weather-image
23°

Inzeller Gemeinderat billigte Schulanbau in Siegsdorf

Inzell. In seiner jüngsten Sitzung diskutierte der Gemeinderat über eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde am Umbau der Siegsdorfer Mittelschule. Wegen der geringen Schülerzahlen in Inzell müssen zumindest im nächsten Jahr zwei zusätzliche M-Zug-Klassen in Siegsdorf untergebracht werden, während dort die Schule aus »allen Nähten« platzt.

Im nächsten Jahr wird es keine fünfte Klasse mehr in Inzell geben. Deshalb werden Räume im neuen Anbau der Schule leer stehen. Jetzt soll Inzell einen Anbau an die Mittelschule Siegsdorf mitfinanzieren, in dem unter anderem die Inzeller Schüler untergebracht werden sollen. (Foto: Wegscheider)

Probleme wurden intensiv besprochen

Anzeige

Bei einer Informationsveranstaltung mit Bürgermeistern, Gemeinderäten und Schulleitern aus Bergen, Vachendorf, Inzell, Ruhpolding und Siegsdorf und einer Koordinatorensitzung wurden die Probleme intensiv besprochen. Siegsdorfs Bürgermeister Thomas Kamm und der Koordinator der Mittelschulen, Willi Robel, beklagten dabei, dass Klassenräume in Siegsdorf Mangelware sind. Als Übergangslösung gebe es Container für zwei Klassen, doch Ziel sei ein Anbau, in dem auch alle zusätzlichen Schüler aus den übrigen Gemeinden Platz finden.

Die Kostenplanung beläuft sich auf rund 2,1 Millionen Euro. Nach Abzug der Zuschüsse (800 000 Euro) und dem Anteil der Gemeinde Siegsdorf (260 000 Euro) bleiben für den Mittelschulverbund 1,04 Millionen Euro. Nach dem derzeitigen Schülerschlüssel aufgeteilt, kommen für die 23 Inzeller Schüler 99 000 Euro zusammen. Darüber stimmte der Gemeinderat nun ab.

Anfangs warf Rudolf Heitauer (Forum Aktiv) ein, dass man bei Gründung des Mittelschulverbundes davon ausging, dass Klassen in Inzell erhalten werden können. »Als vor 12 Jahren unsere Schule erweitert wurde, haben wir uns die Frage gestellt: 'Braucht man das?' und wir sollten nicht so einen Fehler nochmal machen«, so Heitauer. In Inzell werden Räume leer stehen, dafür werden in Siegsdorf Container aufgestellt.

Bürgermeister Martin Hobmaier stellte fest, dass dies eine Übergangslösung für zwei Jahre sei. Markus Maier (CSU) meinte, die Nachhaltigkeit solle beim Neubau in Siegsdorf herausgestellt werden. Der Schulstandort müsse gestärkt werden. Skeptisch sieht die ganze Sache Claudia Doppler (SPD). »Wir gehen als Verlierer aus der ganzen Sache. Keiner weiß, ob und wie sich das Schulsystem ändert. Jetzt zahlen wir viel Geld nach Siegsdorf und in einigen Jahren wäre es vielleicht nicht nötig gewesen und man hätte mit der Containerlösung leben können«. Annelie Gromoll (OBIC) will eine langfristige Lösung für den Mittelschulverbund anstreben und favorisiert deswegen den Anbau in Siegsdorf. Die leeren Räume in Inzell sollten für andere Angebote genutzt werden.

Die Abstimmung für die Containerlösung (erstes Jahr 3591 Euro für die Gemeinde Inzell, zweites Jahr 5000 Euro) war nach längerer Diskussion einstimmig und bei der Entscheidung für eine Kostenbeteiligung für den Anbau in Siegsdorf waren sich die Räte bis auf Claudia Doppler auch einig. Bleibt nun abzuwarten, wie sich die Gemeinde Ruhpolding diesbezüglich entscheidet.

Ein weiterer Punkt der Sitzung war ein Antrag zur Wohnraumerweiterung im Obergeschoß des Wohnhauses. Es handelt sich dabei um rund 18 Quadratmeter, die zusätzlich genutzt werden sollen. Gegen dieses Vorhaben gab es keinerlei Einwendungen.

Dem Antrag der Musikkapelle Inzell zur Übernahme der Kosten für die Dirigentenausbildung von Bernhard Koch in Höhe von 1410 Euro wurde einstimmig zugestimmt.

Leichtathletikanlage wird bald saniert

Annelie Gromoll erkundigte sich nach den Sitzungen des Eishallen- und Marketingausschusses Ende März. Das sei ihrer Ansicht nach zu lange her. Bürgermeister Hobmaier erwiderte, dass keine Veranlassung bestanden habe und deshalb noch kein neuer Termin festgelegt wurde.

In der Bürgerfragestunde wollte Hans Patz (als einziger Zuhörer) wissen, wann die Leichtathletikanlage (100 Meter lange Bahn und Weitsprunganlage) im Ludwig-Schwabl-Sportpark neu gebaut wird, denn derzeit sei es eine Gefahr, dort Sport zu treiben. Hobmaier erklärte, dass erst nach genehmigtem Haushalt die Ausschreibungen gemacht und geprüft werden, aber die Maßnahme demnächst umgesetzt werden kann. hw