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Inzeller Band »Sterrwood« begeistert die Zuhörer im Traunsteiner NUTS

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Peter Spannring (Bass), Gerhard Spannring (Schlagzeug), Florian Fresemann und Michael von Heimendahl (Gitarren) begeisterten bei ihrem Auftritt im NUTS. (Foto: Mergenthal)

Was passiert, wenn erfahrene, jung gebliebene Rockmusiker wie Peter Spannring mit jungen Musikern wie Florian »Flo« Fresemann zusammenkommen? Es kommt ein erfrischender Mix wie bei »Sterrwood« heraus. Vor – vermutlich wegen der Pfingstferien – handverlesenem Publikum gaben die vier Jungs in der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS dennoch ihr Bestes.


Die Entstehungsgeschichte des Bandnamens – nach dem Probenraum im Inzeller Ortsteil Sterr, wo im Sägewerk jede Menge »Holz vor der Hütte« (Wood) ist – ist ebenso skurril wie das Zusammentreffen von Peter Spannring (Bass) und Flo (Leadgesang und Gitarre): Erstmals begegnete Letzterer dem Vater seiner Freundin vor dem Entbindungssaal und beiläufig erzählte Peter Florian, dass er Bass spielt. Eines Tages »buchte« ihn der »Guitar Flo« für einen »Gig« in der Inzeller »Rappelkiste«, Peter forderte eine Setliste an und bekam das kalte Grausen. »I hob koa Ahnung g’habt, wer de Lady Gaga is’.« Bald sei er drauf gekommen, dass die Lady Gaga »aa bloß drei Akkorde, manchmoi a viere« hat, verriet der Bassist im NUTS. Der Gig war die Geburtsstunde von »Sterrwood«.

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Den ersten Teil des Konzerts präsentierte das Quartett, zu dem auch Peter Spannrings Bruder Gerhard an den Drums und Michael von Heimendahl mit Gitarre und Bühnentechnik gehören, mit Flo an der Akustik-Gitarre. Mit »I’m on fire« von Bruce Springsteen ging der Reigen neuer und alter Kultlieder, darunter viel Country, Folk und Balladen, feurig los.

Titel wie »Ich bin wieder hier« von Marius Müller-Westernhagen oder »Losing my religion« von REM wechselten mit aktuellen Hits wie »Free Fallin’« des US-amerikanischen Sängers John Mayer (2008) oder »Fairytale gone bad« von der finnischen Band Sunrise Avenue (2006). Bis zu den Beatles ging mit »It don’t come easy« von Ringo Starr die musikalische Zeitreise zurück. Und natürlich erwiesen die Vier auch den Godfathers des Folk und Country, Bob Dylan und Johnny Cash, ihre Referenz.

Beim vom Charakter her völlig anderen, blues- und rocklastigen zweiten Teil, von Franz-Josef Fuchs ebenso einfühlsam ausgeleuchtet, erwies sich Florian Fresemann mit toller Soul- und Rockstimme als virtuoser Stromgitarrist. Von den Cream-Evergreens »Badge«, »White Room« und »Sunshine of your love« aus den 60ern schwangen sich die Musiker über J.J. Cales Hit »Cocaine« von 1976 bis ins 21. Jahrhundert hinüber, das mit »Supergirl« von der deutschen Band Reamonn begonnen hatte.

Freilich hatten die sympathischen, hervorragend aufeinander eingespielten und instrumental einander ebenbürtigen Interpreten auch Kultsongs vom Olymp der Rockmusik mit im Gepäck: »Comfortably numb« von Pink Floyd und »Money for nothing« von den Dire Straits. Wer diesen Gig versäumt hat, hat was verpasst. Veronika Mergenthal