten sagte. Und er kündigte weitere musikalische Überraschungen für dieses Jahr an, mit denen der Verein das Jubiläum feiern möchte. Mehr verriet er noch nicht. Der aktuelle Abend aber war der Klassik gewidmet, von alten Meistern wie Bach und Pergolesi bis zur zeitgenössischen klassischer Musik eines Thomas Tiel.


Den Anfang machte die erst achtjährige Alina Strobl, die sehr souverän und überzeugend das Moderato von Clementi spielte. Auch wenn der Einsatz des Pedals wegen fehlender Beinlänge nicht möglich war, konnten die Zuhörer einem musikalischen und dynamischen Vortrag zuhören.

Anzeige

Deborah Linhoff und Isabell Hackl zeigten auf dem Hackbrett, dass auch dieses Instrument nicht nur für die alpenländische Musik geeignet ist. Zum einen im Zusammenspiel mit einem Gitarrenquartett, zum anderen mit einem anderen Hackbrett ergaben sich schwebende, sphärische Klänge, die diesem Instrument ganz eigen sind. Mit warmem, musikalischem Klang und ausgereifter, sauberer Technik präsentierte Magdalena Rehrl das Prelude No. 1 von Hector Villa-Lobos auf ihrer Gitarre. Auch hier konnte man hören, dass das musikalische Verständnis nicht nur an der äußeren Technik hängen bleiben muss , sondern auch die Tiefe der Musik erfassen kann.

Der zweite Teil der Konzertstunde war eher den Ensembles vorbehalten. Den Anfang machte das kleine Orchester aus Laufen, einer Außenstelle der Musiklehrervereinigung. Allerdings wurde aus dem kleinen Orchester aufgrund von Krankheit ein sehr kleines Orchester, was aber der Begeisterung der kleinen Streicher keinen Abbruch tat. Mit großer Konzentration musizierten sie mit ihrer Lehrerin Margarethe Hlawa-Grundner drei kleine Stücke.

Das nachfolgende Ensemble aus drei Violinen, Kontrabass und Klavier bewies hör- und sichtbar, dass das Alter beim Miteinander-Musizieren keine Rolle spielt. Die Alterspanne von zehn Jahren (Vinzenz Gastager, Violine), über 14 Jahre (Helin Weingartner, Violine) bis zum Erwachsenenalter (Florian Michl, Kontrabass) war alles vertreten. Das Ensemble spielte Stücke von Strauss Sohn und Franz von Suppé mitreißend und mit sichtbarer Spielfreude.

Nach den eher saitenlastigen Klangerlebnissen bot das Klarinettentrio von G. B. Pergolesi unter Leitung von Tamas Puskàs einen neuen Hörgenuss. Vor allem die selten gehörte und gesehene Bassklarinette in ihrer beeindruckenden Größe und Klangtiefe faszinierte das Publikum. Einen der Höhepunkte des Abends stellte das Gitarrenquartett (Tina Haas, Sonja Burghartswieser, Doris Tanner, Andi Obermayer) dar.

Ihr Vortrag des zeitgenössischen Komponisten T. Thiel mit Kalendermusik für Gitarrenquartett zeigte die ganze Bandbreite der klanglichen Möglichkeiten der klassischen Gitarre vom Wischen der Zupfhand über die Saiten bis hin zu verschiedensten Flageolett-Tönen, die wie flirrende Klangtupfer von einer Gitarre zur anderen gereicht wurden. Abgerundet wurde dies durch den Auftritt des elfköpfigen Gitarrenensembles unter Leitung von Heinz Lichtmannegger am Schluss des Konzertprogramms. Brahms in dieser sehr selten gehörten Instrumentierung verschaffte den Zuhörern einen besonderen Höreindruck.

Die Reichhaltigkeit des Programms und die breite Altersspanne der Aktiven (acht bis 45 Jahre) bewiesen wieder einmal aufs Neue, dass klassische Musik, entsprechend interessant vermittelt, auch für die heutige Generation von Musikschülern nicht altbacken und langweilig sein muss. he