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Investition in die Zukunft

Berchtesgaden - Die Berchtesgadener Sparkassengeschäftsstelle präsentiert sich in neuer Optik. Nach sechsmonatiger Umbauzeit gaben sich zur offiziellen Eröffnung am Mittwochabend neben der Belegschaft und den Vorstandsmitgliedern auch politische und kirchliche Vertreter die Ehre.

»Gut für alle, die hier leben.« Getreu dem Sparkassen-Motto freuen sich über die neue Berchtesgadener Geschäftsstelle (v.l.): Marktbürgermeister Franz Rasp, Josef Sichert (ehemaliger Vorstandsvorsitzender), Rudi Schaupp (stellvertretender Landrat), Vorstandsmitglied Alexander Gehring, Pfarrer Peter Schulz, Stefan Moderegger (Geschäftsstellenleiter Berchtesgaden), Vorstandsvorsitzender Josef Schlosser, Walter Pfannerstill (Marktbereichsleiter), Dekan Peter Demmelmair und Vorstandsmitglied Helmut Grundner. Anzeiger-Fotos

Ihr neues Gesicht ließ sich die Sparkasse durchaus etwas kosten: Insgesamt wurden über zwei Millionen Euro in den Gebäudeumbau investiert. Neben einer energetischen Sanierung, der Sanierung des Flachdachs und dem Aufrüsten auf aktuelle Brandschutzanforderungen sticht vor allem der neuen Sparkassen-Kundenbereich ins Auge. So wurde das SB-Foyer mit Geldautomaten, Kontoauszugsgeräten und Münzrollenwechsler in die Kundenhalle integriert, um mehr Nähe zu den Sparkassenkunden zu schaffen. Lediglich der Münzzählautomat ist nicht mehr vorhanden, seine losen Groschen kann man aber weiterhin am Schalter abgeben, von dort werden sie nach Bad Reichenhall zum Zählen geschickt. Für eine angenehme Temperatur sowohl im Winter wie auch im Sommer sorgt eine kombinierte Kühl- und Heizdecke im Erdgeschoss.

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Die Berater im ersten Stock dürfen sich ebenfalls über neue Räumlichkeiten freuen. Das ehemals große Vorstandszimmer wurde in mehrere großzügige Bürozimmer unterteilt. Damit die Berater bei Kundengesprächen oder Kreditverhandlungen vor allem im Sommer nicht allzusehr ins Schwitzen geraten, sind alle Büros mit adäquat klimatisiert. Empfangen werden die Sparkassenkunden im ersten Stock ab sofort an dem neu gestalteten Tresen.

Neben der Erneuerung der kompletten Haustechnik wurden sämtliche Räume mit neuem Mobiliar ausgestattet. »Die Umgestaltung nahm rund sechs Monate Planungszeit in Anspruch, die Bauzeit betrug dann ebenfalls ein halbes Jahr«, so Diplom-Bauingenieur Thomas Wagner vom Planungsbüro »Wagner« in Marzoll, »ein Anliegen aller Beteiligten war, den Sparkassenbetrieb während der Bauphase aufrecht zu erhalten, damit die Kunden ihre gewohnte Anlaufstelle nicht verlieren.« So mussten die Mitarbeiter innerhalb der sechs Monate vier Mal umziehen, da etappenweise stets ein Viertel der Gesamtfläche umgebaut wurde.

»Wo andere Banken schließen, investieren wir vor Ort«, eröffnete Vorstandsmitglied Alexander Gehring seine Rede. In seinen Grußworten blickte er auf die Geschichte der Sparkasse Berchtesgaden zurück. So wurde die erste eigenständige Sparkasse im heutigen Landkreis Berchtesgadener Land, die Bezirkssparkasse Berchtesgaden, im Jahr 1840 am Schlossplatz eröffnet. Bis 1929 befand sich das Geldinstitut in der heutigen Buchdruckerei Fuchs, ehe es im Hirschenhaus am Marktplatz seinen Betrieb aufnahm. Das Sparkassengebäude in der Maximilianstraße wurde schließlich 1965 erbaut, die neuen Geschäftsräume bereits zwei Jahre später bezogen. Der stetige technische Fortschritt forderte im Jahr 1980 den ersten großen Umbau, 1997 wurde die Kundenhalle erneut den neuesten technischen Anforderungen angepasst.

Dass nach fast 45 Jahren eine komplette Gebäudesanierung notwendig und an der Zeit war, betonte auch stellvertretender Landrat Rudi Schaupp in seinen Grußworten. »Das Ergebnis ist das modernste und schönste Sparkassegebäude im Landkreis«, freute sich der Kreisrat, »und auch außen werden wir sicherlich noch vor Weihnachten fertig.« Trotz Internet und Online-Bankgeschäften ist, laut Schaupp, Bürgernähe und Service vor Ort von zentraler Bedeutung. So stimmt es ihn besonders froh, dass die »Urzelle der Sparkasse« in Berchtesgaden eine Aufwertung bekommen hat.

»Vier Jahre Baustelle in der Maximilianstraße gehen zu Ende. Das Ergebnis ist gelungen«, gratulierte auch Marktbürgermeister Franz Rasp. »Die Fassadengestaltung passt gut in die Gebäudereihe. Die Sparkasse drängt sich nicht auf, ist aber trotzdem präsent.«

Eine Verbindung von Bank- und Kirchenwortschatz stellte Peter Demmelmair in seiner kurzen Ansprache her. »Ihr habt einen Tresor; wir haben einen ›thesaurus‹, einen Schatz, deponiert in einem Tempel«, so der Dekan. Auch den Service brachte Demmelmair mit dem lateinischen ›servus‹, deutsch Diener, zusammen. »Viele Kunden kommen nicht nur wegen des Geldes, für manche steht ein kurzes Gespräch am Automaten oder mit einem Mitarbeiter im Vordergrund.« Und schließlich ist auch der Kredit mit dem lateinischen ›credere‹ in der Kirchensprache zu finden. »Vertrauen können ist nicht leicht, aber ohne ›credo‹ geht gar nichts«, so Demmelmair. Sowohl in der Kirche wie auch in der Bank. Dem kirchlichen Segen von Peter Demmelmair und Pfarrer Peter Schulz folgte ein gemeinsames »Vaterunser« zum Abschluss. ci